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Seit unserem zweiten Besuch läuft es immer gleich ab: hibbelige Vorfreude, sobald wie die Fehmarnsundbrücke überquert haben. Abbremsen und Augenzukneifen (wird schon gut gehen) vor den scharfen Kurven und schmalen Wegen auf dem Weg nach Wulfen.

“Ich kann schon die Häuser sehen!” brüllt zuverlässig einer im Auto, nicht immer sind es die Kinder. Je nach Jahreszeit tauchen sie hinter einem grün-lila Kohlfeld, einem stoppeligen Acker, gefrorener Erde oder blühenden Wildblumen auf. Sobald das Auto steht reißen die Kinder die Türen auf und sind da. Sind frei für eine ganze Woche. Mit ausgebreiteten Armen rennen sie glückselig strahlend los, uns begrüßen Kieselknirschen, der Ostseewind und Pferdeduft.

Lotta verschwindet sofort Richtung Stall, Bo flitzt zum Fußballplatz und der Rest fliegt, nach so vielen Urlauben, die wir mittlerweile auf dem Küselhof verbracht haben, in Sonjas Arme. 

Endlich wieder auf dem Küselhof!

Rufen: alle Pinkepank-Kinder. Denken: alle Pinkepanks.

Seit vier Jahren kommen wir zu jeder Jahreszeit hierher, auf die Sonneninsel Fehmarn. Unser zweites Zuhause am Meer und auf dem Land, zumindest fühlt es sich nach dieser Zeit so an, ist der Küselhof.

Routiniert packen wir das Auto aus, das André in Tetrismanier 2 Stunden vorher in Hamburg vollgeladen hat. Wir wissen mittlerweile, was man alles einpacken muss für diese Urlaube (kleiner Tipp: immer eine dickere Jacke als man denkt. Es gab schon Tage, an denen ich alles übereinander getragen habe, was der Koffer hergab, weil ich dachte: ist doch schon Mai oder erst Oktober, da brauche ich (noch) keine Winterjacke (mehr)). Wir wissen auch, was uns ungefähr erwartet. Das klingt langweilig, ist es aber nicht. Es ist die Art Urlaub, die wir brauchen, um so schnell runterzukommen, dass wir uns auch während einer Woche wirklich erholen können. 

Die Sonne scheint durchs offene Ferienhausfenster auf mein Gesicht. Ich habe den türkisblauen Schlafzimmersessel gedreht, mein Blick fällt in die rauschenden Baumkronen, auf die Dächer der anderen Ferienhäuser. Auf das Feld dazwischen, über das staubwolkig ein Traktor fährt und die Ernte einfährt.

Das Glück der Kinder hängt in der Luft, obwohl sie schon unterwegs sind auf dem Hof. Tiere entdecken, andere Kinder kennenlernen. Ihr Glück über diese Freiheit, ihre Unbeschwertheit wabert durchs Haus, direkt in mein Herz.

„Das Leben ist kein Ponyhof – aber es tut gut, einen als Zufluchtsort zu haben.“

Was genau den Urlaub hier so besonders macht? So viele kleine Dinge kombiniert mit dem großen Ganzen. Die herzlichste und persönliche Begrüßung beim Ankommen inklusive Willkommens-Drink. Die ständige Suche nach Verbesserung für Gäste und Tiere. Dass beibehalten wird, was großartig ist. Zum Beispiel der Reitunterricht. Ich würde so weit gehen und sagen: herausragend gut. Auch, wenn ich absolut kein Profi bin, aber ich habe in den 4 Jahren, seit Reiten täglich eine Rolle in unserem Leben spielt, einige Ställe und Unterricht gesehen und weiß: hier stimmt der Ton, hier stimmt mein Gefühl von Sicherheit, hier stimmt der Umgang mit den Pferden und Ponys und hier stimmen die Hilfen und Korrekturen. Hier wird gelernt, die Kinder kommen weiter, arbeiten an sich, mit den Pferden und sind glücklich damit.

Erwachsene können natürlich auch aufs Pferd, gar keine Frage. Sich einfach mal tragen lassen, wenn sie sonst die gesamte Last tragen (Stichwort Mütter) oder die alte Leidenschaft wieder aufleben lassen. Ich saß nach 15 Jahren hier zum ersten Mal wieder auf dem Pferd, hatte am nächsten Tag so krassen Muskelkater, dass ich die Strohballen nicht mehr hochgekommen bin – aber auch tagelang das fetteste Glücksgrinsen ins Gesicht getackert.

Reiten – was geht auf dem Küselhof?

