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Blogger möbeln auf – Workshop bei den Stukenbrocks

DSC_1032Als Nic alias Luzia Pimpinella vor einiger Zeit anfragte, ob bei uns Hamburger Bloggern Interesse an einem Möbel-Aufmöbel-Workshop in der Wohnwerkstatt der Stukenbrocks bestünde, war ich natürlich Feuer und Flamme und fing sofort an, zu überlegen, welchem meiner Flohmarktschätzchen ich die Ehre zuteil kommen lassen wollte, unter professioneller Anleitung von Marion Stukenbrock aufgemöbelt zu werden. Das kleine, weiße Badezimmerschränkchen, das schon halb abgeschliffen mit einem Mülltütenkleid als Schutz gegen die Nässe auf dem Balkon sehnsüchtigst darauf wartet, fertig gestellt zu werden? Oder der rote Schrank, den ich vor dem sichere Mülltod bewahrt und ihm eine rosige (wohl eher weiße, aber das hab ich ihm noch nicht verraten) Zukunft inmitten unserer Familie versprochen hatte?

Ich kann euch verraten – die Wahl ist auf ein anderes Möbelstück gefallen. Und zwar auf einen von zwei Stühlen, die wir vor einiger Zeit auf dem Schanzenflohmarkt erstanden und nach Hause geschleppt haben – hier hab ich sie sogar schonmal gezeigt.

Und ja, auch sie sollten eigentlich statt in schmutzigem Weiß und glänzendem dunkelbraun schon in strahlendem Weiß erleuchten und damit einen schönen Kontrast zu unserem über 100 Jahre alten Esstisch aus dunklem Holz bilden. Aber – wie das Immer so ist – keine Zeit, keine Lust, es regnet, nicht die richtige Farbe, ach Mist, die Pinsel sind eingetrocknet, nein Lotta, nein, nicht die Farbe… ihr wisst glaube ich, was ich meine, oder?

Entschieden habe ich mich dann, einfach aus dem Bauch heraus, für den dunkelbraunen Stuhl, weil der im Wohnzimmer einfach störender ins Auge fällt als die Schränke auf dem Balkon, zumindest jetzt im Herbst und Winter.

An dem Sonntag, für den der Workshop geplant war, machte ich mich dann mit ziemlich gemischten Gefühlen auf den Weg, einerseits war ich voller Vorfreude, weil ich es einfach mag, zu werkeln und ich mich auf einen schönen Tag mit anderen Bloggerinnen freute. Andererseits, und der Teil überwog erstmal, war ich voller Panik und in Angstschweiß, weil ich zum allerersten Mal unser neues Auto fahren musste, einen riesengroßen (wirklich!) Familienkombi mit Schaltung! Die letzten Jahre bin ich immer mal mit dem Automatik-Autochen meines Freundes gefahren und obwohl wir den „Neuen“ schon seit dem Sommer haben, bisher saß ich nie hinterm Steuer (sondern, ganz und gar in Gluckenmutti-Manier hinten beim Baby). Ich weiß, es ist ziemlich albern, aber so ist es halt. Nachdem ich erstmal aus der Parklücke raus war und ein paar Meter zurückgelegt hatte, war das Ganze auch kein Problem mehr, Auto fahren verlernt man eben doch nicht.

Leider leider fiel mir erst auf, dass ich beim letzten iPhone-Update das Navi gelöscht hatte, um Speicher zu gewinnen – wer nicht fährt, braucht auch kein Navi – als ich den Schlüssel ins Zündschloss steckte und mir so dachte – wo fahr ich denn jetzt eigentlich lang? Hier kam wieder mal Punkt ??? zum Einsatz, Orientierungslosigkeit deluxe. Zum Glück gibt’s bei Google Maps eine Routenfunktion, dank der ich auch zumindest erstmal in den Ort, in dem Marion und ihr Mann Ralf leben und werkeln, gefunden habe. Dass ich allerdings trotz Unterstützzung von Google zweimal an der Wohnwerkstatt vorbeigefahren bin und Ralf sich nach einem kurzen Telefonat an die Straße stellen musste, um mich ins Ziel zu winken, treibt mir immernoch ein bisschen die Schamesröte ins Gesicht, wenn ich dran denke.DSC_1009

