Das Leben Eben
Kommentare 10

Life Update – Hallo 2020

Gedanken, Fragmente, Erlebtes, Dies und Das

Neues Jahr, neues Glück? Oder zumindest so ähnlich. Die ersten zwei Wochen im Januar sind um, wir sind langsam ins Jahr gestartet. Ich habe fast zwei Wochen lang nichts auf Instagram gepostet, mir noch ein bisschen Urlaub gegönnt. Stories gab es trotzdem, ich habe gemerkt: es ist schon Urlaub und unheimlich entstressend, wenn ich einfach nur irgendwas machen kann. Nicht machen muss. Keine Abgabetermine und Fristen habe.

Das war wirklich schön, allerdings freue ich mich auch sehr, dass es jetzt weitergeht und ich gefühlt so richtig starten kann. Das ist es auf der anderen Seite eben auch – so schön ich dieses runterfahren auch fand: es kribbelt. In meinen Fingerspitzen, die über die Tasten huschen und Geschichten schreiben wollen. In meinem Kopf, in dem die Gedanken Achterbahn fahren, hoch, runter, rauf, quer und noch einen Looping dazu.

Was war los und wie gehts weiter?

Da dieser Text die Titel „Life Update“ trägt, will ich dem natürlich auch gerecht werden und ein bisschen vom Leben erzählen. Von unserem, von dem, was hier so passiert ist die letzten Wochen. Um einen Einstieg zu finden und einen roten Faden. Denn das ist der Plan für 2020. Mehr Faden, an dem ich mich langhangeln kann, mehr Plan, Struktur. Weil mir das alles Halt gibt und Zeiten schafft, vom Plan abzuweichen. Wenn ihr wisst, was ich meine. Es wird also dieses Jahr mehr Life Updates geben. Geschriebenes, aneinander gereihte Wörter, manchmal mit Sinn, vermutlich öfter mit Unsinn dahinter. Aber darum geht es mir nicht. Vielmehr geht es mir darum, zu schreiben. Drauf los. Mitten raus aus dem Kopf, mitten rein ins Herz. Manchmal klappt das, manchmal nicht.

Mein Blog, meine Regeln

Aber das ist eben auch eins der Dinge, die ich in diesem Jahr üben werde. Mein Blog, meine Regeln, meine Spielwiese. An Algorithmen und Regeln, was man wie machen sollte, um Erfolg zu haben, habe ich mich sowieso noch nie gehalten. Zumindest nicht starr. Ich habe einfach immer gemacht, aus dem Bauch heraus, mit viel Gefühl und meistens mit Leichtigkeit. Genau die ist mir allerdings spätestens im letzten Jahr abhanden gekommen. Auch, wenn es immer noch viel Liebe gibt – es wird so viel kritisiert, gespottet, gehated. Das entzieht mir wahnsinnig viel Energie – und eben die Leichtigkeit. Es hat zur Folge, dass ich von einem Struggle in den nächsten stürze und gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich will.

Und DAS geht so nicht. Ich bin nicht mehr bereit, fremden Menschen so viel Macht zu geben. In Zukunft läuft es also so, dass ich schreibe, worüber ich will, zeige, was ich will und Werbung mache, wofür ich will. Und zwar auch so oft ich will. Wer damit nicht zurecht kommt, ist herzlich eingeladen, woanders zu lesen. Denn, und da müssen wir uns nichts vormachen, es gibt mehr als genug Blogs und Instagram-Accounts auf dieser Welt.

Um eins gleich abzufedern – konstruktive Kritik ist immer gern gesehen. Ich mache Fehler, manchmal handle ich unüberlegt und vorschnell. Aber ich hinterfrage und überdenke mein Handeln, ständig. Und so manche angemessen angebrachte Kritik hat für deutliche Veränderung meiner Sichtweisen und auch meines alltäglichen Lebens und dessen, was ich teile und worüber ich schreibe, gesorgt.