Auch, wenn man hier viele andere tolle Dinge in der Umgebung machen kann – oder auch einfach mal nichts – der Fokus liegt klar beim Reiten. Es gibt unterschiedlichste Angebote: Einzelunterricht, Gruppenunterricht, Reitstunden zu Zweit, Ausritte, Springen, Dressur und für die Kinder die sogenannten Lehrgänge (RA 10-8, EinsteigerInnen Dressur und Springen und ganz neu, das Küselhofer Pferdefest) am Nachmittag. Sind die Kinder für einen Lehrgang angemeldet, sind sie von 14 bis 18 Uhr betreut und ihr habt als Eltern frei. Wichtig zu wissen: Longenstunden und Lehrgänge sind erst ab 5 Jahren möglich. Alle Kinder unter 5 Jahren können beim Ponyführen Kontakt zum Pferd knüpfen oder während der Schnuller- und Zahnlücken-Wochen auch noch putzen und pflegen.

Auch, wenn ich selbst keine Expertin bin, kann ich nach 4 Jahren und mit der Erfahrung, die wir in diversen anderen Ställen gemacht haben, zwei Dinge sagen: der Reitunterricht ist außergewöhnlich gut und auf dem Küselhof wird sehr darauf geachtet, dass nicht nur die ReiterInnen auf ihre Kosten kommen, sondern auch darauf, dass es den Pferden und Ponys gut geht. Das liegt einerseits sicher am Konzept, andererseits aber auch an den wunderbaren Menschen, die im Stall arbeiten.

Und für diejenigen, die nicht reiten?

Ich werde oft gefragt, ob der Urlaub auf dem Küselhof auch etwas für Familien ist, die nicht reiten oder nur ein Kind, aber noch Geschwisterkinder dabei sind. Bei uns ist es ja auch so, dass wir zwei pferdebegeisterte Kinder haben und eins, dessen Herz für Fußball schlägt. Zum Kicken finden sich hier fast immer andere Kinder, die auch nicht reiten, aber es ist auch klar: das ist Glückssache. Oder man verabredet sich, wenn das möglich ist, mit Fußball-Buddys für den nächsten Urlaub und versucht, zur gleichen Zeit zu buchen. Das ist eigentlich die optimalste Situation, zeitgleich mit FreundInnen anzureisen. Häufig ergibt es sich aber auch einfach, dass Kinder und auch Eltern sich hier kennenlernen und im nächsten Jahr wieder zeitgleich da sind. Das ist dann ganz wundervoll, die Wiedersehensfreude ist groß, die Kinder zischen ab und sind den ganzen Tag über auf dem Hof unterwegs, stolpern nur mal eben zum Essen rein und flitzen weiter.

Sie treffen eigenständig Verabredungen “Um fünf in der Spielscheune!” oder auch gerne mal “Um halb neun auf dem Trampolin!”, wenn es lange hell ist, sind sie lange draußen und fallen irgendwann erschöpft und schmutzig ins Bett. Wenn es früh dunkel wird, sind die Wohnungen und Häuser beliebte Treffpunkte, es werden Schilder für die Boxen gemalt und fast immer isst ein Freund oder eine Freundin mit oder das eigene Kind isst woanders. Wir haben deswegen immer genug Vorräte da, um auch ein oder zwei Kinder mehr satt zu kriegen. Inklusive Eis.

In der Umgebung

Die Kinder finden sich hier. Und wenn nicht, was auch schon vorgekommen ist, gibt es in der Umgebung viel zu entdecken. Der Barfußpark ist einen Besuch wert, im Wakepark, der fünf Minuten Fußweg entfernt ist, können die Wakeboard-Qualitäten getestet oder einfach nur leckere Pommes (eine Portion reicht bei uns für 2 Kinder!) und Bowl schnabuliert werden, während man beobachtet, wie andere WakeboarderInnen elegante Kurven drehen – oder ins Wasser fallen.

Strände

Zum Wulfener Strand sind es 15 Minuten zu Fuß (Achtung, ein ganzes Stück bergauf) oder mit dem Auto 3 Minuten (Parkplatz vorhanden). Von hier kann man die Fehmarnsundbrücke sehen, an der Steilküste spazieren gehen oder sich, ganz neu, auf eine Bank direkt am Wasser setzen und das Meer genießen.

Katharinenhof besuchen wir auch jedes Mal. Der steinige Strand, der wie in einem Film direkt hinter einem Waldstück auftaucht, mit umgestürzten Bäumen und Boden, in den sich Gezeiten und Wetter gefressen haben, verzaubert. Der Strand, an dem schon meine Mutter als Kind mit meinen Großeltern war und sich deswegen immer ein kleines bisschen wie der Steinkreis bei Outlander für mich anfühlt. Verbunden mit der Vergangenheit.