DSC_1008Egal, als ich endlich da war, wurde ich so herzlich empfangen und der restliche Tag war so interessant und nett, dass er mich meine Problemchen auf dem Hinweg schnell vergessen ließ. Da ich fast eine Stunde zu spät war (jaa… ich hatte mich, ehrlich gesagt, auch in Hamburg noch kurz sowas wie verfahren), waren die anderen Mädels natürlich schon fleißig. Ricarda und Martina, die ich beide bis dahin noch nicht persönlich getroffen, waren schon dabei, ihren mitgebrachten Möbeln einen neuen Anstrich zu verpassen, während Kathrin sich noch abmühte, ihren Sessel von den alten Polstern zu befreien.DSC_0977

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Nachdem ich von Ralf mit Kaffee versorgt worden war, konnte ich auch loslegen – mit Heißluftpistole und Spachtel bewaffnet machte ich mich an die Aufgabe, meinen Stuhl von seiner Lackschicht zu befreien. Wie sich im Laufe der nächsten Stunden herausstellte, war das eine ziemlich zeitaufwändige Aufgabe – und deutlich anstrengender, als ich gedacht hatte.

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Nach zwei Stunden hatte ich immerhin schon gut die Hälfte geschafft, unter dem Braun war ein leuchtendes Rot zum Vorschein gekommen, was ich erstmal gar nicht so schlecht fand. Klarer Fehler meinerseits, aber dazu später mehr.

Viel besser als gar nicht schlecht fand ich dann aber erstmal Marions Eintopf, den sie gegen Mittag zur Stärkung servierte. Superlecker, und ich hab extra eine vegetarische Portion bekommen, vielen Dank nochmal dafür, liebe Marion! Während unserer kleinen Mittagspause haben wir gequatscht, was das Zeug hält – über Möbel (natürlich), über Marions wunderschönen Laden Herzberg in Ottensen, über die großartigen selbstgebauten Möbel um Hause Stukenbrock und – über Kindererziehung.

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Nach dem Mittagessen machten wir uns voller Tatendrang wieder an die Arbeit, während Ricarda und Martina schon ziemlich weit waren, hatten Kathrin und ich noch einige Arbeit vor uns. Zwischendurch kredenzte Marion uns zur Stärkung oberleckere Apfelpfannküchlein auf wunderschöner Herbstdeko – die waren so gut, dass sie ruck zuck alle waren und Marion und Ralf sich nur noch das letzte Anstandsküchlein teilen konnten. Unmöglich, diese Blogger!

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Die kleine Pause nutze ich auch, um noch ein paar Fotos zu machen, unter anderem von diesen beiden Schönheiten:

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Derart gestärkt und ausgeruht hatte ich, kurz bevor die Dämmerung einsetzte, endlich meinen Lack ab! Leider war Marion davon nicht ganz so begeistert, als sie meinen Stuhl genauer in Augenschein nahm – denn unter dem braunen Hochglanzlack war rote Beize zum Vorschein gekommen. Und, das sollte ich im Laufe der nächsten Stunden lernen, rote Beize kommt durch alle hellen Farben wieder durch. Und bei weiß äußert sich das in Form von Rosafarbenen Flecken. Obwohl Marion wirklich alles gegeben hat – erst weiße Farbe drüber, dann grau, dann nochmal weiß – das Rot kam immer wieder zum Vorschein.

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Letztendlich habe ich meinen Stuhl in grau mit nach Hause genommen und werde ihn dort noch ein bisschen weiter bearbeiten müssen, bis er tatsächlich in fleckenlosem Weiß erstrahlt. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, ich hatte so einen schönen Tag bei Marion und Ralf, habe viel gelernt (unter anderem: nie-nie-niemals rot beizen!) und ich bin mir ganz sicher, hätten wir noch ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätte Marion einen Weg gefunden, das Rot komplett unter weiß verschwinden zu lassen. Aber ich muss sagen, mich hat ein bisschen der Ehrgeiz gepackt, ich sage hiermit dem hartnäckigen Rot den Kampf an und werde euch hoffentlich bald das Ergebnis in Form eines weißen Stuhls zeigen können!

Egal, ob ihr jetzt selbst Lust auf so einen Kurs in der Wohnwerkstatt bekommen habt oder bei Abschleifen und Anstreichen eher an eine Freundin denkt – die Termine für zukünftige Kurse findet ihr hier. Und wer wirklich so gar keine Lust hat, selbst aktiv zu werden, der kann auch einfach mal im Herzberg vorbeischauen und dort die liebevoll von Stuckenbrocks gebaute oder aufgearbeitete Möbel kaufen.

Vielen Dank nochmal an Marion und Ralf für die Einladung zum Workshop, das leckere Essen und den Anlass, endlich mal (wieder) Auto zu fahren!

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