So viel also zu dem, was ich mir beruflich vorgenommen habe. Wieder mehr mein Ding machen, Ideen umzusetzen, statt sie immer nur aufzuschreiben oder im Kopf hin und her zu wälzen. Nicht zu vergessen: Fortbildung und Netzwerk. Beides steht groß auf meiner „Will-ich-Liste“. Und ich hoffe sehr, dass ich das dieses Jahr umsetzen kann. Verhalten optimistisch, dass ich beides umsetzen kann, bin ich, denn auch privat geht es natürlich weiter.

kunterbuntes Kinderzimmer

Krippe die Dritte

Mit weiter meine ich in erster Linie tatsächlich mehr Zeit ohne Kinder. Denn so unvorstellbar es mir bisher vorkam, mein drittes und letztes Baby in die Fremdbetreuung zu geben – so kurz bevor steht dieser Schritt uns plötzlich. Wenn alles glatt läuft und keine Krankheit dazwischen grätscht, gehts heute in einer Woche los.

Die Krippe haben wir uns letzte Woche erst angeschaut, sind von der Gruppengröße, dem Betreuungsschlüssel und auch dem Konzept mehr als begeistert und können, wie gesagt, fast sofort anfangen mit der Eingewöhnung.

Dieser nächste Schritt ist aufregend und beängstigend zugleich, bedeutet ein absolutes Gefühlsmischmasch, Chaos in Kopf und Herz. Ich springe von einer Sekunde auf die nächste von Vorfreude über echte freie Zeit zu tiefer Traurigkeit und dem Impuls, mein Baby nicht loslassen zu wollen.

Aber es wird langsam Zeit. Ella hat einfach Lust auf andere Kinder in ihrem Alter, sie hat Lust, ihren Radius zu erweitern. Ja, und wir haben nicht nur Lust auf kinderfreie Zeit, wir haben sie bitter nötig. Ich verzichte an dieser Stelle darauf, zu beteuern, wie sehr wir unsere Kinder trotz Bedürfnis nach Zeit für uns lieben – und tue es indirekt damit natürlich doch. So ein Quatsch, dass dieses Gefühl des rechtfertigen müssens aufkommt, sobald es darum geht, mal keine Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu wollen. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten (ach was, Jahren! Im Post WER BIN ICH EIGENTLICH NOCH, SEIT ICH MUTTER BIN? von Januar 2018 geht es genau darum) mehr und mehr erkannt, dass das eben auch etwas ist, was ich ihnen mitgeben und vorleben möchte: sich Zeit zu nehmen für Dinge, die nur ihnen gut tun. Sich Zeit für Selbstpflege, Selbstliebe und Selbsterfahrung zu nehmen.

Damit sie sich selbst eben nicht in dem Strudel aus Stress und Hektik der aktuellen Leistungsgesellschaft in Kombination mit Familie verlieren, falls sie mal eine haben sollten.

Weltschmerz und Klimawandel statt Selbstfindung

Vielleicht, wahrscheinlich sogar, wird aber die Generation unserer Kinder auch gar nicht mehr das Privileg haben, sich Zeit für Selbstfindung erkämpfen zu müssen. Sondern sich vielmehr mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. In 30 Jahren sind unsere Kinder so alt wie wir jetzt. Wenn ich mir ausmale, wie die Welt dann möglicherweise aussieht, wie ihr Leben aussehen könnte, packt mich an manchen Tagen die nackte Angst. Sie legt sich fest um mein Herz, schnürt mir Brust und Kehle zu und lähmt mich.

Klimaangst und Weltschmerz sind Themen, die gerade in Bezug auf die Brände in Australien und die aktuellen politischen Entwicklungen zwischen Iran und den USA viele von uns beschäftigen. Die Frage ist, wie wir es schaffen, uns nicht von der Angst einnehmen und lähmen zu lassen, sondern Ohnmacht und Hilflosigkeit in Aktivität umwandeln. Etwas zu tun. Dieses Etwas kann für jeden anders aussehen und muss weder verglichen noch bewertet werden, finde ich. Die einen spenden Geld (das habe ich zum Beispiel gemacht), andere reden vielleicht einfach nur mit jemandem darüber, dem dieses Thema bisher nicht so richtig bewusst war. Andere teilen Wissen in größerem Stil. Engagieren sich politisch. Demonstrieren. Teilen Beiträge in den Sozialen Medien. Und konsumieren Nachrichten bewusst, um nicht durchzudrehen. Zu diesem Thema kommt aber auch noch ein Post mit Links und Hinweisen, die mir ganz gut geholfen haben.

