Das Leben Eben
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Chaos im Kopf. Von zu vielen Möglichkeiten, zu viel Zeug und zu hohem Anspruch

Ich habe Chaos. 

Während ich das hier schreibe, stehe ich breitbeinig (besser für den Rücken) an der Küchezeile, mein Laptop steht auf dem Herd (WTF?), neben mir das Espressokännchen (3 Tassen, die 4 Tasse wartet), ein Glas Weißwein, mein Joghurt mit Äpfeln und Schokocrunch (immerhin, ohne Zucker) und das Schneidebrett mit den Brotrinden (haha, never ever hab ich mir vor den Kindern geschworen) vom Kindervormittagssnack.

Es ist 10:37 Uhr und nein, ich trinke nicht jeden Tag und auch nicht jeden Tag um diese Uhrzeit. Aber wenn das Kind abends bis um 23 Uhr wach ist und man selbst danach zu müde, um noch gemütlich ein Gläschen Wein mit dem Liebsten zu trinken, verschiebt sich eben manchmal das Timing. Das kenn ich auch gar nicht anders, ich sag nur Schichtdienst und so.

Worum geht’s hier eigentlich? 

Aber nein, es geht gar nicht um den Wein, es geht um mein Chaos. So wie andere Menschen sagen: „Ich hab Rücken.“ kann ich sagen: „Ich hab Chaos.“.

Chaos im Kopf. Chaos in der Wohnung. Chaos im Email-Eingang. Chaos im Leben. Ein Chaosleben ist das. Und ich muss sagen – es gefällt mir nicht. Es macht mir das Leben schwer. Klar, irgendwann findet man es witzig, wenn Freunde einen liebevoll lächelnd als „Chaosqueen“ bezeichnen. Aber spätestens, seit die Kinder auf der Welt sind und ich selbstständig bin, hab’ ich immer öfter und aktuell eigentlich jeden Tag das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst.

Wäsche, Wäsche und nochmal Wäsche.

Wäsche. Berge von Wäsche. Man schafft es nicht, sie so schnell zu Waschen, zusammenzulegen und in den Schrank zu packen wie sie wieder schmutzig wird.

Kinderspielzeug. Ü-ber-all! Auf jeder Ablage, auf dem Fußboden, in jedem Raum, überall liegt Kinderspielzeug. Bücher, Duplo, Puzzleteile, gesammelte Steine, Bilder mit nur einem Buntstiftstrich, Puppen, Kissen – Zeug!

Zeitschriften. Stapel, überall. Unter der Küchenbank, auf der Sofalehne im Wohnzimmer, auf meinem Schreibtisch. Plus: Zeitschriftenschnipsel. Aus den vielen, hilflosen Versuchen, die Stapel zu eliminieren und endlich, endlich Ordnung zu schaffen.

Ich hab das Gefühl, irgendjemand packt alles, was so rumliegt immer wieder in einen Sack und sobald ich aufgeräumt habe, kippt er ihn wieder über uns aus. Verteilt genüsslich den Inhalt des Chaos-Sacks in der ganzen Wohnung. Reibt sich kichernd dabei die Hände und lehnt sich zufrieden zurück, wenn ich wahnsinnig werde. Weil ich einfach nicht ankomme gegen das Chaos.

Manchmal frage ich mich – bin das einfach ICH? Ist das mein Charakter, mein zweiter Vorname und ist der Name Programm? Oder habe ich einfach nie gelernt, mich selbst richtig zu organisieren und Ordnung zu halten? Sind mir Unordnung und Chaos egal?

Zumindest die letzte Frage kann ich ganz klar mit NEIN beantworten. Es ist mir nicht egal. Ich finde Ordnung schön und beruhigend. Ich sehne mich nach Ordnung und schaffe es trotzdem einfach nicht, Vorsätze umzusetzen und vor allem, Ordnung zu halten.

Chaos im Kopf, Chaos in der Wohnung. Der typische Stapel mit Zeitschriften

Natürlich gibt es mittlerweile Studien, auf die sich auch der Artikel Chaos fördert die Kreativität bezieht, die eben das besagen – dass kreative Menschen Chaos brauchen, um kreativ zu sein. Die besten Ideen entstehen aus dem Chaos? Ist das so?

Wenn Chaos lähmt statt Kreativität zu fördern

Jetzt gerade habe ich das Gefühl, dass es nicht so ist. Dass mein Chaos mich, uns behindert. Dass uns eine klare Struktur fehlt, an der sich auch die Kinder orientieren können. Mir passiert es ziemlich oft, dass ich so viel zu tun habe bzw. so viel auf meiner Liste steht, dass ich wie gelähmt bin und erst gar nicht anfangen kann. Und es geht hier wirklich nicht um „perfekt bis ins kleinste Detail und instagramtauglich“, wer uns kennt, weiß das. Und alle anderen: stellt euch vor, ihr könnt die Kinder nicht in die Kita bringen, weil ihr den Schlüssel nicht findet. So ist das hier manchmal.

Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem einfach nichts mehr läuft. Das Leben nicht, der Job nicht, die Beziehung nicht. Und wenn noch was läuft, dann läuft es schief und aus dem Ruder. Es gibt seit Wochen, ach, eigentlich seit Jahren, Dinge, die ich einfach nicht auf die Reihe kriege.

  • Einen Babysitter finden, dem ich meine Kinder auch anvertrauen kann und will.
  • Eine Haushaltshilfe, weil wir im Haushalt nur das nötigste schaffen und ich so gerne eine Wohnung hätte, in die ich auch mal spontan einladen kann.
  • Einen großen Holztisch zu finden, der uns allen gefällt, an dem wir sitzen und arbeiten und essen, trinken und feiern, reden und lachen und leiden können. Der Wutanfälle dokumentiert, Tränen, Gelächter und Wein aufsaugt. Ein Tisch für gute und schlechte Zeiten.
  • Endlich wieder regelmäßig zum Sport zu gehen.
  • Mich regelmäßig bei allen meinen Freunden und meiner Familie zu melden und sie auch zu treffen.

Be loud, be fun, be awesome. Be fast or be last. So wahr. Sticker für Journal von ban.do

So viele Pläne, so wenig Zeit. Oder liegt’s an der Organisation? 

Ich hab immer vor Augen: andere schaffen das doch auch. Ich kenne eigentlich niemanden, der so überfordert ist mit dem Leben wie es sich für mich oft anfühlt. Wahrscheinlich, ganz sicher sogar, wirke ich auch nicht so auf andere. Das bekomme ich immer wieder zu hören, aber eigentlich, eigentlich ist mein Leben furchtbar chaotisch. Ist das nur mein Problem? Oder ist es ein Problem der Generation der unendlichen Möglichkeiten? Das bezieht sich in meinem konkreten Fall nicht nur auf den Lebensentwurf und was ich alles schon angefangen und wieder aufgegeben habe, sondern auch auf kleine und alltägliche Dinge. Zum Beispiel – das passende Schuhregal zu finden.

Schuhe im Flur – das Chaos schlechthin

Wir haben in unserem wunderschönen, riesigen, langen Altbauflur immer ein absolutes Schuhchaos. Okay, ich gebe zu – wir haben auch viele Schuhe. Aber nichts desto trotz – bei anderen Familien werden auch viele Schuhe ordentlich im Schuhregal aufbewahrt. Ich dagegen nehme seit Jahren in Kauf, dass die Schuhe im Flur kreuz und quer rumliegen, dass wir darüber stolpern, plötzlich fehlt immer mal wieder ein Schuh und ich muss immer wieder an die Gruppe, die es früher mal bei StudiVZ gab, denken: „Nein, ich habe keinen Besuch, das sind alles meine Schuhe“.

Aber wieso finde ich einfach nicht das passende Schuhregal? Weil es viele Kriterien erfüllen muss: hübsch muss es sein, am liebsten ein Designerteil, das sich auch gut auf Fotos macht. Es soll sich gut in den Flur einfügen (wo wir wieder beim Thema sind: wie soll der Flur eigentlich aussehen? Möglichkeiten über Möglichkeiten), am liebsten auch keine tausend Euro kosten. Es müssen genug Schuhe reinpassen und bei welchem Schuhregal ist das schon so? Es soll eben das richtige sein, das Schuhregal, das mir auch in einem und am besten auch in fünf Jahren noch gefällt. Wegschmeißen und ein neues kaufen muss ja eigentlich auch nicht sein, Stichwort Nachhaltigkeit.

Die Problematik mit dem Schuhregal kann übrigens beliebig auf jede andere Situation übertragen werden.

Daily Reminder Navucko mit Kupfer Kugelschreiber Caran d’ache

Ein zerfaserter Tagesablauf

Ich schaffe es außerdem selten, eine Sache von Anfang bis Ende zu machen. Während ich diesen Post geschrieben habe, habe ich gekocht (Nudeln mit Lachs in Sahnesoße), eine Windel gewechselt, WhatsApp Nachrichten geschrieben, Blüten vom Grill probiert, die Geschirrspülmaschine eingeräumt, meine vierte Tasse Kaffee in der Mikrowelle aufgewärmt und gemerkt, dass das echt eklig schmeckt, Kinderstories gelauscht und abgewaschen.

Seit die Kinder auf der Welt sind, hab ich das Gefühl, dass mein Kopf immer voll ist und mit jedem Tag noch voller wird. Leider helfen auch To-do-Listen nicht, sie machen weder meinen Kopf leerer noch werden sie selbst irgendwie kürzer, weil jeden Tag mehr Aufgaben dazukommen als ich abstreichen könnte. Außerdem ist es leider so, dass ich auch hier viel zu unorganisiert bin. Hier ein Zettelchen auf dem Schreibtisch, da klebt einer im Kalender, in der Handtasche rascheln die zerknüllten Erinnerungen und ja, auf dem Fußboden liegen sie auch.

Don’t forget - das Chaos im Kopf und die Frage- was ist eigentlich wirklich wichtig?

Ich sage zehn Mal zu den Kindern: „So, jetzt ziehen wir uns aber wirklich an!“, und statt dann auch genau das zu tun, erledige ich auf dem Weg zu den Schuhen noch „mal eben schnell“ zwei andere Dinge, dann plingt das iPhone und zack, ist eine viertel Stunde vergangen und die Kinder spielen längst wieder.

Und jetzt?

Ja, das ist eine gute Frage. Ich bin mir selbst gar nicht so sicher, was ich mit diesem Post will. Vielleicht ein bisschen Zugzwang in die richtige Richtung, à la „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung„?

Filofax Planer und Diary

Hauptsächlich hilft es mir, mal alles aufzuschreiben. Schreiben, formulieren, mir dadurch auch klar und klarer werden. Welche Probleme gibt es überhaupt? Welche haben Priorität? Welche Lösungsansätze gibt es für uns? Für mich? Bin ich eigentlich alleine verantwortlich für dieses Chaos, für die fehlende Struktur in unserer Familie, im Haushalt, im Leben? Wollte ich immer alles zu sehr kontrollieren, hab es einfach nicht auf die Reihe gekriegt und jetzt steh ich knietief im kaugummizähen Chaos? Ist mein Anspruch zu hoch? Müssen wir vielleicht zu Minimalisten werden?

