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Ein Festival mit Kind? 10 Tipps für entspannte Eltern

Konzert und Festival mit Kind - geht das?

Ein Festival mit Kind, das kann man schonmal machen, finde ich. Zumindest, wenn das Festival vom Veranstalter auf Familien ausgelegt ist. Wie zum Beispiel das A Summer’s Tale Festival, für das ihr bis heute Abend um Mitternacht noch Tagestickets gewinnen könnt.

Festivals und Konzerte vor den Kindern

Mein Freund und ich lieben Musik, wir waren vor den Kindern ständig auf Konzerten, haben spontanen Straßenkonzerten in der Schanze gelauscht, Alkaline Trio in London gesehen und waren sogar ganz kurz vor der Geburt noch auf zwei Konzerten (hier geht’s zu den Konzert-Tipps für werdende Mütter, damals noch auf Englisch). Ich hab die schönsten und verrücktesten Erinnerungen an’s Hurricane Festival und auch ans Dockville. An unser erstes gemeinsames Konzert, mittendrin statt nur dabei bei den Skatoons und noch so viel mehr.

Festivals und Konzerte mit den Kindern

Seit Lottas’s Geburt war ich erst auf zwei Konzerten – bei Chuck Ragan mit Lotta in der Manduca, sie hatte natürlich einen Gehörschutz auf, wir standen ganz hinten, sie hat friedlich geschlummert und alle um uns herum fanden uns cool und lässig. Wir haben das trotzdem nicht wiederholt, weil uns beim Rausgehen jemand blöd angemacht und dann doch ein schlechtes Gewissen gemacht hat. Wir sollten uns das vor dem nächsten Mal besser überlegen, die Bässe würden die Kleinen ja doch spüren. Das hat uns einen ziemlichen Dämpfer versetzt. Trotzdem erinnere ich mich gern an dieses Konzert und, wen wundert’s – geschadet hat es Lotta nicht.

Konzert und Festival mit Kind - geht das?

Mein zweites Konzert war nicht der Rede wert – es war ziemlich lahm und der Künstler ist seitdem nicht mehr das, was er mal war.

Aber und vielleicht auch deswegen umso mehr – ich hab Festivalweh. So sehr wir es uns auch vorgenommen haben, wir haben es bisher nicht geschafft, uns für mehrere Nächte von den Kindern zu trennen und alleine auf ein Festival zu fahren. Aber um meine Sehnsucht nach Musik und diesem besonderen Festival-Feeling zu stillen, machen wir uns jetzt im August auf zum A Summer’s Tale. Ich bin mehr als gespannt und auch, wenn ich schon von mehreren Familien gehört habe, dass das Festival auf jeden Fall kinderfreundlich und definitiv für Familien geeignet ist, mache ich mir natürlich trotzdem Gedanken.

Auf’s Festival mit Kind

Ich glaube, die Kinder werden es lieben – und um meine Sorgen, dass doch irgendwas passieren könnte, zu beruhigen, hab ich mir mal ein paar gute Tipps zusammengeschrieben, die ich jetzt mit euch teilen möchte. Ob das alles sinnvoll ist und klappt, werd ich sehen.

Edit: Da es hier einige Aufreger gab, dass ich keine Quellen für meine Tipps angegeben habe, schreib ich mal dahinter, woher die kommen.