Der Südstrand wird für uns immer mit der Erinnerung an riesengroße Möwen, die im Sturzflug unsere Pommes geklaut haben, verbunden sein. Das war erst ein ziemlich Schreck und ist im Nachhinein ein Running Gag. Am Südstrand kann man super baden, es gibt einen Pizza-Automaten (Fun Fact) und einen tollen Spielplatz (zum Teil mit barrierefreien Spielgeräten).

Ausflüge und Cafés

Für Kuchenfans sind die Hofcafés auf Fehmarn natürlich das perfekte Ziel für bummelige Nachmittage. Ich persönlich bin mit Kuchen nicht wirklich zu ködern, aber meine gesamte Familie war wirklich SEHR begeistert vom Hofcafé Albertsdorf. Aber es lohnt sich bestimmt auch, einfach mal einen Urlaub lang jedes Hofcafé auszutesten. 

Das ist natürlich nur ein Bruchteil dessen, was man so machen und erleben kann, während Kinder oder Geschwister reiten. Ein Golfplatz ist um die Ecke, am Südstrand könnt ihr SUPs oder Tretboote mit Rutsche mieten, es gibt Wingfoil-KurseAdventure-GolfSoccergolf, die Galileo-WissensweltSilo-Klimbing und das Meereszentrum Fehmarn. Schwimmen, plantschen und von den Wellen tragen lassen könnt ihr auch bei schlechtem Wetter in der Fehmahre. Bei Sonne alle Leuchttürme der Insel besuchen oder einen Tagesausflug nach Dänemark machen, mit der Fähre von Puttgarden sind es nur 45 Minuten bis nach Rødby.

Es gibt wirklich so viel zu sehen und zu erleben, auch schöne Kleinigkeiten, wie auf den Aussichtsturm “Utkieker” am Yachthafen zu klettern (auch barrierefrei) und einen Abstecher zum Spielplatz aus Papierbooten zu machen. Aber vielleicht, vielleicht schafft ihr es, so wie wir die ersten Male, auch gar nicht, vom Hof zu kommen. Weil es so gemütlich ist, weil es so gut tut, einfach mal nichts zu tun außer auf der Terrasse vorm Haus im Strandkorb Kaffee zu trinken und zu lesen. 

Was ihr – vielleicht – noch nicht über den Küselhof wusstet:

Inklusion ist ein Herzensthema für Sonja und Andreas, die seit 2010 den Küselhof und die Reitschule Witt in Wulfen gemeinsam betreiben. Ganz neu ist eine Tribüne in der großen Reithalle, die barrierefrei ist und dadurch auch mit Rollstuhl und Rollator genutzt werden kann. Andreas ist außerdem seit April 2023 Ausbilder im Pferdesport für Menschen mit Behinderungen und bietet therapeutisches Reiten an. Dabei ist es erstmal egal, welche Behinderung vorliegt oder mit welchen Special Needs ihr oder euer Kind kommt. Hier gilt wie bei allem: ruft an oder schreibt, fragt nach, sprecht mit dem Team und erfahrt, was möglich ist. 

Nachhaltigkeit und den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, ist fester Bestandteil des Küselhofs. Unter anderem deutlich sichtbar durch die Solarpanels auf vielen Dächern, die an sonnigen Tagen die komplette Anlage mit eigenem Strom versorgen. Scheint die Sonne nicht, wird Ökostrom dazugekauft. Außerdem könnt ihr auch ohne Auto anreisen, um eure Emissionen gering zu halten. Alle Infos dazu und was Familie Witt sonst noch im Bereich der Nachhaltigkeit unternimmt, findet ihr hier.

Hunde willkommen. Wir haben zwar keinen eigenen Hund (ich wehre mich noch erfolgreich dagegen), aber ich höre immer wieder, wie schwierig es ist, Hunde mit in den Urlaub zu nehmen. Auf dem Küselhof könnt ihr gemeinsam mit eurem Hund urlauben und gemeinsam durch die wundervolle Landschaft spazieren. 

Advent auf Fehmarn – die einzige Möglichkeit, mal nur für ein Wochenende Küselhofluft zu schnuppern. So ein Adventswochenende haben wir auch schon erlebt und es war wirklich ganz ganz wundervoll, dem städtischen Vorweihnachtstrubel zu entfliehen und sich hier beim Reiten, einer steifen Brise und dem kleinen Weihnachtsmarkt in Burg zu erden.