Ich weiß es nicht, aber es tut gut, das alles mal runtergeschrieben zu haben. Und vielleicht geht es ja dem ein oder anderen auch so und wir merken, dass wir gar nicht alleine überfordert sind? Oder ihr seid die absoluten Organisationstalente und habt Tipps für mich? Ich wär euch sehr dankbar.

Und jetzt geh ich endlich mal die Kinder anziehen.

Edit: Den Text habe ich schon vor ein paar Wochen geschrieben – einen riesigen Schritt in die richtige Richtung habe ich mittlerweile geschafft. Wir haben eine Babysitterin gefunden oder besser gesagt – sie hat uns gefunden. Beste Entscheidung ever!

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61 Kommentare

  1. Jenny sagt

    Danke für deine Ehrlichkeit! Mir geht es wie dir und zu dem Chaos im außen, kommt dann noch das Chaos im innen. Die Schuldgefühle weil sich das Geschirr in der Küche schon wieder stapelt. Und dabei ist man schon immer am machen und tun. Aber eben mal hier und mal da. Irgendwie ohne Struktur und vor allem ohne sichtbaren Erfolg. Ich muss jetzt schnell meinen Sohn vom Kindergarten abholen. Wollte aber trotzdem kurz meinen Senf dazugeben und eben Danke sagen, weil ich auch immer denke ich stehe mit dem Chaos und überfordert sein alleine da. Liebe Grüße, Jenny

  2. Liebe Johanna, was du vor allem tun solltest (eigentlich möchte ich dieses „sollte“ auch vermeiden!) ist: nicht so harsch mit dir umgehen, nicht zu viel bekritteln und dich mit etlichen Zielen noch mehr unter Druck zu setzen. Das ist immer so leicht gesagt, ich weiß (Zusatz: Ich hab keine Kinder) – aber deine Liste oben zeigt mir, dass dein innerer Kritiker, der gute, alte Dauernörgler, oft die Überhand gewinnt. Kenne ich. Meistens haben wir auch schon die Lösung, wissen, wie in unserem Leben alles besser wird – setzen es aber nicht um (wobei – Stichwort Babysitter 😉 ). Du wirst wahrscheinlich auch weiterhin nicht regelmäßig zum Sport gehen und deine Familie/Freunde nicht so oft sehen können, wie du es gerne hättest. Da kannst du dich dann drüber ärgern, oder es einfach akzeptieren. Niemand ist perfekt. Sich selbst aber immer wieder zu sagen, wie unorganisiert, unordentlich, schlampig man ist, was man eigentlich sonst alles schaffen könnte – das macht auf Dauer nur noch mehr unglücklich.

    Sorry, wenn ich dich hier psychotherapeutisch vollgequatscht habe, aber ich bin gerade tief in der Recherche zum Thema Selbstakzeptanz/Selbstmitgefühl (als Kunsttherapeutin) und da sprang mich dein Text einfach an 🙂

    Gruß von der Frau, deren innerer Kritiker immer wieder behauptet, sie würde zu wenig arbeiten und müsse sich einfach noch mehr anstrengen!

  3. Tanja Priebs sagt

    Liebe Johanna,

    das Chaos ist mir nicht fremd, und deshalb tust du mir oft so leid.
    Da ich einen Vollzeitjob habe und die Kinder allein großgezogen habe, musste ich etwas
    zügiger meine Strategien vorantreiben.
    Und da du sicher unzählige Zuschrifte bekommst, fasse ich mich kurz.

    1. Babysitter: sehr gut gemacht!!
    2. Jetzt noch die Putzhilfe. Nicht mit Gold aufzuwiegen!!
    3. Vielleicht noch nen Coach. Es gibt so viele Baustellen. Ein Punkt, der mir Sorge macht: bis zur Schule muss der Schlafrythmus der Kinder anders werden.
    4. Der allerkleinste Punkt. Direkt im Eingang der Wohnung hängt ein kleines Schlüsselbrett.
    Ohne das wäre ich schon in der Klapse.
    5. Die Änderungen sind wichtig, ABER, sei nicht zu streng mit dir. Du machst das schon super.
    Ansprüche leicht runterschreiben kann auch nicht schaden.
    6. kurz nachdenken: ist IG ein reiner Segen? Du gibst so viel Privates preis, machst dich dadurch verletzlich, gibst vielleicht dort mehr Energien rein, als du immer hast.
    7. Wen interessierts, ob im Flur Schuhe liegen, schließlich hast du zwei Kleinkinder.
    Sollte es DICH ernsthaft stören, hilft oft der Plan: gebrauchtes, gefundenes, ertrödeltes oder ererbtes Zwischenmöbel, bis sich der Traum-Schuhschrank irgendwann offenbart.

    Klingt alles, als ob ich es echt drauf hätte, glaub mir, liebe Johanna, weit gefehlt, aber deswegen müssen wir ja zusammenhalten. Für dich auf jeden Fall alles Gute!
    Und genieß (bei all dem Grübeln) dein wunderbares Leben und deine wunderbare Familie!!

    Liebe Grüße von Tanja

  4. Alexandra sagt

    Liebe Johanna,
    ich folge dir nun schon seit einiger Zeit und mag dich und deine Art wirklich gern. Obwohl wir auf den ersten Blick so unterschiedliche Leben führen, kommen mir viele Dinge sehr bekannt vor und ich kann dich oft gut verstehen. Am liebsten würde ich dich besuchen und dir alle meine Tipps verraten . Und davon habe ich eine Menge, schließlich sind bei mir 6 Kinder zu erziehen, zu bekochen, zu bespielen , zu bemuttern eben. Dazu ein großes Haus, ein Riesengarten, ein Kater und mein Mann natürlich. Es ist wirklich harte Arbeit, alles auf die Reihe zu bekommen , aber wenn erst mal Grund drin ist, geht später vieles leichter und schneller. Ich persönlich mag es ordentlich und strukturiert auch am liebsten, es schafft letztendlich viele Freiheiten. Wenn man zu Hause ist und von dort auch arbeitet ist es umso wichtiger, einen Plan zu haben, sonst verzettelst du dich laufend und wirst immer unzufriedener. Deshalb sehe ich unser zu Hause bis alles erledigt ist erstmal als meinen Arbeitsplatz an und wenn alles fertig ist, habe ich eben auch Feierabend. Und nicht den Humor verlieren ! Liebe Grüße von Alex

  5. Inken sagt

    „People suffer, because they continually strive after things that do not give lasting happiness.“

    Das habe ich heute morgen erst gelesen und gebe es jetzt an dich weiter (:

    • Birte sagt

      Hallo Johanna,
      ich gebe Inken Recht.

      Zusätzlich denke ich, dass du zwei grundsätzlich paradoxe Ziele hast: 1. innerer Minimalismus – Ruhe, Gelassenheit und die damit verbundene Leichtigkeit. 2. ganz viel besitzen, schöne Sachen haben, dich damit immer und immer wieder beschäftigen, konsumiren, auf Instagram viel zeigen..
      Die beiden Ziele kann man schwer vereinbaren. Es werden (wieder) viele Bücher über Minimalismus geschrieben: verschiedene Lebensbereiche werden „bereinigt“: der Kleiderschrank wird auf x Teile reduziert, die sozialen Kontakte bzw. Treffen werden durchdacht, Zeit für Sport wird in den Alltag integriert ohne dass es als Last empfunden wird usw.
      Vielleicht wäre so ein Buch eine Inspiration und man könnte seinen Weg finden ohne es 100% umzusetzen.

  6. Anna sagt

    Liebe Johanna,

    ich kenne das so gut, ich nehme mir vor, wieder mehr Sport zu machen, weil ich weiß, dass es mir gut tut… und bei dem ersten Stress auf der Arbeit (oder auch schon vorher😉) verfalle ichin alte Muster und bevorzuge das Glas Weißwein als Entspannungsmittel der Wahl. Und der Sport und alles andere bleiben auf der Strecke. 1000 Dinge gleichzeitig machen zu wollen und dafür für alles drei Mal so lange zu brauchen, kenn ich auch jetzt schon ohne Kinder… mit Kindern und mit dem Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden wäre es sicherlich noch schlimmer.
    Ich kann gut verstehen, dass dich das alles unzufrieden macht (genauso wie mich auch). Ich hab mich in der letzten Zeit viel mit den Themen „Gewohnheiten“ ändern und „Routinen“ (in meinem Fall im Ayurveda) auseinander gesetzt. Die Tipps, die ich mitgenommen habe, sind:
    1. Wenn man eine Gewohnheit ändern möchte, dauert es mindestens 30 Tage bis man die neue Gewohnheit verinnerlicht hat. Wenn es sich um Sport handelt, sollte man also mindestens 30 Tage lang jeden Tag Sport machen (wenn es nur 10 Minuten Yoga oder Meditation sind). Klingt auch logisch für mich, denn sonst ist es leicht zu sagen „heute schaff ich es nicht, ich mach es morgen…“
    2. Der Mensch mag Rituale und Routinen. Und Achtsamkeit und Zeit für sich. Ich kann mir vorstellen, dass du als Mutter ziemlich wenig davon hast. Im Ayurveda wird viel mit Morgenroutinen gearbeitet. Das ist natürlich schwierig, wenn die Kinder vor dir wach sein sollten. Ich fand die Podcasts von den Hamburger Mädels von Prana up your life sehr gut und nicht zu spirituell.
    3. Das Handy bleibt bei bestimmten Aufgaben und vor allem nachts und morgens noch im Flugmodus. Es nervt mich immer wieder, dass ich so unbewusst Zeit verdaddel.
    Nun hast du natürlich immer noch Chaos in der Bude und keinen neuen Holztisch, aber letztlich sind das wahrscheinlich nur Symptome. Wenn wir im Inneren ausgeglichener sind, können wir vielleicht auch unseren Alltag zufriedener bewältigen…
    Alles Liebe für deinen Weg!!!
    Anna

  7. Ines sagt

    Liebe Johanna,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem Artikel. Der ist klasse und erfrischend.

    Du hast ja schon vieles gelöst. Was das Thema Flur und Schuhe betrifft: Wäre ein bodenlanger Vorhang von Wand zu Wand möglich? Dahinter meterlange und -hohe Regale aus dem Baumarkt. Die müssen ja gar nicht tief sein. Tiefe = Länge der größten Schuhe im Haus reicht ja. Ich finde dies – wenn es vom Raum her passt einfach großartig und ist gemessen am Stauraum eine günstige Lösung.