Dachboden, Dorf und Durchbruch

Ihr seht, es ist viel los. Im Großen und Kleinen, wie immer und bei allen eigentlich. Ganz aktuell ist hier gerade auch, dass wir so schnell wie möglich unseren Dachboden entrümpeln müssen. Wir ziehen um, also die Dachböden – und verkleinern uns um etwa 3/4 der Fläche. Das stellt besonders mich vor eine große Herausforderung, ich nutze den Dachboden tatsächlich eher wie ein zusätzliches Zimmer. Bringe Spielzeug nach oben, das wir gerade nicht wirklich brauchen, um es dann und wann auszutauschen. Habe Kisten mit Weihnachtdeko, Silvesterparty-Accessoires und alles, was wir nur ab und an mal brauchen, da oben deponiert. Und an die ganzen nostalgischen Erinnerungskisten will ich gar nicht erst denken. Aber – es hilft ja nichts. Wir müssen da ran und ausmisten. Für euch bedeutet das in naher Zukunft mal wieder einen Insta-Sale und für uns ist das die Chance, noch mal Ordnung ins Chaos zu bringen (Hallo Chaos Update!).

Etwas ungünstig ist, dass die Wunde an meinem Fuß nach einem Sturz kurz vor Weihnachten immer noch nicht richtig verheilt ist, das erschwert Kisten schleppen und räumen natürlich etwas. Aber unsere supernetten neuen Nachbarn haben schon Hilfe angeboten, vielleicht springe ich über meinen Schatten uns sage einfach mal Ja. Überhaupt ist es total nett, Nachbarn zu haben, die einfach vor der Tür stehen, um Hallo zu sagen. Das in Kombination mit Freunden, die um die Ecke wohnen, schafft seit ein paar Wochen das Gefühl, dass wir uns langsam das Dorf aufbauen, von dem immer alle reden.

Ansonsten stecke ich in der Urlaubsplanung, dieses Jahr soll das erste werden, in dem ich nicht erst zwei Wochen vor Ferienbeginn buche. Übrigens wird das auch eine gute Übung in Bezug darauf, Entscheidungen zu treffen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Vom Ende der Einsamkeit

Und zu guter Letzt kann ich begeistert berichten, dass ich einen Durchbruch geschafft habe. Es ist mir wirklich mehr als peinlich zu sagen, dass ich seit fast 10 Jahren kein Buch mehr zu Ende gelesen habe. „Vom Ende der Einsamkeit“ hat den Bann gebrochen. Der Roman von Benedict Wells ist so gut, dass ich ihn in wenigen Tagen durchgelesen habe. Mein Stapel ungelesener Bücher wartet jetzt nicht mehr vorwurfsvoll auf mich, sondern vorfreudig.

Mein Hirn dürstet also nach neuen Geschichten, genau wie es in meinen Fingerspitzen kribbelt. Ich hoffe sehr, dass es gut wird, dieses Jahr.

10 Kommentare

  1. Verena sagt

    Liebe Johanna, ich freu mich auf das Jahr mit deinem Blog und deinen Insta-inspirationen!
    Mach einfach weiter, wie es für dich passt. Wir werden davon profitieren!
    Herzlichste Grüße, Verena

  2. Kristina sagt

    Ich freue mich auch auf das Jahr, mit dir, mit meiner Familie, mit meinen Freunden und mit dir.
    Du bist so herrlich ehrlich und sprichst mir aus dem Herzen.
    Auch ich liebe meine 3 Kinder über alles. Aber genauso auch meinen Mann. Und damit das so bleibt, gönnen wir uns auch ab und an kinderfreie Zeit. Und das seit Jahren. Aber mehr als eine Woche halt ich nicht aus.
    Unser Umfeld kann das nicht immer nachvollziehen. Leider…. Aber uns als Eltern und als Paar tut es sehr sehr gut.

