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Chaos-Update: Mein Zeitschriften-Dilemma

Chaos-Update: Mein Zeitschriften-Dilemma. Oder: Wohin bloß mit den ganzen Magazinen?

Es ist schon erstaunlich. Was genau? Zum Beispiel, wie viele Zeitschriften sich in einem Haushalt anhäufen können. Ich liebe Zeitschriften. Wohnmagazine, Frauenzeitschriften, Modemagazine, Koch- und Backzeitschriften und solche mit Familienthemen. Vor jeder Bahnfahrt kaufe ich mindestens eine und mein letzter Stop vor der Kasse im Supermarkt ist das Zeitschriftenregal. Ich komme selten dran vorbei. Leider schaffe es auch selten, sie zu lesen, seit ich Mutter bin.

Vor ein paar Monaten habe ich einen absoluten Rappel bekommen und alle Zeitschriftenstapel aus der gesamten Wohnung im Wohnzimmer zusammengetragen. Ich habe durchgeblättert, mich festgelesen, rausgerissen und aussortiert.

Bleiben durften erstmal nur die Koch- und Backzeitschriften. Aber auch bei denen frage ich mich: brauche ich sie wirklich? Oder belasten sie mich mehr als sie mir nützen? 

Zeitschriften die bleiben durften

Wie gesagt, die Zeitschriften, die bleiben durften, sind die, von denen ich das Gefühl habe, dass sie mir nachhaltig einen Mehrwert bieten. Nämlich leckere Rezepte.

Nach Jahreszeiten und Anlässen geordnet liegen sie jetzt im Wohnzimmer und warten darauf, dass ich Rezepte raussuche. Für besondere Anlässe, für jeden Tag. Für die Erdbeer-, Spargel- und die Kürbiszeit. Für den Osterbrunch und das Weihnachtsmenü. Jeden Tag laufe ich an ihnen vorbei und frage mich: mache ich das eigentlich? Denke ich: ach, nächste Woche würde ich gerne mal einen Erdbeerkuchen backen, ich blättere mal die Sommer-Zeitschriften durch? Eher nein. Wenn ich nach einem Rezept suche, schmeiße ich Ecosia oder Pinterest an.

Chaos-Update: Mein Zeitschriften-Dilemma. Oder: Wohin bloß mit den ganzen Magazinen?

Und auch, wenn ich schon mehr Zeitschriften ausgemistet als behalten habe – auch „nur“ die mit den Rezepten machen noch einen ordentlichen Stapel aus. Mehrere, besser gesagt, Sommer, Frühling, Herbst, Winter und die eine Kategorie, in die alles fällt, das ich nicht zuordnen kann.

Print ist tot – Ist Print tot?

Bisher war ich immer eine entschiedene Gegnerin dieser Aussage. Weil ich es einfach viel viel schöner finde, Zeitschriften in „echt“ durchzublättern, als sie online zu lesen. Einzelne Seiten auszureißen und an meine Pinnwand zu hängen.

Außerdem habe ich es immer als eine Art Wertschätzung den Print-Journalisten gegenüber empfunden, Zeitschriften zu kaufen.

Chaos-Update: Mein Zeitschriften-Dilemma. Oder: Wohin bloß mit den ganzen Magazinen?

Aber. Ja, so langsam komme auch ich zu dem Aber. Erstens schaffe ich es einfach nicht mehr, eine Zeitschrift durchzulesen. Geschweige denn, nur durchzublättern. Vielleicht wird es auch solche Zeiten wieder geben, wer weiß. Jetzt gerade ist keine Zeit dafür. Das ist mir beim Aussortieren noch mal schmerzhaft klar geworden, als ich von einigen Ausgaben zwei Exemplare entdeckt habe – beide ungelesen. Zweitens versuchen wir seit letztem Jahr, unsere Müllproduktion zu reduzieren. Und so ungern ich es auch sage – am Ende landen die Zeitschriften meistens im Müll. Für die Herstellung wird Papier benötigt und wenn ich keine Zeitschriften mehr kaufe, wird am Ende vielleicht ein Baum weniger gefällt.