    Liebe Grüße

  8. Alexandra sagt

    Hallo Johanna,

    das ist ja ein toller Text.
    Und man kann deine Getriebenheit förmlich mit den Händen greifen.
    Mir ist es auch schon immer schwer gefallen, Ordnung zu halten. Und ich kenne das auch: Zeitschriften aufbewahren, weil ich die noch unbedingt lesen wollte und oh, vielleicht brauche ich dieses Vorlesungsskript von vor fünf Jahren nochmal? Und Schuhe und Kosmetik…
    Was mir jedenfalls geholfen hat, ist einmal richtig auszumisten und danach nicht mehr soviel zu kaufen. Da ich nicht gern putze, achte ich jetzt auf leicht zu reinigende Oberflächen (ergo: nicht soviel Deko). Ich kaufe auch nicht mehr so viele Klamotten. Das erleichtert mir die Bewältigung der Wäscheberge.
    Dafür sehen meine Wohnung und ich in den Augen mancher vielleicht recht basic aus. Aber mir hat es geholfen, weil ich mit diesen Möglichkeiten (vor Allem zu kaufen) nicht zurecht komme.
    Bei Kosmetik kaufe ich fast nur noch Naturkosmetik und checke Neuheiten erstmal mit einer App auf gefährliche Inhaltsstoffe. Mittlerweile kann ich in der Drogerie an den ganzen Shampoos vorbeigehen, ohne dass ich in Versuchung komme, weil ich weiß, dass die meisten voll mit Chemie sind.
    Das alles hört sich freudelos an, ist es aber nicht. Ich lasse mich gern inspirieren und kaufe auch gern schöne Dinge. Aber in einer für mich verträglichen Weise.
    Und du wirst auch deine Lösung finden. Du bist so sympathisch; es wäre schön, wenn du dich und dein Leben wieder mehr leiden kannst. 🙂

    Liebe Grüße!

    Alexandra

  9. Eliane sagt

    Oh ja, kenne ich! Vielleicht hilft es, wenn du mehr im Moment lebst. Einfach mal ne Handy-Auszeit, nicht ständig filmen und posten, spart z.B. viel Zeit. Ich sehe dich auch viel shoppen und in Läden „rumtreiben“ ;), das sind alles Zeitfresser und lenken ab. Und in der Zeit, wo man umfangreiche To-Do-Listen schreibt, kann man auch schon mal die erste ‚Baustelle‘ angehen. Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig 🙂

  10. Stephanie sagt

    Hallo Johanna,
    zwei Gedanken, die vielleicht helfen: „wie ißt man einen Elefanten: Stück für Stück“ und „aufgeräumte Zimmer in Haushalten mit Kindern sind Sekundenzustände“.
    Richtige Freunde kommen auch gerne in unaufgeräumte Wohnungen.
    Und um eine Sache zu beenden, muss man sich halt selbst dazu zwingen, kostet möglicherweise Überwindung, funktioniert aber.
    Und ganz wichtig, nicht so viel planen, sondern einfach machen. Wenn die Schuhe im Flur durcheinander stehen, werden sie das auch im Schuhschrank tun. Wenn du was ändern willst, mach’s, aber nicht für die anderen, sondern für dich.
    Liebe Grüße Stephanie

  11. Annika sagt

    Liebe Johanna,
    danke für diesen ehrlichen Text. Ich denke, viele können deine Gefühle gut nachvollziehen – ich auf alle Fälle! Ich habe inzwischen drei Listen zum Abstreichen: eine Seite im Heft für den Job, eine halbe für private Aufgaben, und der Rest heißt „Spaßfaktor“, und da stehen dann manchmal nur so kleine Sachen drauf wie „Nägel lackieren“ oder „Käffchen“, aber eine davon am Tag nehme ich mir immer vor. Mein bester Tipp: Abos abbestellen. Ich habe mich von Zeitschriften (liiiebe ich eigentlich, aber sie erdrückten mich) und Tageszeitung vorerst verabschiedet. Es tut mir so gut, endlich keine Papierberge mehr, die mich bedrängen. Bitte, bitte, geh noch am Wochenende los und kauf ein Schuhregal. Mach es einfach! Es muss nicht für immer sein. Es wird dir so gut tun.
    Alles, alles Gute! Annika

  12. Ich mag diese Texte. Das Ehrliche. Das entlastet mich und andere denen es genauso geht. Oder schlimmer. Manchmal auch schon etwas besser. Ich kenne deine Situation oder zumindest eine ähnliche. Ich hab als meine Kinder im Alter deiner Kinder waren, machmal mit anderen Müttern 1,5 Stunden frierend an der Haustür gestanden und gequatscht, weil ich sie nicht in die chaotische Wohnung lassen wollte. Mich hat mal das Ordnungsamt angerufen, weil mein Rinnstein zu dreckig war. Ich bin mehr als einmal angerufen worden, ob man noch länger auf meine Tochter warten solle mit dem Beginn des Kindergeburtstags (den ich komplett vergessen hatte). Ich hab ne Menge solcher Geschichten auf Lager. Irgendwann gab es dann mal den kompletten Mutti-Meltdown ( andere würden vielleicht Burn-out sagen). Mittlerweile ist es besser. Ich hab Wege für mich gefunden. Routinen geschaffen, Schlupflöcher ausgelotet, Hilfe bzw. Unterstützung gesucht/zugelassen und meine Ansprüche an mich selbst überdacht. Und ganz ganz wichtig ist für mich „Ausmisten“. Wir werden niemals Minimalisten sein, aber ich bin auch kein Horter mehr. Und das ist, ganz ehrlich, für mich erholsamer als nen Tag Wellness. Ich drücke dir die Daumen, dass du deinen / ihr euren Weg findet. BTW fand ich „Schluss mit Muss“ in der Hinsicht ne ganz unterhaltsame Lektüre. Wenn man Zeit zum Lesen findet… Liebe Grüße!

  13. Sabine sagt

    Liebe Johanna,
    der Artikel könnte direkt von mir stammen. Wort für Wort. Mir geht es derzeit mit meinen zwei Kleinkindern in unserem Dauer-Chaos genau gleich. Und ich habe auch das Gefühl, dass alle um mich herum ein perfekt aufgeräumtes, top organisiertes Leben haben…

  14. Silvia sagt

    Liebe Johanna,
    Vielen Dank für diesen authentischen Beitrag! Er liest sich wie ein Bewusstseinsstrom…passend zum Thema. 😉 Ich finde mich in vielem, was Du beschreibst, wieder. Ich habe mir mitunter ernsthaft schon die Frage gestellt, ob Schtilldemenz bleibende Schäden hinterlassen kann. Mir scheint, als könne ich mir nichts merken. Ich vergleiche mich auch oft mit Anderen und denke, dass es überall glatter läuft. Dass Andere ihr Leben besser im Griff haben, mehr schaffen, organisierter sind. Andererseits ist es aber auch verdammt schwer, sich von Grund auf zu ändern. Ich war auch irgendwie schon immer verplant, habe stets alle meine Arbeiten und Examina auf den allerletzten Drücker abgegeben, Geburtstage verdaddelt. Da kommst Du mir mit Deinen mega liebevoll gestalteten Geschenken für eure Erzieherinnen, beispielsweise, viel organisierter vor. Wann macht sie das denn noch, frage ich mich dann. Oder so schöne Artikel verfassen. Meine Kinder gehen wesentlich früher ins Bett als Deine, aber ich bin dann froh, wenn ich mit ’nem Glas Wein auf dem Sofa ende. Für all das, was ich am Tag gerne schaffen würde, hab ich dann keine Energie mehr. Ich bin auch mal gespannt, was Du für Tipps von den anderen Kommentatoren bekommst. Vielleicht kann ich mir ja auch etwas abgucken.
    Ich habe leider keine guten Ratschläge, kann Dir aber versichern, dass Du nicht die einzige Chaosqueen bist. Und ’nen scheiß Schuhschrank haben wir auch immer noch nicht! 😉
    Liebe Grüße, Silvi

  15. Motherofthree sagt

    Ich will nicht gemein sein, aber meistens ist man selbst ja an dem Chaos- Dilemma am meisten schuld. Ich spreche aus Erfahrung, auch bei uns hat das Chaos manchmal die Oberhand. Mittlerweile gelingt es mir aber immer öfter, Chaos durch Zeitmanagement, exakt eingehaltene Rituale mit den Kindern und Herunterschrauben der Ansprüche an moch ind an Ordnung, das Chaos zu besiegen. Man muss nicht ins oberangesagte Yogastudio gehen, Yoga geht auch mal 30 Minuten Zu Hause mit Mady Morrisson oder mal 30 Minuten Fitnessblendrr. Währenddessen können die Kinder mitmachen oder spielen. Das dreimal die Woche muss reichen. Man bewegt sich als Mutter ja eigentlich eh viel. Dann brauchst du unbedingt eine Putzfrau. Ich weiß, eine zu finden, ist nicht leicht, aber man muss es eben mur mal angehen. Dann muss einmal die Woche 4Stunden putzen aber auch eben reichen. Sonst wird nur das Nötigste geputzt und der Rest…Wäsche, Bügeln, Einkaufen…erledigt. Reicht ja auch! Die Kinder sind einfach konsequent um acht ins Bett zu bringen und dann ab 6.30 zu wecken…wir machen es so seit 6 Jahren und es geht mit Konsequenz und fest eingehaltenen Zeiten tatsächlich. So bleibt auch noch ausreichend Partnerzeit. Ihr habt ja jetzt einen Babysitter. Gönnt euch 1,2 mal im Monat einen freien Abend. Du siehst, es kann funktionieren. Sei liebevoll konsequent mit den Kindern und milde mit Fir selbst! Scheiß auf Instagram- Tauglichkeit von Wohnung, Körper, Outfit, wichtig ist die Real- Life- Tauglichkeit Deiner Seele! Hol dir ein Schuhregal vom Flohmarkt, dass Du mit den Kindern aufpolierst und Du wirst es ewig lieben, auch wenn es nicht perfekt ist. Ich weiß, es ist schwer, aber vielleicht stehst Du Dir auch selbst il Wege! Schalt mal das Handy aus;-) das ist jetzt alles sehr viel geworden, aber mir ging es auch mal so und ich dachte, vielleicht bringts Dir was..danke für Deine tollen Inspirationen!

  16. Christin sagt

    Liebe Johanna,
    ich bin wahrscheinlich der strukturierteste Mensch ever – gut organisiert und alles andere als chaotisch. Aber: auch bei mir gibt es To-Do-Listen, die nicht kürzer werden und eine Wohnung, die im in Teilen im Chaos versinkt bis die Putzfrau kommt.
    Fang doch mit dem an, was dir am wichtigsten ist und versuche nicht, alles auf einmal ändern zu wollen. Versuch es mit einem Coach – vielleicht aber auch mit einem persönlichem Assistent (von Babysitter bis Buchhalter ist das ja ein dehnbarer Begriff), der dir für eine bestimmte Zeit deine schwersten Baustellen abnimmt. Das ist großer Luxus, aber Luxus, der sich lohnt und dir Freiraum gibt für Dinge, die du angehen willst.
    Ich drücke dir die Daumen. Das wird!

