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Pinkepank Playlist Februar 2021 – Liebeslieder von damals bis heute

Pinkepank Playlist Liebeslieder von damals bis heute

Am Sonntag ist Valentinstag und wie von Zauberhand sind (fast) alle Liebeslieder, die mir im Leben etwas bedeuten, auf meiner Februar Playlist gelandet. Und noch ein paar mehr, solche, die ich mit schönsten Momenten und Erinnerungen verbinde. Mit ersten Freunden, gebrochenem Herzen, Freiheit und mir, mit der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft.

Ich bin immer wieder geplättet davon, wie ich nach den ersten Tönen eines Songs sofort wieder 16 bin. Oder 13 oder 25. Ich sehe mich, in diesen Momenten, in diesen Phasen und fühle, mein ganzer Körper erinnert sich. Was für ein schönes Geschenk zum Valentinstag an sich selbst. In Erinnerungen zu schwelgen, Gefühle zuzulassen, erkennen, was gut war, was wofür gut war.

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Kleine Zeitreise

CK One, ein Duft und so viel Zeit, zusammen hinter der Bühne. Ein Herz, ein Gedicht, ein Sommer in grünen Dr. Martens und Trägertop mit Lochmuster. Ein Klavier in einer Nische im Elternhaus und immer wieder das Bild von Ruderbootromantik an der Schräge.

Knisternde Liebesbriefe im Unterricht, zugesteckt mit verschmitztem Grinsen. Herzklopfen, gemeinsames Eis, Zahnspangenküsse und Musik, Musik, Musik. Mit den Rädern durch die Sommerferien, ein Lied für mich, on-off und unausweichlich das Ende dieser Verliebtheit.

Und dann: Silvester. Funkelperlenaugen, alkoholverschleiert, ein erster Kuss, ein dicker Kater und schlechtes Gewissen. Feuchte Hände, alles gut und der Anfang einer Liebe, von der ich dachte, sie wäre für immer. Picknick unterm Sternenhimmel – an die Schräge im „Kinderzimmer“ geklebt. Stundenlanges Knutschen, der erste Sex, der erste Urlaub, Zukunftspläne, eine zweite Familie und immer am Klavier. Es gab nur uns, so lange. Ein Lied für mich, unendliche viele Briefe, Abi, Fernbeziehung und pendeln, Pommes und irgendwann die erste gemeinsame Wohnung. Lange Tage in der Uni, Einsamkeit, unterschiedliche Welten, ein hilfloses unschönes Ende. Ein letzter Kuss, statt Freundschaft tiefe Wunden und Herzschmerz.

Und immer wieder Musik

So traurig und fröhlich und frei, ein Sommer voll Heimlichkeit, Treffen unter unserem Baum im Park, vor dem Regen unter die Brücke flüchten, Frühstück im Café und Drinks in der Eckkneipe. Mit bunten Tüten durchs Viertel schlendern, in Hauseingänge gedrängt die Lippen rot geknuscht. Das Kribbeln während der Dienste, die Blicke, die zufällig gestreifte Hand, ein Zwinkern und gestohlene Momente im Krankenhausflur. Zum Abschied: ein Mixtape im Spind.

Die Tür geht auf, mein Herz stolpert. Der Praktikant, der dann doch der Notarzt ist. Ein Kind auf seinem Arm und dieses Gefühl. Er ist es. Verwirrung in Herz und Hirn, Blumen, Entscheidung, nackte Füße auf winterkalten Dielen, 24 Lieder bis Weihnachten. Spotzelnder Kaffee, Zimtschnecken aus dem Toaster und Früchtequark im Knuth nach Nachtdiensten. Tatort, Tom kha Tofu und Snickers Eis mit seinen Nachbarn. Von einem Konzert tanzen wir zum Nächsten, von zwei Wohnungen ziehen wir in eine. Tanzen und stolpern, fallen, bleiben liegen, rappeln uns auf. Wir erfüllen uns Träume, durch knorrige Bäume ans Meer, Campingkocher und Klappstühle, Sushi auf der Dachterrasse in New York, Regen in der Wüste und Craft Beer am Big Bear Lake. Immer dabei: die Kamera und Musik. Tanzen im Regen, tanzen von einem Konzert zum Nächsten. Ein Traum wird wahr, ein Traum platzt, wir straucheln. Wir schrumpfen und wachsen, drei, vier, fünf. Schlaflos, mein Herz stolpert. Ein Lied für mich. Lange Dienste, Einsamkeit, Alltagsfluch.

