Das Leben Eben
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Weitermachen. Einfach machen, einfach machen.

Wie macht man weiter, wenn das Leben seit fast einem Jahr von Kontaktbeschränkungen und Katastrophenmeldungen in den täglichen Nachrichten beherrscht wird?

Wie macht man weiter, wenn die Konzentration nicht von hier bis zum nächsten Satz reicht? Wie macht man weiter, wenn jeder Gedanke zerstückelt wird von drölfzig Maaaama-Rufen?

Wie macht man weiter, wenn sich vieles so sinnlos und unwichtig anfühlt im Vergleich zu dem, was viele andere Menschen gerade durchmachen?

Wie macht man weiter, wenn um einen rum immer Chaos herrscht, immer die nächste Maschine Wäsche wartet, die Spülmaschine oder der brüllende Hunger jederzeit um die Ecke biegen kann? Wie macht man weiter, wenn Geschwisterstreit oder Homeschooling jede einzelne Tätigkeit in unendlich viele Teile zerstückelt?

Wie macht man weiter, wenn man das Gefühl hat, den Anschluss verpasst zu haben? Wie macht man weiter, wenn einen das letzte Jahr eigentlich schon so viel weiter bringen sollte und man gefühlt nur rückwärts gegangen ist? Wie macht man weiter, wenn der Ton immer rauher wird und hinter jedem Satz ein Shitstorm lauert? Wie macht man weiter, wenn man jedes Gefühl der Erschöpfung, jegliche Sorgen im selben Atemzug relativieren müsste, weil es immer jemanden gibt, dem es schlechter geht, der größere, „echte“ Sorgen kennt?

Wie macht man weiter, wenn die Ideen sprudeln – und eine nach der anderen in den Tiefen der Notizen App verschwindet? Wie macht man weiter?

Wie das Leben eben.

Indem man einfach macht. Einfach machen, einfach machen, all die besten Supersachen… und die mistigen eben auch. Die, die einfach sein müssen.

Einatmen, ausatmen. Über lustige Postkarten-Sprüche lachen. Pläne machen. Über den Haufen werfen. Neue Pläne machen.

Hilfe suchen, einfach mal sagen, wenn man gerade nicht weiter weiß. Hilfe annehmen. Die eigenen Werte klar kriegen. Aktiv werden.

Das Gesicht in die Sonne halten. Und in den Nieselregen auch.

Strategien entwickeln. Sich umgeben mit Menschen, die einem gut tun. Das Schwere loslassen und sich Leichtigkeit erlauben. Sich über Schönes, Unwichtiges und Kleinigkeiten freuen. Albern sein.

Unterstützen, wen und was wir mögen. Hoffnungsschimmer einfach selbst an den eigenen Horizont malen. Den Wind erlauben, sich zu drehen, loslassen statt festzuhalten.

Einfach machen, einfach machen.

4 Kommentare

  1. Ich kann das inzwischen richtig gut, das Gesicht in den Nieselregen halten. :)
    Sonne scheint hier gerade nicht so viel, also bleibt eben nur der Regen.

    Wir halten einfach alle durch und planen schöne Sachen. Ganz viele.
    <3

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