    Liebe Grüße, Christin

  17. chaos auch hier. immer und immer wieder. und überall. ich habe mich verdammt viel wiedergefunden in deinem text. eine babysitterin haben auch wir mittlerweile und ja, die tut gut. (…und wir haben sogar einen schuhschrank, aber das ist keine lösung, er beherbergt massenweise schuhe, die wir eh nicht anziehen und alle anderen stehen weiterhin davor oder noch besser wild verteilt drumherum….) ach, fühl dich fest gedrückt liebste johanna!

  18. Madeleine sagt

    Liebe Johanna,

    Danke für deinen Beitrag! Und deinen Mut zu so viel Ehrlichkeit.
    Ich finde mich in vielen deiner Punkte wieder, kenne dieses Gefühl dem Leben nur hinterher zu hetzten. Auch ich habe zwei Kinder, bin noch in Elternzeit und manage den Großteil des Haushalts alleine. Großeltern oder Familie, die mal einspringen könnten, sind bei uns Fehlanzeige. Daher steht auch bei mir ein Babysitter ganz weit oben auf der Liste.
    Mir haben konsequente Handyauszeiten und Pausen in den letzten Wochen geholfen das chaos im kopf etwas zu mildern. Und zeitig ins Bett zu gehen. Also für meine Verhältnisse zeitig 🙂
    Einige haben es in den kommentaren schon geschrieben. Sich von Dingen trennen, die Ansprüche etwas runterschrauben und das Leben genießen.
    Und gerade was Ordnung angeht, denke ich? Das es besser wird, wenn die Kinder größer sind. Klar kann man auch mit kleinen kindern ordnetlich sein, da arbeiten wir auch gerade dran allen das aufräumen der eigenen Sachen näher zu bringen.
    Sei nicht so hart zu dir selbst und lass das Handy immer mal wieder liegen und genieße auch mal Zeit nur mit dir und deinem Kopf 😉

    Alles Liebe für dich
    Madeleine

  19. Lena sagt

    Liebe Johanna.

    Zuerst: in mindestens(!!) einer Sache bist du brilliant: du kannst wunderbar schreiben! Und bist ehrlich. Das kann man lesen, fühlen und förmlich miterleben. Bestimmt finden sich einige Mamas in deinem Text wieder – inklusive mir. Man will perfekt sein. In allem. So viele Reize, Einflüsse, Ideen. Und das ist einfach irgendwann zu viel Input, um es mit einem Herz zu schaffen. Wichtig: Struktur und Routine. So albern es ist, aber es hilft allen. Und selbst dann herrscht gerne Chaos – hier bei uns jedenfalls! Und ich stimme einer Leserin zu: vielleicht ist IG auch eine große Belastung? Ich lese immer gerne von dir, aber ich sehe auch, wie ehrlich du bist und wie angreifbar du dich damit machst. Ich würde es mir nie anmaßen zu urteilen, aber es gibt so viele, die ihre eigene Unzufriedenheit damit befriedigen, wenn sie andere kritisieren. Mir tut das immer sehr leid. Weil ich dich und deine Familie so mag! Du leistest Großartiges, hast so vieles gewagt.
    Den Mutigen gehört die Welt.
    Ich versuche selbst zu lernen, das Hier und Jetzt zu leben und genießen..Die To-Do-Liste wird bei uns auch nie kürzer. Und bis der Moment kommt, dass nichts mehr zu erledigen ist,… Ach ja…;)
    Genieße deine niedlichen Kinder, deinen Freund, deine „Jugend“. Und mach das ruhig mehr für euch – nicht für uns.

    Ich grüße dich von Herzen. Lena

  20. Danny sagt

    Hallo liebe Johanna,
    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Gute Tipps zur Organisation haben die anderen schon geliefert. Zwei Dinge fielen mir noch ein.
    Das erste: hast du schon mal überlegt ob du einen burnout hast? Zeit kleine Kinder, Blog, Instagram, der Shop, der Laden, alles Schlag auf Schlag, dazu zu wenig schlaf..,
    Als ich meinen burnout hatte, hab ich mich bei den einfachsten Sachen total verzettelt und brauchte ewig für die kleinsten Aufgaben.. und erst jetzt, wo es mir besser geht, merke ich, wie einfach mir nun manche Dinge fallen, für die ich letztes Jahr eine Woche gebraucht hab..,
    Das andere: Bist du vielleicht hochsensibel oder eine Scanner Persönlichkeit?
    Google das mal, es gibt Tests im Netz.
    Ich habe das und erst nachdem ich DAS verstanden habe, und wusste, dass ich anders bin als andere, habe ich den hohen Anspruch abgelegt, so zu funktionieren wie andere.
    Zusätzlich ist das eine Erklärung für Chaos und fehlende Struktur.
    Es gibt Coaches dafür und tolle Bücher, die helfen Eselsbrücken für den Alltag zu bauen.
    Und die hochsensibilität sorgt auch oft für einen burnout, wenn man das nicht weiß und nicht danach lebt.
    Alles liebe
    Danny

  21. Liebe Johanna,
    Du scheinst jemand zu sein, der einfach sehr viele Interessen hat, viele Impulse sofort aufnimmt und irgendwie verarbeitet. Nenn es Scannerpersönlichkeit, nenn es Vielbegabung, ich kenne das – ich bin genauso und oft macht es mich genauso irre. Vielleicht ist die Lösung sich ein Stück weit damit anzufreunden? Zu akzeptieren, dass man nie wirklich jemand mit innerer und äußerer Ordnung sein wird, jedenfalls nicht in dem Ausmaß in dem man es gerne hätte? Was mir hilft ist das Handy wirklich für mehrere Stunden am Stück mal wegzulegen. Denn wenn man ehrlich ist, liegt es oft an dem Ding, dass man sich so verzettelt. Und ich versuche mehr nach dem Motto „Done is better than perfect“ zu leben. Dann kauft man halt erstmal irgendein Schuhregal (hier leben zwei so Ikea-Dinger) und wenn einem dann das absolute Traum-Schuhregal begegnet, kann man sich das ja immer noch zulegen. Ich hätte auch immer lieber alles in schön, aber mit kleinen Kindern, die trotz gegenteiliger Ansage noch alles anmalen oder mit Spielzeug-Sägen bearbeiten ist das eigentlich eher unvernünftig. Verstehst du, wie ich das meine?

  22. Edith sagt

    Ich hab grade deinen Blogpost gelesen 👍 und kann nur schreiben was MIR hilft bzw geholfen hat weil jeder Mensch verschieden ist: 1.!!! Sich nicht mit anderen vergleichen. Nach aussen hin sieht es oft bei anderen so perfekt szs- aber man sieht immer nur einen winzig kleinen Teil des Lebens von anderen. Andere haben auch schuhberge und grauen Alltag und wenig schlaf. 2. Weniger gleichzeitig machen, mehr nacheinander: Küche aufräumen. Danach das bad. Dann den kindern vorlesen oder mit ihnen malen. Ihnen ungeteilte aufmerksamkeit geben. Dann whatsapp-nachrichten lesen und ggf beantworten. 3. Handy ganz bewusst am Tag mal ne Stunde ausschalten, erst dann hab ich gemerkt wieviel Zeit und Kraft das kostet und wie abgelenkt man dadurch ist. 4. Prioritäten setzen: ich bin müde, ich hab keine Lust mehr lange zu kochen. Scheiss auf Bio und ernährungsideale, Hauptsache mir geht’s gut und den Kids geht’s gut, dann gibt’s halt mal ne Tütensuppe die ihnen schmeckt. 😊 LG edith

  23. Leen sagt

    Hey ☺ Ich könnte nir vorstellen, dass die Achtsamkeit gut tun würde. Und auch eine Handy-Auszeit. Durch das Handyverhalten verkürzt sich unsere Konzentration. Wir können kaum noch bei einer Sache bleiben und sich vollkommen darauf fokussieren. Schon schwirren die nächsten Gedanken herum. Viel Schlimmer noch, nach fast jeder Tätigkeit zücken wir unser Handy als Belohnung und schauen: was gibts neues? Oder auch: gibt es neue Likes oder einen neuen netten Kommentar. Wir werden abhängig von den Lob der Anderen. Es wird zur Sucht. Ich habe für mich gemerkt: das ist alles WAHNSINN! Wir leben mehr und mehr in einer virtuellen Welt und vergessen das schöne und bunte Leben um uns herum. Ich hatte noch vor ein paar Wochen akute gesundheitliche Probleme. Und lag im Krankenhaus. Da hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich wollte einfach nur gesund sein und bei meinen Liebsten sein. Instagram kam mir plötzlich so sinnlos und zeitverschwendet vor. Mir wurd klar: es drehte sich die letzten Wochen/Monate nur um Instagram. Ich war nie richtig da. Nie richtig präsent. Mir geisterten dauernd neue Ideen für meinen Blog im Kopf herum oder welche Stories ich mir noch anschauen möchte. Die Realität wurde immer uninteressanter. Ich wurde immer mehr zu einer leeren Hülle. Im Krankenhaus wurde mir dann wirklich bewusst was wichtig ist: Gesundheit, die Liebsten und das Leben an sich! Im Krankenhaus hatte ich kaum Empfang und kein Internet. Das Leben war soviel einfacher! Kaum Informationen, kaum Reize. Ich und mein Leben. Nur das war wichtig. Auch wurde mir klar wie unwichtig materielle Dinge sind. Nicht wir besitzen sie, sondern sie besitzen uns. Werden zur Last. Und versperren die Sicht was das Wichtige und Essenzielle. Stell dir vor, du wirst plötzlich krank. Dann hättest du dir gewünscht, du hättest bewusster und achtsamer gelebt. Mehr Zeit und präsentet mit deinen Kinder gelebt zu haben, weniger Zeit mit Instagram verbracht zu haben, mehr erlebt und mehr dankbarer zu sein für deine Gesundheit und die Liebe um.dich herum. In schlimmen Phasen in unseren Leben wird uns plötzlich glasklar was wirklich wirklich wichtig ist.
    Uch könnte dir Robert Betz empfehlen. Der hilft beim aufräumen. Jedoch nicht im primär im Außer, aber im Inneren. Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir Klarheit und vorallem die Kraft, das Handy aus der Hand zu legen und auch die Erkenntnis, das dies der erste Schritt ist zu mehr Realität und bewusstem Leben. Liebe Grüße

  24. Leen sagt

    Im übrigen habe ich mich vob Instagram auf dem Handy verabschiedet. Wenn ich mal bei Instagram vorbeischaue, dann nur über dem PC und zu festgelegten Zeiten.

