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Eltern unter Druck. Zwischen idealisiertem Familienbild und eigenem Anspruch. #wasfürunszählt

#wasfürunszählt Pampers Kampagne für mehr Zusammenhalt unter Eltern - Familie

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Schon wieder ein Tag, an dem es hier Milchreis gibt. Zum Mittag. Zum Frühstück hatten wir Eierkuchen – mit Schokocreme. Nachmittags ein Eis. Immerhin, zum Abendbrot Gemüse. Trotzdem denke ich: wieso essen unsere Kinder eigentlich nichts? Bei allen anderen klappt es doch auch, gesundes Porridge mit Früchten zum Frühstück, Gemüsesuppe zum Mittag, Obst- und Gemüsehappen als Snack, getoppt mit einem selbstgebackenen Dinkel-Keks ohne Zucker und Abends, ja, dann eben auch das Brot.

Und ich denke jeden Tag wieder: was haben wir eigentlich falsch gemacht? Wieso klappt es bei allen anderen – nur bei uns nicht?

#wasfürunszählt Pampers Kampagne für mehr Zusammenhalt unter Eltern - Eis

Elternsein 2019 – Eltern unter Druck

Ich fühle mich nicht oft unter Druck gesetzt, wenn es um Familienleben und Kindererziehung geht, ich habe von Anfang an auf mein Bauchgefühl vertraut. Aber beim Essen – da kriegt es mich immer wieder. Das schlechte Gewissen. Die Angst, den Kindern ein falsches Essverhalten vorzuleben und „durchgehen“ zu lassen. Weil – bei allen anderen klappt es ja auch. Sieht man auf Instagram. Und auf dem Spielplatz.

Viele Eltern fühlen sich unter Druck gesetzt und zweifeln an sich. Das ergab eine repräsentative Studie, die von Pampers gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde. Die Ergebnisse findet ihr hier:

Elternsein 2019 – zwischen Zweifel und bedingungsloser Liebe

Mehr als zwei Drittel aller Eltern fühlen sich manchmal überfordert in ihrer Elternrolle – häufiger die Mütter als die Väter. Fast drei Viertel der Befragten sind sogar der Meinung, dass die Erwartungen, die heute an Eltern gestellt werden, höher sind als in der Generation ihrer Eltern.

Die idealisierte Familie in den Medien

Drei Viertel finden, dass in den Medien ein idealisiertes Bild von Familie vermittelt wird. Das finde ich auch. Wieso sonst sollte ich denken, dass alle anderen Kinder gesund essen, nur meine irgendwie nicht? Wegen all der Fotos von gesunden Kinder-Snacks auf Instagram.

Mit der Kampagne #wasfürunszählt möchte Pampers Eltern dazu ermutigen, sich wieder mehr auf sich selbst zu verlassen. Darauf zu vertrauen, dass sie selbst schon wissen, was für ihr Kind das Richtige ist. Das ist es nämlich, was wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen sollten: wir haben alle unterschiedliche Voraussetzungen, alle Unterschiedliches erlebt, unterschiedliche Ansprüche. Und genau so unterschiedlich sind auch unsere Kinder und unsere Erziehungsstile. Bei allen Unterschieden aber haben wir eins gemeinsam: Wir sind die besten Eltern für unser Kind.

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Ist das okay für MICH und MEIN Kind?

Egal, wie ungeduldig wir mal sind, egal, wie oft wir Dinge vergessen. Egal, wie oft es Eis statt Paprika gibt. Wichtig ist, dass ich mich frage: Ist das okay für MICH und ist das okay für MEIN Kind?

Es kommt nicht auf Perfektion an. Nicht darauf, zu jeder Mahlzeit eine gesunde Mahlzeit zu servieren, die dann sowieso verschmäht wird. Davon sind am Ende alle gefrustet: der, der gekocht hat und die, die es nicht mögen. Viel einfacher und leichter fühlt sich das Leben an, wenn man ein bisschen locker lässt und auf sein Bauchgefühl hört.

#wasfürunszählt Pampers Kampagne für mehr Zusammenhalt unter Eltern - Tragebaby

Das sagt bei mir nämlich meistens: ja, ich hätte auch lieber Eierkuchen mit Marmelade statt Kichererbsen-Eintopf. Aber mein Kopf funkt immer dazwischen und sagt: Nein, die Kinder müssen aber etwas gesundes essen.