Denn auch hier ist es so – die Nachfrage regelt das Angebot. Und auch, wenn ich mich wirklich zusammenreißen muss – letztens habe ich zum ersten Mal im Laden zwei Zeitschriften wieder zurück ins Regal gestellt und bin ohne die Brigitte Mom und ein Weihnachts-Special in der Tasche nach Hause gegangen.  So ganz verzichten möchte ich auf Zeitschriften in Zukunft aber nicht, deswegen werde ich in Zukunft alternativ folgendes ausprobieren:

Alternativen für künftige Käufe und wohin mit alten Zeitschriften

  • Bücherei – statt Zeitschriften zu kaufen und dann zu horten, einfach in die Bücherei gehen, die aktuelle Ausgabe dort lesen und ältere Ausgaben ausleihen.
  • App Readly – hier kann man für einen bestimmten Betrag im Monat ein Abo abschließen und dafür alle Zeitschriften digital lesen, die angeboten werden. Ich habe das Abo immer noch, obwohl es leider einen Teil der Titel, die mich interessieren, nicht gibt. Dafür habe ich andere Magazine entdeckt, die ich großartig finde und bisher nicht kannte.
  • Lesebox – die Zeitschriften, die mir bei Readly fehlen, finde ich alle bei der Lesebox.
Chaos-Update: Mein Zeitschriften-Dilemma. Oder: Wohin bloß mit den ganzen Magazinen?
Hamburg liest weiter statt Altpapier

Eine ganz wunderbare und nachhaltige Alternative zum Altpapier für die aussortierten Zeitschriften ist übrigens Hamburg liest weiter.

Eine weitere Option wäre noch, mal in umliegenden Kitas oder Schulen zu fragen, ob diese vielleicht ausgelesene Zeitschriften zum basteln brauchen können.

DIY-Ideen mit alten Zeitschriften

Wenn das alles nix ist und doch noch die ein oder andere Zeitschrift übrig ist – es gibt so wahnsinnig viele DIY Ideen für alte Zeitschriften. Ich habe zum Beispiel vor Jahren mal einen Tannenbaum draus gefaltet. Man kann auch die Seiten als Geschenkpapier benutzen – falls einzelne Seiten zu klein sind, einfach mehrere fix zusammennähen. Sieht auch schön aus. Kleine Nikolausstrümpfe für ErzieherInnen, LehrerInnen, Nachbarn und Freunde zaubern. Aus den Seiten Tüten für Adventskalender oder als Geschenktüte basteln (oder als Mitgebseltüte für den nächsten Kindergeburtstag). Oder ihr bastelt Briefumschläge, in denen ihr die Weihnachtspost verschickt.

Wie siehts bei euch aus mit den Zeitschriften? Schafft ihr es, sie zu lesen? Stapeln sie sich in diversen Ecken? Oder lest ihr sowieso nur digital?

8 Kommentare

  1. Ich habe mir vorgenommen immer nur pro Zeitschrift (flow. NABU. Neon) einen Zeischriftenhalter zu benutzen. Wenn er voll IST, sortiere ich welche aus. Oft behalte ich Sonderausgaben. Oder bastel daraus etwas. Rezepte oder Reisetips trenne ich raus hefte sie ab oder lege sie in Koch-oder Reisebücher. Der Rest kommt in den Papiermüll und hoffe darauf, dass so viel wie möglich recykelt wird. Immer wieder kommt es vor, dass ich Bestimmte Artikel nach einiger Zeit nochmal oder erst später lese.

    Ich schätze auch die Arbeit, die in einer Zeitschrift steckt. Gerne verschenke ich auch mal eine Zeitschrift, neu gekauft.

  2. Ich lese berufsbedingt viel. Zum Glück werde ich zweimal täglich mit einem Pressespiegel ausgestattet. Schön nach Thema aufgedröselt aus verschiedenen Zeitungen. Zeitschriften kaufe ich mir für Zugfahrten und lese das dann auch. Liegt hier so lange rum, bis es durch ist (kann dauern) und wandert dann weiter in Kaffee-Ecke der Bürogemeinschaft. Ich erinnere mich aber an meine Kindheit und die GEO Hefte: die wurden vom Papa stapelweise im riesigen Keller archiviert. Auf Nachfrage zu bestimmten Themen oder Referate herausgeholt. Aber wehe man wollte was ausschneiden. Ein No-Go! Diese Sammelei hat aber auch dazu geführt, dass ich die original Ausgaben des Stern mit den vermeintlichen Hitler Tagebüchern besitze. Und den Spiegel, der das aufdeckte. Sammeln kann auch zu Schätzen führen.