  25. Katja sagt

    Huhu,

    Liebste Grüsse von Chaosqueen zu Chaosqueen. Mir gehts ganz genau so wie dir. Ich hab so viel vor, 1000 Ideen, die aber immer grad an Kleinigkeiten scheitern, weil das erst im Haus umgebaut wird, erst dann das Wohnzimmer endlich umgeräumt wirs und ich erst dann den endlich ersehnten festen Platz habe, wo was hingehört, um dann Ordnung zu haben. Is nen Beispiel und wahrscheinlich totaler Quark.
    Mich haben sie auf ADHS getestet, es fehlen aber zu viele Infos aus der Kindheit, aber ausschliessen kann man das schon gar nicht. Je mehr ich mit damit beschäftige, um so mehr glaube ich, dass das bei mir der Fall is. Da Chaos hoch zehn. Immer. Mit Kids wird das ja nich besser. Ne Putzfrau hab ich indessen auch und für eineinhalb Tage isses einigermassen, aber wenigstens räumt man vorher schon ma auf.
    Mein Mann meint immer, mache alles bewusst (irgendwas versorgen), aber dann finde ich es erst recht nich mehr. Hach ja, die ewigen Baustellen nerven, was ich alles noch machen und gestalten will, wenn ich mal mehr Zeit habe.. Aber irgendwie muss man sich ja auch so nehmen, wie man ist und wenigstens wirft einem Ungeplantes auch nicht so aus der Bahn, wie es bei fest durchgeplanten Kopfmenschen ist. Die kommen mit Kids und dem Mehrchaos auch an ihre Grenzen.
    Und wenigsten lebt man! Ich versuche immer nur kleine Sachen mir vorzunehmen oder gar nix neben dem Alltäglichen und meistens stemmt man ja doch so viel, wo andere mich anschauen und fragen, wie machst du das alles nur?! Bisschen weniger im Telefon rumhängen, drüber stehen, was andere so meinen und wie es grad aussieht und versuch ma grosse Metallkörbe im Flur für die Schuhe, zumindest für die Kidsschuhe, Turnschuhe und Tücher, Mützen etc. Sieht gut aus und man sieht, was im Korb is, wenn man wieder was sucht.

  26. Gina sagt

    Liebe Johanna, ich glaube, wir sind uns recht ähnlich. Auch ich bin eine Chaos Queen, aauch ich verzettele mich gerne, umgebe mich mit (zu vielen) schönen Dingen, die mich irgendwann nerven, auch wir haben kein Schlüsselregal und kein Schuhregal und mich nerven unsere rum fliegenden Schuhe überall soooo sehr, auch ich habe viele Baustellen in unserem vor drei Jahren gebauten Haus und viele viele im Garten (der in meinen Augen ein Desaster ist) und ich habe weder Gärtner noch babysitter noch Putzfrau…nur einen mann, der handwerklich echt was kann aber zu viel arbeitet. Zudem arbeite ich selber, nicht gerade unanspruchsvoll und mit 75 Prozent als Richterin und nehme mein inneres Chaos auch noch mit auf die Arbeit… (und hasse es!). Ich war leider auch irgendwie schon immer so eine und früher auch noch stolz darauf, dass ich mit meinem Chaos Gen trotzdem Abitur gemacht habe, Jura studiert und beendet habe (beides mit ständig verschwundenen Aufzeichnungen aus Vorlesungen und Büchern aus der Bib, die ich dann ersetzen musste und zehn Jahre später wieder gefunden habe) und es geschafft habe, Richterin zu werden (und ich glaube, ich mache das sogar gut). Aber jetzt bin ich auch Mutter und habe nicht mehr nur Verantwortung für mich, sondern für meine Familie, mein Haus, meinen Garten und es geht so nicht mehr. Ich werde nie so sein wie mein top organisierten Nachbarinnen, die alles immer im griff haben, Haus, Kinder, Wäscheberge, Job, Garten, …aber bisschen was habe ich mir abgeguckt…
    1. Nicht mehr so viel shoppen. Und regelmäßig ausmisten. Ich habe mich gerade über momox von hunderten Büchern befreit! Und Klamottenberge aussortiert
    2. Zumindest das Erdgeschoss in unserem Haus halte ich immer ordentlich. Fürs Wohlbefinden und zum spontan Gäste empfangen. Wenn man es jeden Tag macht fällt nicht so viel an. Mein Sohn muss mithelfen.
    3. Geld für babysitter spare ich lieber. Wir haben eine tolle Nachbarschaft und helfen uns gegenseitig aus, so dass jeder mal Freiräume bekommt. Ich bitte oft um Hilfe bei ihnen, nehme aber auch deren Kinder gerne hier auf.
    4. Mit den kindern Routinen einführen! So chaotisch ich auch bin, aber ein Schlafrhythmus ist mir heilig. Bei Kindern und mir. ohne könnte ich nicht!
    5. Einmal die Woche Yoga! Fester Termin im Kalender. Dasist Gold wert. Da gehe ich hin, komme was da wolle!
    6. Ich bügel nix mehr. Gar nix. Hemden meines Mannes kommen in die Reinigung. Ansonsten ist knitterlook angesagt. Befreit.

    Was ich auch nicht gut kann ist abschalten und mich auf eine Sache zur Zeit konzentrieren, das Handy auch mal weglegen, Papierkram erledigen (das ist das schlimmste für mich!). Aber dafür können Leute wie wir improvisieren. Man muss auch mal das gute erkennen. Die Nachbarskinder lieben es bei uns weil es hier lockerer zugeht. Ein bisschen mehr villa kunterbunt und Bullerbü 🙂
    Sei nicht so streng mit dir. Du machst auch vieles soooo toll!

  27. liebe johanna, ich erinnere mich noch genau, wie ich dich zum ersten mal traf. wir waren beide blogger-neulinge (2013?), saßen im BLOGST-pro-workshop und du hattest einen ganzen stapel notitzbücher vor dir liegen. einen stapel! damals dachte ich: wow, die ist ja strukturiert… hat für jedes thema ein heftchen. 🙂 reingefallen! ich wünsche dir sehr, dass du mit ein bisschen draufsicht über dich lachen kannst und die perfektionsfalle sein lassen kannst. ich versuche mich täglich daran. herzlich aus ottensen, anja

  28. Ronja sagt

    Hey du Liebe
    Gleich eins vorne weg,du bist nicht allein.Vielleicht ist sogar so ein „Mutter-Ding“.Ich kenne es von mir selbst und wenn ich mit anderen Müttern spreche, höre ich oft das gleiche Leid.
    Bei mir ist im letzten Herbst das Fass quasi übergelaufen.Ich hab eine Tochter,die voll in der Pubertät steckt,einen Sohn der Energie für 5 hat,einen Job und den Haushalt.Ich arbeite zwar nur halbe Tage,aber letzten Herbst war es so, daß ich nur noch von A nach B gehetzt bin.Von der Arbeit zum Kindergarten zum Haushalt.Ich hatte plötzlich das Gefühl nix mehr richtig auf die Reihe zu kriegen.Keinem mehr gerecht zu werden.Weder dem Job,noch den Kindern,noch dem Haushalt.Ich habe dann mit meiner Chefin gesprochen, daß ich etwas weniger arbeiten möchte.Ich brauchte Zeit zum durchatmen.Auch mal Zeit für mich.Die haben mein Mann und ich quasi nie.Zeit für uns.Abet mit etwas weniger Arbeit war es wenigstens ein kleiner Lichtblick.Aber dennoch stehe ich oft vor dem Chaos,gerate in Panik und weiß nicht wo ich anfangen soll.Ich glaube, daß liegt oft am zu hohen Anspruch.Aber auch daran das Müttern heute viel abverlangt wird.
    Eigentlich kann man nur versuchen gelassener zu werden und für sich selbst Prios zu setzen.
    Jedenfalls bist du nicht allein.

  29. ankemaria sagt

    also so sehr, obwohl ich dich gar nicht kenne. danke, dass du soviel mit uns Dir Unbekannten teilst!
    liebe grüße aus Berlin

  30. Ich habe auch Chaos im Kopf!
    Aber das liegt daran, dass ich gerade mein 4. Buch über Ordnung schreibe und ich alle Gedanken dazu sortieren muss. Dein Beitrag hat mir gerade einen tollen Input gegeben! Wenn mein Buch im nächsten Jahr auf den Markt kommt, lasse ich Dir ein Exemplar zukommen, ja!?
    Viele Grüße aus dem Münsterland
    Denise

    • Johanna sagt

      Liebe Denise, nein, das ist ja der Wahnsinn, wirklich? Das freut mich aber sehr, ich lese deinen Blog nämlich sehr gerne und versuche, mir Tipps abzugucken. Ich würd mich über ein Exemplar des Buches sehr freuen, viel Erfolg weiterhin beim Gedanken ordnen und schreiben!

      Liebe Grüße,
      Johanna

  31. Same here. Seit 11 Jahren. Seit die Kinder auf der Welt sind. Ach, nein, eigentlich auch schon vorher. Immer zuviel im Kopf und auf der never-ending Liste. Selbstständigkeit, Haus, Garten, Kinder, eines davon so energiezehrend wie zehn und nun auch noch einen Hund. Mein Traum? Den letzten Punkt von der Liste streichen und ein Glas Wein trinken und sich zufrieden zurücklehnen über das vollbrachte Tagwerk. Ich fürchte, ich muss den Wein trinken ohne den Punkt vorher abzuhaken. Und lernen auch damit zufrieden zu sein. Cheers!

  32. Maike sagt

    Liebe Johanna,
    so viele Kommentare mit sehr sinnvollen Tipps, denen ich mich gern anschließen möcht; ich denke, dass du dir tatsächlich ganz viel Druck machst indem du für instagram und Blog dein (schickes) Zuhause und dein Leben „darstellen“ willst. Nimm doch Druck raus und gönn dir hier etwas weniger Perfektionismus. Vor allem wäre dann auch dein Streben zur mehr Minimalismus deutlich einfacher umsetzbar (und zudem auch tatsächlich glaubwürdiger).
    Wünsch dir von Herzen viel Erfolg beim Angehen deiner Prioritäten!

    • Johanna sagt

      Liebe Maike, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich muss leider zugeben, dass ich dieses Streben nach Perfektion in allen Bereichen schon immer hatte. Auch lange vor Instagram und dem Blog. Ich fühle mich einfach besser, wenn es um mich herum schön ist, aber ich scheitere einfach so oft, weil ich es eben nicht perfekt schaffe. Aber natürlich ist der Druck durch den Vergleich seit Insta höher, das stimmt auf jeden Fall. Und mir geht es tatsächlich gar nicht darum, möglichst viel perfektes öffentlich zu zeigen. Was ist bei mir schon perfekt?
      Und diese Geschichte mit dem Minimalismus und der Glaubwürdigkeit – ich hab ja nie gesagt, dass ich zum Minimalisten werden möchte. Ich habe das als Frage (für mich) in den Raum gestellt, als Ansatz, um das ganze Chaos zu besiegen. Aber ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich auch gerne kaufe. Das wird sich auch nicht ändern – und ich finde, das macht mich nicht unglaubwürdig, nur weil ich mich vielleicht nach einer Sache sehne, sie aber nicht umsetze. Oder findest du doch? Ich finde, gerade auch diese Zerrissenheit ist äußerst glaubwürdig. Liebe Grüße und Danke nochmal!