Als die Großen noch kleiner waren, habe ich auch in Bezug auf Essen viel mehr auf mein Bauchgefühl vertraut. Sie haben einfach das gegessen, was ihnen geschmeckt hat – und zwischendurch dann zu meinem großen Erstaunen einfach mal eine Banane eingefordert und ruck zuck verdrückt. Aus solchen Erfahrungen habe ich gelernt: hey hey, alles ist okay. Die Kinder nehmen sich, was sie brauchen. Irgendwie bin ich davon abgekommen. Möglicherweise auch durch Instagram.

#wasfürunszählt Pampers Kampagne für mehr Zusammenhalt unter Eltern - Gemüse für Kinder

Druck nehmen statt Druck zu erzeugen

Glücklicherweise gibt es auf Instagram nicht nur Familien, bei denen alles tiptop läuft. Bei denen die Klamotten immer sauber und heil, die Wohnung immer blitzblank und die Mahlzeiten rundum gesund sind. Nein, es gibt auch Familien, die ehrlich darüber reden, was nicht so läuft. Dieser ehrliche Austausch ist in meinen Augen wahnsinnig wichtig und hilft, sich selbst und dadurch auch die Kinder nicht so unter Druck zu setzen.

Ich gebe mir zum Beispiel große Mühe, offen und ehrlich zu erzählen, was einfach auch mal nicht so läuft. Wenn unsere Tage rabenschwarz statt rosarot sind. Oder der Wutvulkan sich mit rot brodelnder Wut füllt. Wenn mir vor lauter Geschwister-Streit die Ohren klingeln. Damit andere Eltern sehen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Gefühlen, der Überforderung und der Verzweiflung an manchen Tagen.

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Meine #wasfürunszählt Momente

Und ich teile auch gerne die #wasfürunszählt Momente. Die Momente, die mir zeigen, dass offensichtlich doch alles ganz okay ist, was wir machen. Dass die Kinder trotzdem tolle Menschen sind, dass sie Spaß haben und lachen können. Dass sie sich fantastische Dinge ausdenken können, dass sie nicht nur an sich, sondern auch an andere denken. Die Momente, die sich dank Bauchgefühl-Entscheidung einfach richtig anfühlen, obwohl der Kopf zuerst dagegen war. Wenn die Kinder einen Arm um meinen Hals und ihren Kopf an meinen legen. Mir mit blitzenden Augen einen eisverschmierten Schmatzer aufdrücken. Und beim einschlafen leise „beste Mama der Welt“ murmeln. Dann weiß ich: das ist es, was für uns zählt.

#wasfürunszählt Pampers Kampagne für mehr Zusammenhalt unter Eltern

Habt ihr auch solche #wasfürunszählt Momente? Welche Situationen zeigen euch, dass doch alles ganz okay ist, was ihr tagtäglich entscheidet, erlaubt, nicht erlaubt? Und auch ganz spannend: sind es für euch und euren Partner unterschiedliche Momente?

3 Kommentare

  1. Stefanie sagt

    Wie immer toll geschrieben!
    Unser Moment ist das abendliche Kuscheln. Egal wie blöd uns der Sohnemann noch 5 Minuten vorher fand – Kuscheln muss sein.

  2. Nina sagt

    Ich muss sagen dass ich mir leider auch oft Druck mache und an mir zweifle. Mein Mann ist da total gelassen und kann das nicht nachvollziehen. Mich macht es dann immer sehr glücklich wenn die kinder abends sagen:“ das war sooo ein schöner Tag! „❤Und das obwohl wir eigentlich nichts besonderes gemacht haben oder es sogar knatsch gab. Da merke ich dann dass ich mir wahrscheinlich viel zu oft Sorgen und Gedanken um Dinge mache, die die Kinder eigentlich gar nicht als so wichtig oder schlimm wahr nehmen, wie zB Streit, Essen, sinnvolle freizeitbeschäftigung …

  3. Sandra sagt

    Vielen Dank für deine Ehrlichkeit. Meine Söhne sind inzwischen 9 und 11 Jahre. Dich hätte ich vor 10 Jahren gut brauchen können. Diese Hochglanzfamilien braucht kein Mensch. Darüber hinaus kaufe ich niemandem dieses Familienbild ab.

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