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Baby Bump Update SSW 24: Sohn oder Tochter, Junge oder Mädchen – wie wichtig ist das Geschlecht?

Baby Bump Update, ein Outing und die Frage: Wie wichtig ist eigentlich das Geschlecht?

Die 24. SSW ist rum, einer dieser Meilensteine, auf die man während der Schwangerschaft so „hinarbeitet“. Ab jetzt wäre das Baby theoretisch überlebensfähig.

Die letzten Wochen sind nur so verflogen, heute morgen stand in einer meiner Schwangerschafts-Apps: noch 16 Wochen bis zur Geburt. 16 Wochen nur noch? Das klingt plötzlich ziemlich wenig und ich fühle mich ziemlich unvorbereitet – im Vergleich mit anderen, die auf Instagram schön das neue Babyzimmer zeigen.

Andererseits weiß ich, wie albern vergleichen ist – und ich weiß, dass auch dieses dritte Kind in den ersten Wochen nicht wirklich viel braucht. Mich, meine Brust, ein bisschen Kleidung, Windeln, vielleicht ein Tragetuch. Und der Rest, der kommt. Wobei es vielleicht auch beruhigend ist, alles vorbereitet und schön gemacht zu haben.

Spüren, spüren, spüren

Ich versuche diesmal, mich mehr auf das Baby zu konzentrieren als mich zu hetzen, als alles fertig zu haben. Ich nehme mir Zeit, die Hand auf dem Bauch und spüre. Spüre die Füße, die Ellenbogen, den Po und mittlerweile schon den ganzen Körper. Die Tritte und wie sich mein Kind von innen an meine Hand schmiegt, sich gegen die Bauchwand drückt und Kontakt aufnimmt mit mir.

Baby Bump Update SSW 24., ein Outing und die Frage: wie wichtig ist eigentlich das Geschlecht?

Und was wird es jetzt?

Die Antwort auf diese Frage ist leicht. Mein Kind. Unsern Kind.

Ich wollte zwar auch diesmal unbedingt wissen, was es wird und ein paar Mal hab ich gedacht: „Hach, ein Mädchen wär‘ schon schön.“, wenn ich die niedlichen Lauflernsandalen von Angulus gesehen habe, die schon Lotta in ihrem ersten Sommer mit Schuhen hatte.

Aber, und das kann ich wirklich aus tiefstem Herzen sagen – ich wäre mit beidem vollkommene glücklich gewesen. Denn egal, ob dieses Kind ein Junge oder ein Mädchen ist – es ist mein Kind.

Vielleicht kann ich das sagen, weil ich beides habe. Vielleicht aber auch einfach, weil ich mich entspannt habe in der Geschlechterfrage. Das war nicht immer so:

Flashback SSW 15:

Endlich Mittagszeit. Kommt die Post am Wochenende eigentlich auch immer gegen 11 Uhr? Ich weiß es nicht – aber ich habe auch noch nie so sehnsüchtig einen Brief erwartet wie diesen. Halt, nein, das stimmt nicht. Dieses eine Jahr, 2010, als die Zulassungsbescheide für’s Medizinstudium verschickt wurden, ich glaube, da war ich noch angespannter, noch aufgeregter.

Und jetzt? Jetzt warte ich auf die Ergebnisse des Harmony Tests. Wenn ich ehrlich sein soll, steht eigentlich nur noch die Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht unseres Babys aus. Nach den gesundheitlich relevanten Testergebnissen hatte ich mich zwischen den Jahren schon telefonisch erkundigt. Ungeduldig, aufgeregt, ängstlich.

Und bis zum dem Zeitpunkt, dem Moment, in dem mir die Hebamme am Telefon mitteilte, dass alles in Ordnung sei und mir plötzlich die Tränen in Strömen die Wangen runterliefen, war mir nicht mal bewusst gewesen, wie angespannt ich auf dieses Ergebnis gewartet hatte. Dass es dem Baby im Bauch gut geht, ist vermutlich für alle Eltern die allerwichtigste Frage.

Baby Bump Update, ein Outing und die Frage: Wie wichtig ist eigentlich das Geschlecht?

Und die Frage nach dem Geschlecht? Wie wichtig ist es, ob man einen Sohn oder eine Tochter bekommt?

Ich will ganz ehrlich sein – in meiner ersten Schwangerschaft war ich äußert angespannt, bis ich endlich wusste, dass wir ein Mädchen bekommen. Ich habe mir immer immer immer ein Mädchen gewünscht und ich bin wirklich auch im Nachhinein noch froh, dass dieser Wunsch sich erfüllt hat.

Am besten ein Pärchen?!

Nachdem das erste Kind ein Mädchen war, haben die meisten gesagt: na, dann muss doch jetzt ein Junge kommen, dann habt ihr ein Pärchen, das wär doch perfekt.

Ich hab’ mir trotzdem sehnlichst noch ein zweites Mädchen gewünscht. Vielleicht, weil ich auch eine Schwester habe. Und weil ich viele kleine Jungs einfach doof finde. (Viele kleine Mädchen mittlerweile übrigens auch…).

Als der Arzt uns bei meiner zweiten Schwangerschaft beim First Trimester Screening schon sehr früh gesagt hat, dass wir einen Jungen bekommen, lag ich auf der Trage und musste schlucken. Den dicken Enttäuschungskloß musste ich runterschlucken. Sagen konnte ich nichts, sonst wäre ich in Tränen ausgebrochen.

Ein Mädchen gewünscht – einen Jungen bekommen

Ich war wirklich erstmal wahnsinnig enttäuscht. Aber dann hab ich mich schnell mit dem Gedanken angefreundet, an die paar netten Jungs gedacht, die ich so kenne und mir klar gemacht, dass ich einfach ein tolles KIND bekommen werde. Ein tolles Kind, das hoffentlich zu einem glücklichen Erwachsene wird.

Die restliche Zeit der Schwangerschaft und auch, nachdem Bo dann da war, hab ich damals immer wieder drüber nachgedacht, warum ich mir so sehr noch ein zweites Mädchen gewünscht habe. Aus den oben genannten Gründen, vielleicht. Aber vielleicht doch auch eher noch ein bisschen mehr, weil ich es immer schon so furchtbar fand, dass Jungs mehr zählen.

Das eine Familie erst mit einem Jungen perfekt zu sein scheint. Und weil ich eine Verfechterin davon bin, dass Mädchen genauso viel können und dürfen und genau so gut sind wie Jungs, hat sich das wohl irgendwie in meinem Wunsch nach einem zweiten Mädchen niedergeschlagen.

Hauptsache, dem Kind geht es gut

Auch, wenn das nach einer Floskel klingt – es stimmt. Mein Sohn ist genau so wundervoll wie meine Tochter. Es ist genau so toll, Söhne zu haben wie Töchter. Natürlich gibt es immer wieder Dinge, die geschlechtsspezifisch sind und uns in dem Rahmen beschäftigen. Aber grundlegend sind die beiden einfach meine Kinder und die Hauptsache ist, dass es ihnen gut geht und sie glücklich sind.

Baby Bump Update, ein Outing und die Frage: Wie wichtig ist eigentlich das Geschlecht?

Und das neue Baby?

Das neue Baby wird ein Mädchen. Lotta und Bo haben sich tatsächlich beide eine Schwester gewünscht und sind happy, dass es jetzt ein Mädchen wird. Und ich freu mich darüber, dass uns die Namenswahl wahrscheinlich ein bisschen leichter fallen wird als bei einem Jungen.

Ansonsten sind wir einfach nur sehr glücklich über das Baby und dass wir bald zu fünft sind.

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