      • Maike sagt

        Das stimmt; die Zerissenheit macht es glaubwürdig. Vielleicht ist der Begriff der Glaubwürdigkeit auch fehl am Platze?! Wollte nur verdeutlichen, dass Minimalismus sicherlich etwas Druck heraus nehmen könnte. Aber wie auch immer, mir geht es oftmals genau wie dir (und vielen anderen Leser/innen ja offenbar auch). Die Tipps bezüglich digitaler, bewusster Auszeiten find ich persönlich jedenfalls super. Nimmt bestenfalls auch etwas vom Druck, sich ständig zu vergleichen.
        Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

  33. Sophie sagt

    Ich habe mir nicht alle Kommentare hier durchgelesen, deshalb entschuldige Wiederholungen. Aber ich glaube der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit ist mehr Gelassenheit. Das klingt erstmal nicht allzu neu. Aber die Gelassenheit sollte sich auf alle Bereiche erstrecken. Damit meine ich auch und vor allem Interior und Kleidung und und. Du legst ja schon sehr viel Wert auf Designerteile, wie du ja auch selber beim Schuhschrank sagst. Aber stehen momentan nicht die Kinder, die Familie, das eigene Glück im Vordergrund? Keinen Gast wird es stören, dass dein Schuhschrank etwas weniger hip ist. Ich weiß, dass es auch dein eigener Anspruch an die Dinge ist, unabhängig vom Besuch. Wenn du dir aber „einfach“ mal sagen würdest „Egal, wie der Schrank aussieht, Hauptsache die Schuhe sind hier weg“ wirst du dir einiges erleichtern. Sofern man das auf mehrere Lebensbereiche oder Entscheidungen überträgt. Und mit etwas mehr Ruhe schafft man es dann vllt auch viel besser, super Kompromisse zu finden. „Der Schrank ist jetzt nicht perfekt, passt aber stilistisch trotzdem super in die Wohnung.“ Denk eher pragmatisch und praktisch. Auch wenn das als „Instagramer“ wahrscjejblich schwierig ist, weil der Schrank ja Tage später auch online präsentiert werden muss. Aber das werden dir alle Follower verzeihen, wenn du mal nicht den sehr teuren Überwerfer von hay nimmst sondern der Einfachheit halber eine nur halb so schöne Decke für 1/10 des Geldes. Und so hätte man das Bestellproblem schon nicht gehabt.. Ich könnte ewig so weiterschreiben, ich hoffe man versteht ein wenig, was ich meine. Zieh das Glück und die Zufriedenheit dem ganzen hippen und ach so schönen Zeug vor!

  34. Sophie sagt

    Und jetzt, wo ich ein paar Kommentare gelesen habe: ich glaube, dein Schlüssel zu mehr Organisationstalent und Zufriedenheit ist fast nur ein Instagram-Verzicht. Oder eine Einschränkung. Bei den Problemen die du schilderst, ist es nicht der richtige Weg, all diese nochmal in den stories zu wiederholen und breit zu treten. Klar, drüber reden hilft. Aber möchte man das wirklich mit 30.000 Menschen machen? Öffne dich etwas weniger. Auf Dauer. Nicht nur für ein Wochenende. Dies ist keine Kritik sondern ein gut gemeinter Tipp. Die Kinder bekommen ja das Chaos schon indirekt mit (was rein gar nichts macht!!). Sie sollten nicht noch mitbekommen wie Mama häufig ins Handy meckert. Nimm dir Zeit für dich!

  35. Natalie sagt

    Der Post, das bin ich.
    Nur, dass ich keine Kinder habe und in einem 35qm Apartment lebe. Das 90% der Zeit nicht besuchstauglich aussieht. Weil ich es nicht mal hinbekomme, 35qm aufgeräumt, sauber und ordentlich zu halten.

    Ich schreibe hier mal runter, was mir selbst sehr hilft bzw. was ich mir noch fest vornehme umzusetzen weil ich glaube, dass es mir helfen wird. 😉

    – mein Schlüssel, der war immer weg. Ich deswegen ständig zu spät. Auch auf 35qm – wenn im Chaos- sucht man manchmal sehr sehr lange danach. Ich habe ein schickes kupferfarbenes Schälchen auf der Kommode neben der Eingangstüre. Da ist er jetzt 90% der Zeit. 90%ige Verbesserung.

    – das viele Reisen und das Packen (ich arbeite in Hamburg und lebe in München und bin auch ansonsten immer unterwegs): Ich habe meine Kosmetik jetzt immer komplett reisefertig. Bei Muji winzig kleine Behälter gekauft und mit einem Dymogerät schick beschriftet. Und ein Etui mit allen Sachen immer ready, die ich sonst immer vergesse: Rasierer, Zahnspangenreiniger, Wattesstäbchen und Co. Lässt sich bestimmt übertragen auf andere Bereiche des Lebens: Vielleicht Wickeltasche oder Sachen, die man mit Kindern immer braucht. Die in einen „to go Beutel“, der immer ausgestattet bleibt. So dass es einem nicht mehr passiert, dass man gerade kein Taschentuch hat oder eine Kopfschmerztablette.

    Sport: harte Nummer, langsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich habe mir nun auch in Hamburg ein Fahrrad gekauft. Und fahre jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit. 2x 9,6km, von Winterhude in die City. Bewegung da einbauen, wo es nicht weh tut. Und ich nehme immer die Treppe, dich sehe ich auch oft im Aufzug. 😉 Und Sophia Thiel. 3x 20 Minuten die Woche zu Hause klappt sehr sehr gut. An Kayla Itsines bin ich gnadenlos gescheitert. 5x Sport schaffe ich nicht, kann ich drehen und wenden wie ich will. Ob ich damit die Cellulite loswerde und die Ergebnisse erziele die ich haben möchte? Wahrscheinlich nicht: Aber ich fühle mich besser.

    – Schuhe: die sind verstaut bei mir, ich hatte das gleiche aber mit dem Chaos im Bad und der Kommode neben der Eingangstüre, auf der jetzt mein kupferfarbenes Schlüsselschälchen steht. Und ich habe den selben Anspruch an schöne Dinge wie du. Ich kaufe nichts, was mir nur halb gefällt. Mein Geschmack ist aber zu teuer für mein Budget. Also gilt es Lösungen zu finden. 1 Projekt pro Monat: Schuhschrank finden im August. Nimm dir die Zeit und durchforste das Internet (onlinehops und Pinterest), geh in Läden. Den ganzen August lang für den Schuhschrank – der hat absolute Prio. Am Ende muss ne Lösung her und wenn du am 31. August die Nacht damit verbringst, sie aufzutreiben. September: Steuererklärung. Für 2014-2016. Also bei mir.

    Wäsche und Haushalt: Ich habe mir eine Bügelhilfe gesucht, die direkt bei mir um die Ecke wohnt – hat mich viel Überwindung gekostet, war mein Juli Projekt. Der bringe ich meine Sachen vorbei. Jetzt riechen meine Sachen aber dann nach ihrer Wohnung, kann ich gar nicht haben. Sie macht das eigentlich toll, blödes Dilemma. Ich werde mich überwinden und sie fragen, ob sie zu mir kommen kann und dann hoffe ich, dass sie auch gleich noch meine Wohnung mit reinigt. Dann muss ich wenigstens aufräumen, bevor sie kommt. Niemand braucht für 35qm eine Putzfrau. Ich schon.

    10 Minutes for cleaning: Bevor ich ins Bett gehe räume ich 10 Minuten auf. Meistens versuche ich es schon zu machen, bevor ich mich auf die Couch setze, damit ich nicht dann später zu müde bin. Und: Abschminken direkt wenn ich nach Hause komme. Auch zu anstrengend, wenn man schon müde ist. 😉 In 10 Minuten hat man nicht das ganze Chaos beseitigt, aber bei mir reicht es zumindest, dass ich im Falle des Falles, dass ein Nachbar oder der Paketbote klingelt, die Türe aufmachen kann, ohne im Boden zu versinken. Wenn ich das 5x die Woche schaffe, bin ich zufrieden mit mir. 5x sind nicht 7x, aber 5x besser als vorher.

    30 Minutes for „get shit done“: Ich nehme mir 30 Minuten in der Woche, um Sachen zu machen, die ich absolut hasse: Rechnungen bezahlen, der GEZ einen Brief schicken, dass in Hamburg mein Mitbewohner schon angemeldet ist, Briefe in Ordner ablegen. 30 Minuten reichen da auch nicht, aber genau, 30 Minuten sind besser als nichts. Und du kannst es dir schon denken: Ich mache das meistens Sonntag Abend um 23:30 Uhr.;)

    am Allerwichtigsten: Mich gut fühlen und mich feiern, wenn Kleinigkeiten geklappt haben.

  36. Tanja sagt

    Kommt mir leider bekannt vor. Es geht mir ähnlich und ich kann mich so schlecht für eine Erleichterung entscheiden, weil ich mir etwas bestimmtes vorstelle und keine Kompromisse eingehen möchte… Aber was es WIRKLICH schwierig macht, das ist die Ablenkung durch das Handy. Es frisst täglich insgesamt zu viel Zeit, in der man vieles hätte erledigen können…

    Von außen betrachtet wirkst du tatsächlich entspannt und so gar nicht chaotisch…

    Viele Grüße
    Tanja

  37. Tinchen sagt

    Liebe Johanna, du sprichst mir aus der Seele.. Dabei habe ich bisher „nur“ ein Kind und Nr.2 ist erst unterwegs. Was mir seit einigen Wochen hilft, um nicht jedes Mal wieder zusammenzubrechen ist die Kombination aus Dingen, von denen ich teilweise dachte, dass sie zu mir eigtl nicht passen und ich sie wahrscheinlich auch niemals befolgen könnte. Und zwar: Fokus, Pragmatismus und Minimalismus. Und zwar genau in dieser Reihenfolge und in der Dosierung, die ich für mich angemessen halte. Ich habe mich regelrecht daran festgebissen, hab immer wieder daran gedacht, dass ich mich endlich auf das Wesentliche, in meinem Fall meine Abschlussarbeit, fokussieren muss, statt dauernd Instagram zu checken. Dass ich, auch wenn ich überhaupt nicht so ein Typ bin, mich in Pragmatismus üben MUSS, um nicht in der Flut an Möglichkeiten unterzugehen. Und letztlich, dass ich Raum zum atmen brauche, wieder sehen möchte, was wir eigtl für tolle Dinge besitzen und deswegen einen gesunden Hang zum Minimalismus entwickeln sollte. Diese drei Prioritäten haben einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass es mir und meiner Familie besser geht. Du schaffst etwas, sparst plötzlich Zeit und hast wieder Zeit für viel wichtigere Dinge als aufzuräumen. Immer mal wieder verfalle ich natürlich in alte Muster, aber man findet schnell wieder zurück in die neuen Strukturen, die es einem so viel einfacher machen. Vielleicht kann ich dir damit ja einen kleinen Schubs geben und diese Richtung funktioniert so ähnlich auch für dich. Ganz liebe Grüße!

