Das Leben Eben
Kommentare 14

Free your legs – Warum ich meine Beine im Sommer nicht mehr in Jeans zwinge

Free your legs - Style the bump

Zu dick, zu weiß, zu dellig, zu knochig, zu wabbelig, zu narbig, mit Besenreisern, Krampfadern oder Dehnungsstreifen.

Kurz gesagt – nicht makellos. Viele Frauen und auch schon Teenager empfinden ihre Beine als nicht schön genug, um im Sommer kurze Röcke oder Shorts tragen zu können. Und die Alternative? Sie schwitzen. Sie schwitzen sich durch den Sommer und verpassen damit: Leichtigkeit.

Meine Bein-Story

Ich weiß sehr gut, wovon ich rede, mir ging es jahrelang ganz genau so. Meine Beine sind nicht besonders lang, ich finde sie immer zu dick, vor allem die Oberschenkel. Meine Haut ist hell und empfindlich, nach dem Rasieren wird sie schnell rot. Sie ist trocken, ich habe Besenreiser und sogar an den Waden Dehnungsstreifen. Von der Cellulite an den Oberschenkeln will ich erst gar nicht anfangen.

Seit ein paar Jahren sehen meine Knie komisch knubbeldick aus, weil die Oberschenkelmasse irgendwie runter drückt.

Und obwohl meine Beine mit den Jahren sicher nicht schöner wurden – seit drei Jahren trage ich im Sommer wieder kurze Röcke und Kleider. Wobei „kurz“ natürlich auch relativ ist, so round about knielang ist meine Wohlfühllänge. Wenn die Teile kürzer sind, zuppel und zieh ich sie immer wieder nach unten, das trägt nicht gerade zum entspannten Sommertreiben bei.

Free your legs - Style the bump

Und wie kam es dazu?

Nachdem Berit von Marmeladekisses das Thema auf Instagram vor kurzem wieder angesprochen hat, habe ich mich in den Stories dazu geäußert und an den Hashtag #freeyourlegs erinnert, den ich vor drei Jahren ab und zu benutzt habe. Auf die Story wurde ich von einer Leserin gefragt, wie es dazu kam, dass ich mich nicht mehr in Jeans und langen Hosen durch die heißesten Sommertage quäle.

Ich konnte das nicht auf Anhieb beantworten. Klar, ich hatte ungefähr ein Jahr nach Bos Geburt super abgenommen und hab mich einfach relativ wohl gefühlt in meiner Haut. Aber ich hab auch nicht weniger gewogen als in den Jahren vor den Kindern – und da hatte ich immer lange Hosen an. Und war nie nie nie schwimmen.

Also hab ich überlegt und überlegt – und irgendwann ist es mir eingefallen. Es war – natürlich – einer dieser unheimlich heißen Tage, an denen ich mich in langer Jeans durch den Tag geschwitzt und gekämpft habe. Wir waren in Ottensen unterwegs und vor einem Café saß eine Frau in kurzer Hose, mit schlanken Beinen – die aber übersät waren mit Besenreisern.

Wie gerne würde ich im Sommer Shorts tragen

Ihre Beine waren wirklich mehr blau als alles andere und – Überraschung – ich dachte nicht:

„Wie furchtbar, die soll sich gefälligst mal eine lange Hose anziehen.“.

Nein, ich dachte:

Wie schön das sein muss, nicht so zu schwitzen. Den Wind und die Sonne auf den Beinen zu spüren, sich nicht insgesamt so überhitzt durch den Tag zu schleppen.

Und während wir den Nachmittag schwitzend in Ottensen verbrachten, kam mir immer wieder diese Frau in den Sinn – besser gesagt: ihre Beine. Und dachte: wenn sie sich das traut, dann muss ich das auch können.

Free your legs - für mehr Leichtigkeit und einen schönen Sommer

Mein Schlüsselmoment

Und genau das ist der Schlüssel. Ich habe jemand anderen gesehen, der keine perfekten Beine hatte. Eine andere Frau mit vermeintlichen „Makeln“. Zusammen mit meinem Leidensdruck und dem Gefühl, irgendwie immer ein bisschen Sommer zu verpassen durch meine langen Jeans, hab ich mich irgendwann einfach entschieden, auch „kurze“ Sachen zu tragen.