Unterstützung in allen Lebenslagen, Träume und noch mehr Träume, ein Weg, Abzweigungen, die sich immer wieder kreuzen. Tage, Jahre. Innehalten und einen Moment stillstehen, Arm in Arm. Ein Nackenkraulen, ein Blick genügt, manchmal, wenn alle Worte nicht reichen. Zusammen aufs Sofa, zusammen erschöpft, gemeinsame Hoffnung. Ein Seufzen zurück, zu dem, was wir mal waren, erfüllt und zerrissen der Blick aufs Jetzt, mit müden Augen und tanzenden Herzen. Bittersweet. Knutschen unterm Mistelzweig und immer die Bartfrage. Ein Wimpernklimpern Richtung morgen, sehnsüchtig, erwartungsvoll. Der Schritt zurück in den Moment, zu dem, was wir sind, sein und werden wollen.

Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Erich Fried

Pinkepank Playlist Februar 2021

  1. Wenn es gut ist – Olli Schulz
  2. Ich & Du – Philipp Poisel
  3. Du warst immer dabei – Clueso
  4. A-N-N-A – Freundeskreis
  5. Mädchen und Rabauken – Pohlmann
  6. Freunde – The Skatoons
  7. Kayleigh – Marillion
  8. Pauken – Lotte
  9. Frankfurt Oder – Bosse, Anna Loos
  10. Ponyhof – Enno Bunger
  11. Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung – Enno Bunger
  12. Wonderful tonight – Eric Clapton
  13. Ophelia – The Lumineers
  14. As We Ran – The National Parks
  15. Mein Kleines Mädchen – The Skatoons
  16. Keinen Zentimeter – Clueso
  17. Dreh dich nicht um – Gispert zu Knyphausen
  18. Yipi – Bosse
  19. Nightswimming – R.E.M.
  20. Summer Of ’69 – Bryan Adams
  21. Jungle Drum – Emilia Torrini
  22. Jenny don’t be hasty – Paolo Nutini
  23. Sex on Fire – Kings of Leon
  24. Ayo Technology – Milow
  25. 1/2 Lovesong – Die Ärzte
  26. Ich …be dich – Anett Louisan
  27. New Slang – The Shins
  28. Nimm mein Mixtape, Babe – Olli Schulz
  29. Tears in Heaven – Eric Clapton
  30. Ein Kompliment – Sportfreunde Stiller
  31. Ironic – Alanis Morissette
  32. Halt mich – Philipp Poisel
  33. Und dann warten – Jupiter Jones
  34. Das schlechte Gewissen – Annett Louisan
  35. This could be love – Alkaline Trio
  36. Peggy sang the blues – Frank Turner
  37. Valentine – Chuck Ragan
  38. Wo die Liebe hinfällt – Marcell Brell, Alin Coen
  39. Kein Weg zurück – Alin Coen

6 Kommentare

  1. So schön.
    Ich kann es so gut verstehen – ich liebe musikalische Zeitreisen. Emotional, echt und einzigartig.
    Ich wünsche dir einen unvergesslichen Valentinstag mit diesem wertvollen Geschenk!
    Liebe Grüße
    Lena

  2. Ragna sagt

    So schön geschrieben. :) Und was für eine tolle Playlist!
    Musik sorgt echt für emotionale Zeitreisen.

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