  3. liebe johanna,

    das zeitschriftenstapel-thema kenne ich auch. blättern ist mir auch lieber als scrollen.
    ich bin aber seit längerem schon team bibliothek.

    was ich nicht komplett unterschreiben kann ist der umweltgedanke, den du anführst.
    sicher ist die produktion dieser fülle an zeitschriften nicht nachhaltig. ich finde es könnte im angebot bereits deutlich ausgemistet werden, statt immer neue hefte zu kreieren…

    jedoch – papier kann recycelt werden.

    wie sieht es aber mit der energiebilanz der „online-alternative“ aus?
    die nutzung der vielen technischen geräte – die strom verbrauchen, aber auch erstmal mittels wertvollen ressourcen – und in manchen ländern unter unguten bedingungen!!- hergestellt werden müssen.
    die mega-server, die millionen von daten speichern.
    dieses online sein – das alles kostet auch.
    und nur weil diese fakten nicht als stapel auf dem küchentisch landen, sollten wir uns trotzdem bewusst machen, das es dies am ende des tages nicht die ökoLOGISCHste alternative ist…

    nachtrag:
    besonders fies finde ich vorallem die kinderzeitschriften, die mit diesen widerlichen plastikmüll-spielzeug daherkommen. meistens wird ja genau deswegen gequengelt…
    inhalt oft: naja. das ’speilzeug‘ von geringem spielwert und qualitativ schlecht – also direkt für die tonne produziert.
    ich finde, eine gute kinderzeitschrift kommt ohne diesen schrott aus und überzeugt durch inhalte.

  4. Für mich waren Zeitschriften auch immer das, was ich mir im Alltag so für mich „gönne“. Meine Pause im Chaos. Aber ersten kosten sie verhältnismäßig viel und zweitens machen sie eben Chaos und Müll. Mein absoluter Life Hack der letzten 3 Jahre: Zeitschriften in der Bibliothek ausleihen! Ich kann so viel ausleihen, wie ich mag, es stört mich null, dass sie nicht aktuell sind, und am Ende bringe ich sie einfach wieder zurück und andere lesen drin. Für mich DIE Lösung. Das sind die 20 Euro Jahresbeitrag (über die ich auch CDs, Bücher, Kinderbücher etc. leihen kann) tausendmal schon wert. Statt Zeitschriften im Internet zu lesen will ich nämlich vermeiden, denn ich will nicht dauernd einen Bildschirm vorm Gesicht – nicht für die Kinder und nicht für mich. Daher bleiben Zeitschriften meine Leidenschaft, aber eben aus der Bib, das ist für mich perfekt.

  5. Christine sagt

    Liebe Johanna,
    noch ein Tipp von mir. Es gibt auch die App Onleihe. Sozusagen die digitale Variante der öffentlichen Büchereien. Dort kann man sich Bücher, Hörbücher, Kinderbücher, aber eben auch Zeitschriften und Zeitungen leihen und auf dem Tablet oder eBook-Reader lesen. Man braucht nur ein Leseausweis mit entsprechenden Zugangsdaten der örtlichen Stadtbücherei. Kann ich nur empfehlen, auch wenn es bei manchen Neuausgaben ein bißchen Wartezeit gibt. Liebe Grüße

  6. Franziska sagt

    Hey,
    mir geht’s total ähnlich. Jahrelang ungelesene Zeitschriftenberge gehortet. Völlig unnötig, wie ich heute finde.
    Ich habe eine Zeitschrift weiterhin im Abo, weil ich sie wichtig finde und direkt unterstützen möchte (Missy Magazine), alle anderen Zeitschriften leihe ich bei den Bücherhallen. Abgesehen von Spiegel und Co kann man bei fast allen Zeitschriften auch die aktuellste Ausgabe sofort ausleihen. Zudem kann man in der „eBuecherhalle“ viele Zeitschriften auch als epaper lesen. Eine weitere App braucht man da gar nicht, finde ich! Für mich ist das die perfekte Kombi und ich habe keine Stapel mehr (zumindest nicht dauerhaft und sie wachsen nicht) und auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich doch nicht zum lesen komme.
    Liebe Grüße
    Franziska

  7. Liebe Johanna, in Berlin haben wir hier Bücherbänke, die vor Ladenlokalen stehen oder eben unten im Hausflur oder der Kita. Vielleicht bringst du da mal einen Stein ins Rollen? Das Problem haben ja viele und so kann man gut tauschen bzw. loswerden!

  8. Hanne KPunkt sagt

    Hier wird regelmäßig nur eine Frauenzeitschrift gelesen. Wenn der Stapel nicht mehr ins Schubfach passt, wird ausgemustert. Lieblingsartikel oder Bilder werden ausgeschnitten und in einem Ordner abgelegt. Zeitungen zum Thema Kochen oder Backen kaufe ich eher unregelmäßig. Hier sortiere ich auch schneller aus und hefte Rezepte ab, die ich nach kochen will oder schon erfolgreich probiert habe. Damit habe ich quasi ein sehr persönliches „Kochbuch“.

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