  38. So. Eines muss ich loswerden: es macht definitiv glücklicher zu sehen, was man (geschafft) hat und wen man hat, statt auf das Chaos zu schauen. Ein aufgeräumtes Leben bringt nichts ohne die Menschen und Dinge die Chaos verbreiten! Plakatives Beispiel Schuhschrank: da hab ich lieber die Schuhe, die chaotisch rumstehen und ich mich an ihnen sichtlich erfreuen kann, als einen Schuhschrank, in dem die Schuhe ordentlich verstaut sind und ich sie nicht sehe 🙂

  39. Liebe Johanna,
    auch wenn meine Worte jetzt die Moralkeule oder die falschen Worte sind: Dein Problem ist das von soooo vielen!!! Und es zeigt wie gut es uns geht. Denn es gibt so viele Sorgen um die Ordnung um Konsum oder Zeitmangel. Seit ich Alleinerziehende bin hab ich das kapiert. Wie froh ich bin das ich mir (noch) keine Sorgen um Essenssuche machen muss. Ich wünsch Dir, das Du da wirklich zu einer baldigen Lösung für ein paar Deiner Punkte kommst. Damit Du innere Ruhe findest.
    Vielleicht ist weniger eben doch meist mehr😉
    Ganz herzliche Grüße von Felicitas

  40. liebe Johanna,

    Danke für diesen ehrlichen Blogpost.
    Ich habe mich in den meisten Punkten (leider) wieder gefunden. Du hast ja schon ausreichend Tipps bekommen, ich möchte noch einen Gedankenanstoss geben. Vielleicht magst du mal was zu ADS oder ADHS lesen.
    Vor einigen Jahren hatte ich da ein AHA-Erlebnis. Mithilfe eines Therapeuten und ein paar Büchern konnte ich da wirksame Strategien und viel Verständnis für mich selbst finden.

    Zehn Jahre und zwei Kinder später fange ich aber wieder von vorne an.

  41. Anne sagt

    Der Grund meines Chaos ist auch mein Handy. Ich bring viel nicht zu Ende, weil ich alles „checken “ will, das dann wieder aufhält.
    Lieber weniger vornehmen, das dann schaffen und dann geht am nächsten Tag eine Aufgabe mehr. Kinder einbeziehen, Spülmaschine ausräumen, Schuhe sortieren, Strümpfe zusammen legen.
    Für die Schuhe haben wir ein Ivar. Kannst du Rosa streichen 😚 Habt ihr die nicht Grad im Kinderzimmer ausgeräumt? Viele Böden rein, dann kannst du von Gummistiefeln bis Pumps alles sortieren. Mich nerven tatsächlich Schuhhaufen, sowohl bei uns als auch woanders. Liebe Grüße, Anne

  42. Anne sagt

    … und ich versuche das Haus so zu verlassen, dass ich notfalls spontan jemanden mitbringen kann. D.h. der Tisch ist abgeräumt, die Küche einigermaßen ordentlich und die Gästetoilette ist vorzeigbar. Das ist anfangs anstrengend, doch irgendwann geht es in Fleisch und Blut über, alles wegzuräumen. Ich fühle mich da auch für/ im Namen meiner Kinder verantwortlich. Wir wollen uns alle wohl fühlen, wir wollen ihnen Ordnung lehren und müssen „nur“ an uns arbeiten. Falls es dich tröstet, mein Arbeitszimmer ist noch chaotisch 🤣

  43. Nathalie sagt

    Liebste Johanna!
    Danke für deinen wunderbaren Blogpost!
    Es ist wie ich schon einmal geschrieben habe – wir kennen uns nicht aber wir sind uns wohl sehr ähnlich und ich fühle mich dir sehr verbunden!
    Mir geht es genau so! Ich frage mich seit der Große geboren wurde und ich mit dem Blog angefangen habe, wie um Himmels Willen das andere mit 3 Kindern und Haus und Garten hinbekommen? Und ich habe es nicht mal geschafft mit einem Kind am Blog weiter zu kommen. Hier wurde das Thema Hochsensibilität angesprochen und ich denke ich bin da auch ein Kandidat. Und gerade seit die Kinder da sind und ja ständig Chaos verbreiten, brauche ich diesen krassen Gegenpol in der Wohnung….alles clean, alles weiß oder hölzern und alles easy zu reinigen. Was mir uuuunglaublich viel geholfen hat, war radikal auszumisten. Ich beschäftige mich auch gerade mit dem Thema Minimalismus. Und ich arbeite gerade für einen Kinderladen und mache das Marketing auf Instagram und mein sehnlichster Wunsch ist ja irgendwann selbst einen Onlineshop oder ähnliches zu haben. Und klar kam da auch bei mir die Frage auf – verträgt sich das überhaupt? Minimalismus und Konsum….ich finde man orientiert sich immer zu sehr an den Extremen. Natürlich kann man versuchen minimalistisch zu leben und trotzdem Dinge zu kaufen. Und ganz ehrlich, wenn man sich mit Minimalismus beschäftigt und dann mal wie ich erst vor 3 Wochen kistenweise aussortiertes Zeug aus der Wohnung schleppt ohne dass man vorrangig was davon merkt in der Wohnung…dann wird man ganz automatisch sein Konsumverhalten ändern. Alles ist ein Prozess! Ich bin auch schon bei der 2. Runde Aussortieren und es wird noch eine 3. geben, da bin ich mir sicher. Ich habe eine Freundin, die mir ständig sagt ich soll doch eine Putzhilfe organisieren…auch wenn sie nur 1x in 2 Wochen kommt. Es gibt eben doch so Aufgaben, die immer liegen bleiben, wie zum Beispiel Schränke auswischen etc. Und es gibt ja auch Putzhilfen, die nur zum Wäsche machen kommen. Wenn das dein größtes Problem im Haushalt ist, lass dir dabei helfen! Ich habe da immernoch Scheu, weil ich mir denke ich bin doch 4 Tage die Woche vormittags allein, was brauch ich da ne Putzfrau. Aber ganz ehrlich, was schafft man von 9-14:00 ich arbeite ja auch von zu Hause. Das Problem mit dem Chaos daheim habe ich nicht. Es ist immer ordentlich aber dafür bleibe ich und meine berufliche Veränderung momentan auf der Strecke!! Bzw. Jetzt wo ich ja für den Laden liefern muss, komm ich dann auch mit dem Haushalt ins Straucheln.
    Das ist das Problem – wenn du zu etwas JA sagst dann sagst du auch immer zu etwas anderem NEIN! Wenn du online unterwegs bist sagst du Nein zu Kindern und Haushalt, wenn du dich um die Kinder intensiv bemühst bleibt alles andere auf der Strecke.
    Ich glaube du musst echt vom Groben zum Feinen arbeiten. Erstmal grobe Struktur in dein Leben bringen…und ich habe es mir schon oft gedacht, mich aber nicht getraut was zu sagen, weil du ja auch meintest du hast schon alles versucht – aber du musst – auch für später – versuchen es hinzubekommen, dass deine Kinder früher ins Bett gehen!! Ich sags dir ich hab mich so viel mit Kinderschlaf beschäftigt und meine Kinder studiert, ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen, dass deine Kinder nach der Kita nicht um 8 eigentlich totmüde sind. ich war da immer liberal mit bei uns schlafen und wir legen uns auch immernoch mit dazu bis sie schlafen aber das Zimmer ist einigermaßen dunkel es wird noch erzählt was wir am Tag so alles gemacht haben und dann ist Ruhe. Und wenn er 10x nochmal anfängt dann wird er immer wieder ermahnt, dass jetzt wirklich Ruhe ist! Das hört sich total streng an, aber sie brauchen das einfach! Ich meine nicht, dass du es auch so machen musst aber im Endeffekt ist das ein Riesenbrocken bei dir…der vieles erleichtern würde!! Denn wenn die Kinder dann morgens wieder nicht in die Kita gehen, hast du ja auch wieder Ausfallzeiten. Und es ist einfach Gold wert wenn man diese paar Abendstunden hat und sich entscheiden kann zwischen…arbeite ich noch was, verbringe ich Zeit mit meinemPartner oder gehe ich einfach mal früh ins Bett.
    Ich kann gut nachvollziehen, dass der Rat mal weniger online zu verbringen nicht soooo doll gut ankommt, wenn du ja eigentlich im Moment gerade online vorankommen willst. Mir geht es ganz genau so!! Und es sagt sich eben immer so leicht denn die meisten sind ja einfach Follower und nicht die, die sich darüber auch was aufbauen wollen oder es schon getan haben und einfach auch darauf angewiesen sind. ( Stuchwort Marketing) Das Handy ist jedenfalls auch mein größter Zeitfresser!! Und ich glaube die Kinder hassen es!! Ich versuche da auch irgendwie eine Lösung zu finden..ich hoffe auch, dass das besser wird wenn die Kinder wieder vormittags weg sind. Ich habe gerade vor dem Urlaub gemerkt, wie viel mehr ich schaffe wenn das Handy liegen bleibt! Aber ich sehe auch, dass die Followerzahlen einfach schwinden wenn man länger nichts macht und der Druck auf Insta wird einfach immer größer. Die Frage ist da auch, will/muss man da mitmachen und wenn ja wie weit geht man mit! Du hast eine echt große Stammgefolgschaft! Das baut ein neuer Account, wenn er nicht professionell und zeitintensiv geführt wird schwer auf glaube ich! Insta ist so krass gewachsen! Das heißt ich denke du kannst dich da echt zurücklehnen und es gelassen sehen!! Und tatsächlich mal 1 festen Tag oder am Wochenende Pause machen.
    Und was ich auch gemerkt habe (am Beispiel Sarah) wie abartig wichtig es ist, dass der Partner das unterstützt. Zumindest wenn man es etwas professioneller machen will.
    So jetzt ist das ganze aber ganz schön lang geworden! Ohweh ich hoffe ich konnte dir etwas mitgeben und habe mich nicht um Kopf und Kragen geschrieben!
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du das Chaos geregelt bekommst. Alles Schritt für Schritt…das habe ich gelernt, alles braucht seine Zeit und man muss akzeptieren lernen, dass manche Dinge eben im Moment so sind wie sie sind weil man sich um andere Dinge kümmern muss. Und wenn sie dich ganz arg stören…dann musst du es ändern. Es hilft nichts!
    Und noch eine Sache….ich habe mir fest vorgenommen (wurde mir auch schon von ein paar Müttern and Herz gelegt) eine Kur mit den Kindern zu machen! Hört sich jetzt auch erstmal komisch an, aber ich glaube es ist nicht zu unterschätzen was man für einen Nutzen daraus ziehen kann, denn der Strudel des Alltags der vernebelt einem manchmal ganz erheblich die Sicht!
    Alles alles Liebe!!
    Herzliche Grüße aus dem Urlaub in Föhr (ich musste an dich denken als ich nachts um 3:30 durch Hamburg fuhr)
    Nathalie