Auf’s Festival mit Kind – 10 Tipps für entspanntere Eltern

  1. Das „Festivalarmband“ – ein Armband für die Kinder, auf dem die Handynummer der Eltern notiert werden kann, für den Fall, dass das Kind doch mal im Gewusel verloren geht. Alternativ wird der Tipp gegeben, dem Kind die Nummer und den Namen auf den Arm zu schreiben – allerdings ist der Name des Kindes dann auch für alle sichtbar, die vielleicht nicht nur Gutes im Sinn haben. Falls es kein Armband gibt, reicht alternativ auch ein Zettel mit der Telefonnummer in der Jacken- oder Hosentasche. Dass es ein Festivalarmband gibt, hab ich direkt auf der A Summerstale Homepage unter Info gefunden. Den Rest hab ich irgendwann im Laufe der Zeit, seit ich Mutter bin, mal gelesen. Wo, daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Ich hab es mir nur gemerkt, weil ich es sinnvoll fand. 
  2. Einen Treffpunkt vereinbaren, an dem man sich trifft, falls man sich verliert.  Am besten einen sehr auffälligen Ort wählen, den die Kinder gut wiederfinden. Klappt vermutlich eher bei älteren Kindern, aber einen Versuch ist es wert. Einen Treffpunkt vereinbaren, falls man sich verliert. Hat meine Mama schon mit meiner Schwester und mir gemacht, alleine ohne Kind auf Festivals haben mein Freund und ich das auch schon so gemacht. Hm, Quelle – Lebenserfahrung. 
  3. Mit den Kindern üben, wie sie andere um Hilfe bitten. Und ihnen zeigen, wie die Festival-Mitarbeiter aussehen, falls diese Westen oder bestimmte T-Shirts tragen. Ich übe ständig Sachen mit den Kindern, damit sie sich selbst helfen können bzw. um Hilfe bitten können. Wir üben, dass sie ihren vollen Namen sagen können und unsere Adresse. Wir üben, wie sie die Feuerwehr anrufen können. Wie sie höflich selbst ein Eis bestellen. Und und und. Daher logisch für mich – vorher mal durchsprechen, wie man in einer neuen Situation um Hilfe bittet. Und ich hab mich erinnert, dass beim Hurricane die Mitarbeiter auffällige Westen trugen. 
  4. An Sonnencreme und Kopfbedeckung denken. Auch, wenn es beim Festival eher lässig zugeht, das Wohlergehen der Kinder hat oberste Priorität. Außerdem merke ich immer wieder, wie schnell ich maximal unentspannt werde, sobald ich denke, dass die Kinder zu lang ohne Schutz in der Sonne sind. Das sollte man ja sowieso immer. Ich hab letztes Wochenende erst gemerkt, wie unentspannt ich werde, wenn die Kinder ohne Sonnencreme und Kopfbedeckung länger (!) in der Sonne sind, daher hab ich es mit aufgenommen. 
  5. Es macht vielleicht Sinn, euren Kindern auch einen „Festival-Look“ anzuziehen. In ihrem Fall nicht „Bohemien“ oder „Jeans-Shorts mit Karohemd“, sondern eine auffällige Klamotte, in der ihr sie in einer Gruppe von Kindern sofort seht und nicht erst checken müsst, welches Kind im weißen T-Shirt zu euch gehört. Quelle: Erfahrung. Meine Kinder sind meistens etwas auffälliger angezogen als die anderen. Da ich selbst auf eingezäunten Spielplätzen versuche, sie nicht aus den Augen zu verlieren, weiß ich, dass man sie einfach schneller sieht, wenn sie was farbiges/auffälliges anhaben.
  6. Um nicht die ganze Zeit alles schleppen zu müssen, was man so braucht (Windeln, Feuchttücher, Wechselsachen), macht es vielleicht Sinn, einen Buggy mit viel Stauraum mitzunehmen. Da kann sich das Kind vielleicht auch mal reinlegen und das Verdeck zuklappen, wenn der Trubel doch zu viel wird. Immer, wenn ich die Kinder zu Fuß aus der Kita abhole, ein Kind, beide Kinderrucksäcke, meine eigene Tasche und vielleicht auch noch die Einkäufe trage, denke ich: das war irgendwie praktischer, als wir noch den Kinderwagen hatten. Für einen Kinderwagen sind die beiden zu groß – daher wär ein Buggy für Ausflüge die logische Konsequenz. Ach, und ich glaube, ich hab das auch schon ein paar Mal bei anderen Eltern gesehen. Dass sie einen Buggy oder einen Fahrradanhänger dabei hatten und wie praktisch es war, da einfach alles reinzuwerfen. 
  7. Auch nicht schlecht – eine Tragehilfe* dabei zu haben. Denn selbst Kinder, die keine Babies mehr sind, wollen vielleicht irgendwann einfach nur noch auf den Arm. Und dann ist es doch schön, ihnen die Möglichkeit zu geben, ohne, dass der Bizeps nach ein paar Minuten schlackert. Quelle: Erfahrung.
  8. Und natürlich unverzichtbar – ein Gehörschutz* für die Kinder. Ein absolutes Muss, denn das Gehör der Kinder ist viel empfindlicher und einmal aufgetretene Hörschäden sind irreparabel. Auch wichtig –  die Kinder dürfen sich nicht direkt vor den Boxen aufhalten, denn hier ist die Musik natürlich am lautesten. Lieber weiter hinten in der Mitte, da ist der Sound sowieso meistens am Besten. In diversen Büchern und Artikeln über die Jahre gelesen, eigene Konzert- und Festivalerfahrung, medizinische Ausbildung. 
  9. Achtet auf euer Kind und vertraut euerem Instinkt. Ihr werdet merken, ob ihm das Festival gefällt. Ob es okay ist, noch das letzte Lied der Lieblingsband zu sehen oder ob ihr euch doch lieber etwas früher zurückziehen solltet. Quelle: Erfahrung und gesunder Menschenverstand.
  10. Macht euch einen groben Plan, wen ihr sehen wollt, an welchen Workshops ihr teilnehmen wollt. Und seid nicht zu enttäuscht, wenn ihr vom Plan abweichen müsst. Denn wenn wir als Eltern etwas wissen, dann, dass die meisten Dinge nicht nach Plan laufen. Genießt einfach die Zeit mit den Kindern und als Familie, lacht, tanzt, spürt. Betrachtet das Festival mit Kind als das, was es ist – das Beste aus beiden „Welten“. Ich bin meistens eher verplant als gut durchgeplant, aber seit die Kinder da sind, merke ich, dass mit Plan vieles leichter läuft. Aber auch, dass man einfach nicht dran festhalten kann und flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen muss. 

Ich fühle mich mit diesen Tipps schon ganz gut gerüstet für’s Summerstale, muss ich sagen. Aber falls ihr erfahrene Festivalgänger mit Kindern seid oder euch ganz spontan noch DER ultimative Tipp einfällt, wie man ein Festival mit Kind für alle Beteiligten entspannt verbringt, dann immer gerne her damit!

*Affiliate Links: Falls ihr über diesen Link etwas kaufen solltet, bekomme ich ein paar Cent Provision, ohne, dass es euch mehr kostet.

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