  3. Sarah Stiller sagt

    Liebe Johanna,
    wie schön von dir zu lesen! Und wie schön, dass du dich dabei so liest, als würde es dir gut gehen. Deine Pläne für den Blog (und auch für alles andere) hören sich sehr gut an und ich freue mich auf ganz viel Gedanken „raus aus dem Kopf und rein ins Herz“!
    Alles Liebe, Sarah

  4. christines2103 sagt

    Du inspirierst mich, jeden Tag, und dieses Jahr werde ich auch ein Projekt starten und schreiben. Danke, Johanna! Ich liebe deinen Content, der eine so perfekte Mischung aus professionellem Arbeiten und echtem Leben ist, wie ich es tatsächlich so nur von dir kenne <3 Haters gonna hate, potatoes gonna potate. Du hast eine riesen Fangemeinde von Leuten, die deine Arbeit unheimlich schätzen. Ignorier die ganzen Menschen, die nicht in der Lage sind, Wertschätzung zu zeigen, selbst wenn es Mal was zu kritisieren gibt <3

  5. Anna Wolf sagt

    Liebe Johanna,

    Mir fällt es auch immer sehr schwer mich nicht von der Negativität anderer Leute beeinflussen zu lassen. Dabei nehme ich es mir immer so sehr vor und weiß ja auch, dass das eigentlich nichts mit mir zu tun hat und man die negative Energie nicht an sich herankommen lassen sollte. Und dann kommt ein blödes Kommentar im vorbeigehen und man ärgert sich, rechtfertigt sich in Gedanken (weil man in dem Moment natürlich keine passende schlagfertige Antwort parat hatte). Mich verfolgt sowas immer noch Stunden später und dann ärgere ich mich wieder über mich selbst, dass ich für so etwas meine Energie verschwende. Was ich damit sagen will: ich kann dich sehr gut verstehen! Und auch wenn es mir selbst schwer fällt, wünsche ich dir vom ganzen Herzen, dass du es schaffst über negativen Kommentaren, Hatern, Kritikern zu stehen und dein Ding durchzuziehen. Ich drück die Daumen!
    Ich wünsche dir ein ganz tolles Jahr und viele positive Veränderungen und freue mich auf all deine schönen Bilder, Inspirationen und Texte.
    Liebe Grüße, Anna

  6. Sandra sagt

    Hallo liebe Johanna, auf Insta folge ich Dir schon länger. Blogs las ich nie, weil ich das auf dem Handy doof fand. Nach meiner Elternzeit nutze ich das Bloglesen (also bisher quasi nur Deinen), in den Pausenzeiten meines Bürojobs.
    Ich finde ihn großartig, finde Deine Bilder und texte meißtens toll (kenne viele bereits durch Insta) und bin ein wenig neidisch, dass ich nicht diese kreative Ader habe, so einen geilen Job zu haben.
    Ich finde es gut, dass Du Dich weniger von Hatern etc beindrucken lassen möchtest. Allen wirst Du es sowieso nicht recht machen.
    Ich habe leider 2018 und 2019 je ein Kind verloren. Die Trauer sitzt tief in mir, aber ich kann damit nicht gut umgehen und sie nicht richtig zulassen. Ich möchte auch, dass es MIR besser geht und möchte mich dieses Jahr gut um mich kümmern, nur so kann ich meiner lebenden Tochter und meinem Mann auch eine gute Mama und Frau sein.
    Ich gehe also voll mit und mache es mir und meiner Familie gut.
    Toller Blog – tolle Bilder – tolle Texte – tolle Inhalte!
    Ich freue mich auf 20220

    • Johanna sagt

      Liebe Sandra, wie schön, dass du von Instagram auch auf meinen Blog gefunden hast, das freut mich wirklich sehr, weil er eigentlich das Herzstück meiner Arbeit ist.

      Mein allerherzlichstes Beileid zu deinen Verlusten, das tut mir wirklich unendlich leid. Hast du versucht, dir professionelle Hilfe zu holen? Der Verlust von Kindern ist eine der allerschlimmsten Erfahrungen, die man machen kann, das ist definitiv etwas, wo man nicht allein durchmüssen sollte. Ich hoffe sehr, dass du Zeit, Kraft und Kapazitäten findest, die Trauer zuzulassen und zu bewältigen. Alles Liebe für dich und deine Familie, liebe Grüße, Johanna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.