Bei Shorts bin ich zwar immer noch nicht angekommen, aber immerhin gehen knielange Röcke und Kleider mittlerweile problemlos. Gerade letzte Woche saß ich wieder im knielangen (Umstands-)Rock zwischen einem Haufen Beautybloggerinnen, alle zwischen 18 und 30 vermutlich und 98% mit schönen, schlanken, straffen und makellosen Beinen. Die sie natürlich bei dem schönen Wetter in Hamburg auch fast alle gezeigt haben. Natürlich, warum auch nicht.

Aber ich kann euch sagen – vor vier Jahren hätte ich mich bis zum Kreislaufkollaps geschwitzt bei so einer Veranstaltung. Wenn ich überhaupt hingegangen wäre. Weil – wie viele Veranstaltungen habe ich schon abgesagt, weil ich mich zu dick gefühlt habe? Es waren einige.

Free your legs - einfach mal die Beine zeigen

Body Acceptance

Ich bin immer noch nicht so weit, im Sinne von Body Positivity zu sagen, dass ich das Aussehen meiner Beine (oder meines Körpers insgesamt) liebe. Ob ich das jemals tun werde, ist fraglich, unwahrscheinlich. Ich liebe und bin dankbar, dass sie mich verlässlich durch den Alltag tragen. Dass sie funktionieren, so wie sie sollen. 

Das ist erstmal das wichtigste. Und deswegen finde ich auch, dass niemand sich an den heißesten Sommertagen in lange Klamotten quetschen muss, nur damit andere nicht mit dem Anblick der vermeintlich unschönen Beine und Schönheitsfehler belästigt werden.

Es geht nicht darum, wie schön oder nicht schön jemand anders unsere Beine findet.

Wenn ich leichter, weniger angestrengt, weniger gestresst, weniger schwitzend durch einen wunderschönen Sommertag komme, dann ist das erstmal so!viel!mehr!wert. 

Free your legs - für mehr Leichtigkeit und einen schönen Sommer

#freeyourlegs – für mehr Leichtigkeit im Sommer

Außerdem bin ich überzeugt davon, dass durch dieses Gefühl von Leichtigkeit sofort eine so schöne Ausstrahlung erzeugt wird, dass man insgesamt einfach attraktiver ist. 

Wer weiß – wenn da jemand fröhlich, positiv, optimistisch und mit Spaß leicht beschwingt (Röcke) durch die Sommertage flaniert – vielleicht guckt da einfach niemand mehr so detailliert auf die Beine? Vielleicht fällt da einfach das strahlende Lächeln und die blitzenden Augen mehr ins Gewicht als Knubbelknie, Besenreiser und Co.?

Den Sommer genießen

Statt in schwarzer Jeans und schwarzem Oberteil (hier, ich, jahrelang weil schwarz macht schlank) im Park schwitzend auf der Decke im Schatten zu sitzen ist es so viel schöner, fröhlich, bunt und leicht gekleidet mit den anderen Frisbee zu spielen. 

Oder, und ja, das ist nochmal einen ganzen Schritt (oder 10) mehr: schwimmen zu gehen.

Am allerwichtigsten – wohl fühlen

Es macht Spaß, wirklich! Achtet einfach drauf, ein Kleidungsstück zu wählen, in dem ihr euch wirklich wohl fühlt, in dem ihr euch schön findet (bei mir war das unter anderem dieses hier). Das nicht so kurz oder so eng ist, dass ihr die ganze Zeit dran ziehen und zuppeln müsst. Wenn Shorts oder knielang erstmal noch zu kurz ist, dann sind Maxi- und Midi-Röcke eine tolle Alternative. Oder auch luftige, lässige Culottes. Schritt für Schritt rantasten, rausfinden, was sich gut anfühlt und dann:

Do it! Free your legs und genieß den Sommer! 

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

14 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.