Brötchen-Service. Lieb ich sehr, auch wenn wir fast immer zu viel bestellen (wobei – hier haben auch alle mehr Hunger als sonst): den Brötchenservice der Inselbäckerei. Jeden Morgen (außer an Sonn- und Feiertagen) liegt eure Brötchenbestellung abholbereit in der Lounge.

Reithelm, Chaps und Handschuhe können vor Ort ausgeliehen werden.

Wer einmal hier war, kommt wieder.

Die Quote liegt natürlch nicht bei 100%, aber es gibt so viele Menschen, die wir hier regelmäßig treffen, so viele auf Instagram, die mir schreiben, dass sie nach ihrem ersten Urlaub hier sofort fürs nächste Jahr gebucht haben, dass an diesem Eindruck schon was dran ist. Mein Herz ist so voll von diesem Ort, so voller Zuneigung und Wärme für all die Menschen, das ganze Team und auch voller Dankbarkeit und Stolz, dass ich durch unsere Zusammenarbeit ein kleines bisschen mit zum Team Küselhof gehöre. Ich merke – es passt gar nicht alles in einen Blogpost. Vom Urlaub mit meinen Eltern, den wir im Herbst hier gemacht haben (und der auch dieses Jahr wieder ansteht) und was André und ich allein auf der Insel unternommen haben, hab ich noch nicht mal angefangen. Ich würde sagen, an dieser Stelle ist Zeit für ein Fortsetzung folgt.

(Noch mehr Eindrücke könnt ihr auf Instagram in den Highlights Küselhof 1, Küselhof 2, Küselhof Juli, Küselhof Herbst, Urlaubsgeschichten vom Küselhof und Neues vom Küselhof bekommen.)

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3 Comments

  1. LiebeJohanna,
    was für ein schöner Artikel! Ich hab direkt Lust dahin zu fahren und das obwohl bei uns keiner vom Pferdefieber befallen ist;-)
    Gegen den Hund hab ich mich bisher auch erfolgreich gewehrt:-) Wir haben aber mittlerweile einen LeihHund zum Gassi gehen als Ersatz. Verrückterweise denke ich seitdem immer mal wieder darüber nach, ob so ein Hund nicht doch was für uns wäre. Aber verrate das bitte nicht meinen Kindern;-) So schön die Stunden mit ihm sind, so froh bin ich, wenn ich daran denke, dass ich eben nicht für noch jemanden verantwortlich bin, mich nicht von noch jemandem fremdbestimmen lassen muss.
    Ich mag deine Themen auf dem Blog sehr! Diese bunte Mischung!
    Mich würde total interessieren, wie es mit dem Thema Chaos bzw. Alles hat seinen Platz weiterging. Hat bei euch mittlerweile alles seinen Platz? Bei mir nämlich noch nicht, aber ich gebe mein Bestes:-)
    Weißt du, was ich total toll fänd? Ein Pinkepank-Podcast! Der fehlt nämlich noch!
    Herzliche Grüße
    Susanne

    • Johanna Reply

      Liebe Susanne,

      vielen lieben Dank für deinen schönen Kommentar, über den ich mich wirklich riesig freue! Wie lustig, das mit dem Leih-Hund hab ich auch schonmal überlegt, bei mir ist es nämlich ganz genau so, wie du schon schreibst: ich möchte mich nicht um noch jemanden kümmern müssen. So schön ich es auch fände.
      Wir struggeln immer noch sehr mit dem Thema Chaos, es ist hier allgegenwärtig, ich arbeite täglich daran und arbeite mich dran ab, ohne, dass es nennenswert besser wird. Wir haben jetzt gerade eigentlich den Plan, radikal zu reduzieren. Schreibe ich aber noch drüber, ich hab das Gefühl, ich komme gerade wieder rein. Und ein Podcast, ja, davon träume ich tatsächlich auch seit einer kleinen Ewigkeit. Einen Namen hätte ich sogar schon, mal sehen, vielleicht vielleicht…

      Ganz liebe Grüße,
      Johanna

  2. Oh ja ja ja, mach das! Das kann nur gut werden!
    Da bin ich mir ganz sicher! Und dass du sogar schon einen Namen hast…perfekt!
    Ich freue mich schon auf den Artikel zum Thema Ordnung. Reduzieren war auch mein Ansatz. Ich hab so viel weggegeben und festgestellt, dass wir dann einfach wieder neue Sachen dazu gekauft haben. Das war so nicht geplant und schon gar nicht der Sinn der Sache.
    Trotzdem will ich da nicht aufgeben.
    Mit dem Thema Chaos bist du also immerhin nicht allein.

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