Alle Artikel in: Das Leben Eben

Frühlingsblumen in pink

Alltagsgeschichten. Vom Chaos zwischen den Zeilen und Platz für Vorfreude.

Ich merke, wie die Kopfschmerzen sich anschleichen. Über den Herd gebeugt versuche ich, die neueste Folge And just like that zu öffnen, um beim Kartoffeln schälen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Me time beim Essen kochen. Das Internet hängt, also setze ich erstmal Teewasser auf. Getrunken hab ich außer Kaffee bisher nur ein Glas Wasser, das reicht nicht. Während das Wasser anfängt zu sprudeln, denke ich an die Emotions- und Bedürfnisanalyse, die meine Therapeutin mir nach der vorletzten Stunde geschickt hat. Eine Übung, um herauszufinden, woher ein Gefühl gerade kommt, welches Gefühl es eigentlich genau ist und welches Bedürfnis dahinter steckt. Geht auch bei Schmerzen, ich halte kurz inne und frage mich: woher kommen die Kopfschmerzen jetzt? Erstmal lasse ich meine Schultern fallen, ich bin angespannt, merke ich. War ich nicht gerade dabei, etwas anderes zu machen? Die Termine fürs LEG an die Lehrerinnen meines Sohnes schicken, fällt mir mit einem kurzen Schreck ein. Noch während der Drucker die Termine auf Papier brachte, klingelte es an der Tür. Unterbrechung, Maske suchen, Schuhe an …

Liebes Tagebuch,

ich bin gehemmt. Es flutscht nicht. Obwohl ich weiß, dass es oft die deepen Texte sind, die am Besten performen. Die innerhalb von Minuten entstehen, fließen und offenbaren, was man sich nicht zu sagen traut. Die, die ehrlich sind bis auf die Knochen. Es sind diese Texte, die gelesen werden, weil viele Menschen, Frauen, sich so fühlen. Besonders jetzt, noch mehr als sonst. Ich schreibe sie auf, mein Entwürfe-Ordner füllt sich mit diesen Texten, mein schlechtes Gewissen wächst. Weil ich gefühlt scheitere mit meinem Experiment, täglich zu schreiben. Wobei – ich schreibe. Ich veröffentliche nur nicht täglich. Das schlechte Gewissen sinkt ein bisschen in sich zusammen, lässt die Schultern hängen. Macht sich nicht mehr ganz so groß und wirkt dabei fast erleichtert. Trotzdem finde ich den Mut nicht, diese Texte zu veröffentlichen. Und frage mich, ob ich dem gerade, überhaupt noch, gewachsen bin, so ehrlich zu schreiben. So viel preis zu geben von mir. Ich fing damit an, lange bevor es fast „Trend“ wurde. Bevor so viele verstanden haben, dass es erstens das ist, was …

Ein bisschen Achtsamkeit, Selbstfürsorge und gut ist gut genug in 2022

Liebes Tagebuch,

der innere Monk in mir rumpelt, schreit und brüllt, wälzt sich auf dem Boden. Möchte alles hinschmeißen, weil das täglich schreiben Experiment schon an Tag 3 gescheitert ist. Weil ich keinen Tagebuchtext so verfassen und veröffenlichen könnte, wie ich es mir vorgenommen hatte. Nachdem ich einige Plugins auf den neusten Stand gebracht habe, hatte der Blog technische Probleme. Zuerst habe ich versucht, sie selbst zu beheben, kam aber irgendwann nicht mehr weiter. Okay, kein Grund zu verzweifeln, ich lerne ja immer mehr, Hilfe anzunehmen. Vor allem in Bereichen, in denen ich selbst keine Ahnung habe. Hilfe ist gut, ich muss nicht alles allein schaffen.  WordPress Soforthilfe suche ich, finde ich. Scheinbar haben die Anbieter des Notfall-Services eine andere Definition von sofort als ich.  Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Meine NotizenApp lacht mich an. Natürlich kann ich auch hier schreiben, ist sowieso viel sicherer. Kein Text geht verloren, weil das Internet plötzlich nicht mehr funktioniert oder die Website nicht speichert oder sich aufhängt. Aber es klappt nicht. Ich bin abgelenkt, huschig im Kopf, …

Montana Mini Regal mit Raawi Vase und Gute Laune Blumen

Liebes Tagebuch,

ich sitze noch im Handtuch am Küchentisch, direkt nach dem Duschen ist die beste Zeit für mich zu schreiben. Wenn alle Gedanken, die durch das stille Rauschen des Wassers an die Oberfläche kommen, noch frisch sind, noch da sind. Dafür ignoriere ich die eigentlich schon abgelaufene Bildschirmzeit der Kinder, mir tut das Schreiben gut und diese paar Minuten mehr werden ihnen nicht nachhaltig schaden. Dabei fällt mir ein, was ich noch lesen muss, weiterlesen. 30 Minuten, dann ist aber Schluss von Patricia Cammarata zum Thema Kinder und Medienkonsum. Er ist hier gerade jeden Tag Thema, führt zu Streit und ambivalenten Gefühlen. Ihnen zu verbieten oder extrem einzuschränken, was wir täglich vorleben, das ist schon schwierig. Feine Tröpfchen nieseln draußen auf die Bodenplatten aus Holz, die Waschmaschine schleudert und mein Blick schweift durch die Küche. Diese Küche, die ich so gut kenne, die dank unserer neuen Putzhilfe endlich mal wieder grundlegend sauber ist und bleibt. Endlich Hilfe annehmen Es kostet mich immer noch Überwindung, diese Hilfe einzufordern und anzunehmen. Es triggert so vieles in mir, dass …