  44. Liebe Johanna,

    ein so herrlich ehrlicher, sympathischer Text von dir!
    Tipps kann und möchte ich nicht geben, dir aber sagen, daß das andere Extrem auch nicht besser ist.
    Ich bin ein sehr durchorganisierter Mensch, habe einen Mann mit langen Arbeitszeiten, Haustiere und ein Kleinkind. Bis mittags sieht es bei mir so aus: ich fertig gemacht, Kind fertig gemacht, Haushalt größtenteils fertig gemacht, Mittagessen fertig auf dem Tisch.
    Und ich…bin dann auch fertig mit den Nerven. Ich habe große Angst, wenn die Elternzeit vorbei ist und ich zusätzlich auch noch wieder arbeiten gehen (muß). Trotzdem vertrödele ich auch viel Zeit im Internet, statt einen Spaziergang mit dem Kind zu machen, das Fotoalbum zu erstellen und und und. Weil ich ab irgend einem Punkt nicht mehr kann und mal ne Pause brauche.
    Mein Tag ist zumindest zur Hälfte durchgeplant. Ich liebe To-Do-Listen. Bin eher der Typ: „Was du heute kannst besorgen…und „Der frühe Vogel….“
    Und das schon echt zwanghaft.
    Es stresst mich. Bringt mich absolut aus dem Konzept, wenn mal was dazwischen kommt, ich meinen Plan nicht einhalten kann.
    Da möchte ich mir immer mal ein Scheibchen von Menschen wie dir abschneiden. Ich wünsche mir mehr Gelassenheit, mehr Mut zum Chaos und zur Lücke, weniger Perfektionismus, mehr Spontanität.
    Aber aus deinem Text geht ja hervor, dass du damit auch nicht so 100% glücklich bist. Gerade in den Insta-Stories kommst du immer so entspannt rüber.
    Ach ja, so ein Zwischending wäre toll!

    LG

  45. fräuleinrosina sagt

    Hallo Johanna,

    vielleicht hat das schon jemand geschrieben, ich habe nicht alle Kommentare gelesen, verständlicherweise.

    Für mich war die Haushaltshilfe eine Offenbarung. Ich bin damit aufgewachsen, dass jemand im Haushalt hilft und habe nun endliche auch für meine kleine Familie den Schritt gewagt. Am Anfang hab ich viel rumgefragt, ob jemand jemanden kennt… schlussendlich habe ich über eine Plattform gebucht und bin dabei geblieben. Einfach mal machen, nicht ständig drüber nachdenken. Wenn es nicht funktioniert, kann man den Plan immer noch ändern.

    Seit dem gibt es den Tag vorher als fixen Termin, an dem ich weiß, dass ich aufräumen muss. Ich tue das dann mit der Vorfreude, am nächsten Tag eine richtig saubere Wohnung zu bekommen. Du gibts so viel Geld für schöne Dinge aus. Investiere in das was euch am nächsten ist, eure Wohnung, in der ihr euch wohlfühlen müsst.

    Ich kenne das Chaos, und das man den Durchblick verliert. Aber bei alle dem Hadern, nicht vergessen, was für ein supergutes Leben du hast. Auch das hilft mir regelmäßig die Dinge in einem anderen Licht zu sehen.

    Viel Erfolg, Lena

  46. Ich habe schon einen Kommentar geschrieben, aber nun fällt mir noch etwas ein, nachdem ich deine heutige Instagram-Story gesehen habe.

    Vielleicht magst du mal darüber nachdenken ob eine Mutter-Kind-Kur etwas für dich wäre?! Das wäre eine gute Möglichkeit mal richtig zur Ruhe zu kommen, Zeit zum Nachdenken und um dann auch die Kraft hat über neue Strukturen nachzudenken und diese zu etablieren.

    Alles Liebe für euch.

  47. tatjana sagt

    Hallo Johanna,vielleicht würde das schon erwähnt, ich habe nicht alle Kommentare gelesen. Hast du mal über eine Mutter-Kind Kur nachgedacht? Ich war da vorletztes Jahr und war ganz Happy. Die Kids haben Kindergarten aber auch Anwendungen und du hast Zeit für Gespräche, Sport, Massagen und auch nix tun. Ich würde es sofort wieder tun und es gibt bestimmt Absagen, sodass du evtl einen Nachrückerplatz erwischt in den nächsten Wochen. Mein Vorurteil von wegen Öko wurde übrigens nichtverfülkt und ich bin auch eine Konsum teils Rabenmutter wie du 🙂 LG tatjana

  48. Hanna sagt

    Kommt mir (leider) alles bekannt vor und ich habe noch keine Kinder. Wie soll dass den erst werden. Ohje….
    Ich bin zum Beispiel gerade umgezogen und finde zahllose alte To-Do-Listen die ich noch nicht abgearbeitet habe. Aber ich habe jetzt zumindest etwas meinen Frieden damit gemacht. So ist das nunmal. Ich denke man macht sich da heute auch zu viele Vorwürfe, denn alles was man im Internet sieht scheint immer perfekt zu sein. Ich lese jeden Tag unzählige Tipps auf fb und co. wie ich mein Leben besser organisieren kann, mehr sparen, mehr Nachhaltigkeit usw. Und ich denke ich müsste das alles ganz dringend befolgen. Aber natürlich schaffe ich es nicht. Und das ist normal, denn neue Gewohnheiten passieren nicht über Nacht. Aber wenn ich mal zurück schaue, haben sich sogar schon ein paar gute Gewohnheiten eingeschlichen. Sei es dass ich keine Plastiktüten mehr zum einkaufen benutze, oder weniger Chemiekeulen im Haushalt benutzte. Weniger Zucker verwende usw. Man kann auch ruhig mal darauf stolz sein was man so alles schafft.

    Noch ein Tipp. Ich hinke da zwar etwas dem Trend hinterher aber ich habe mir Marie Konods Buch: „The lifechanginng magic of tidying up“ gekauft und es hat wirklich mein Leben verändert. Jaja ich weiß klingt mega kitschig aber ich habe realisiert wie sehr mich der ganze Kram in meiner Wohnung runter gezogen hat. So viel zeug, dass ich oft als vor dem Aufräumen kapituliert habe. Weil es einfach zu viel war. Ich werde nie ein Minimalist werden und das will ich auch garnicht. Ich liebe meine Möbel und meine schönen Sachen dafür zu sehr. Aber dafür trenne ich mich von allem was mir keine Freude bereitet und schätze die schönen Sachen dafür noch mehr.

    Puh der Kommentar ist jetzt etwas ausgeartet.
    Liebe Grüße,
    Hanna

  49. Rebecca sagt

    Liebe Johanna,
    beim Lesen deiner Zeilen, habe ich fast das Gefühl – mir fällt ein Stein vom Herzen.
    Endlich fühle ich mich bestätigt in dem Gedanken : Es kann doch nicht sein, das es nur mir so geht.
    Dieses ständig am rotieren sein, nie das Gefühl des „fertig Seins“ zu haben sondern dauerhaft im „muss noch erledigt werden“ Modus zu hängen.
    Dann darf es wohl so sein.
    Wir sind eben alle nicht perfekt.
    Und auch ich selber habe für mich festgestellt, ja, wir kreativen Menschen machen wundervolle bunte Dinge, die viel Anklang finden, dafür bleiben aber viele andere Dinge auf der Strecke.
    Wenn ich ganz tief in mich gehe, würde ich am Ende meiner Zeit sagen wollen, ich war lieber bunt unter freiem Himmel in diesem Leben, als aufgeräumt zu haben.
    Herzlichst… Rebecca

  50. Nadine sagt

    Liebe Johanna,
    ich finde, dass ist irgendwie der beste Text und der für mich beste Beitrag auf dem Blog (den ich nur ab und zu besuche). So ehrlich.

    Ich halte es mit Leo Babauta: What is most important to you? Eliminate everything else… Oder so ähnlich. Man muss überhaupt nicht zu einem Minimalisten werden, aber einmal alles im Leben zu hinterfragen, auch zu gucken: Was ist mir wirklich wichtig und wie sehr lebe ich das im Alltag? ist sehr hilfreich. Ich bin immer noch hier und da chaotisch, aber finde es auch okay und ich bin viel, viel entspannter und weniger chaotisch als früher.

    Diesen Satz mit der Besitz besitzt einen, den kenn ich auch. Und ich würde ihn für uns nicht unterschreiben. Wir haben das, was wir benutzen und mögen. Das, was wir brauchen, damit wir hier auch spontan andere Mütter und mehrere Kinder einladen können. Auch sechs Sektgläser, die vielleicht max. einmal im Jahr benutzt werden. Die sind für Besuch, und dürfen sein.
    Aber wir haben auch nur so viel, dass wir jetzt gut damit umzuziehen konnten. Das Renovieren dabei war stressig, der Umzug selbst einfach.

    Ich habe zum Beispiel auf dem Handy die App Menthal gehabt und dann gemerkt wie viel Zeit ich womit verbringe, und das reduziert. Ich guck mir nur von ganz wenigen Leuten die Instagram Stories an, der Rest ist stummgeschaltet (coole Funktion, die ich erst gar nicht entdeckt habe). Ich mach das Handy zwischenzeitlich auch einfach aus.
    Instagram mag ich und gleichzeitig ist das leicht ein unglaublicher Zeitfresser. Manchmal verdaddle ich da aber auch bewusst meine Zeit, ist doch auch okay. Tage an denen ich viel Instragram nutze, gerade auch von unterwegs, erlebe ich als stressiger, als andere… Ich finde man ist immer sehr leicht versucht, hier und da noch zu antworten.
    Das, was dir selbst wichtig ist, was du selbst umsetzen willst, das kannst nur du für dich entscheiden. Sei es weniger Instagram, oder einfach weniger Stories, sei es andere Ansprüche, manchmal kann es helfen sich beraten zu lassen, manchmal muss man einfach nur mal offener damit umgehen. Du wirst deinen Weg finden, ich wünsche dir alles Gute dabei!
    LG Nadine

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