Das Leben Eben, Kinderkram
Kommentare 22

Ich mag, wie ich als Mutter so bin. #momsrock

Moms rock. Und wie sie das tun!Johanna Pinkepank, Lotta Pinkepank

Tanya, die den Blog Lucie Marshall schreibt und auch als Autorin von „Auf High Heels in den Kreißsaal“ dieses Jahr durchgestartet ist, hat vor einigen Wochen dazu aufgerufen, dass möglichst viele Mütter sich einfach mal selbst loben, und zwar unter dem Hashtag #momsrock. Weil Müttern in der Regel im Alltag selten gesagt wird, dass sie etwas gut gemacht haben. Als Mama hat man meistens ein schlechtes Gewissen und fühlt sich hin und her gerissen zwischen den eigenen und den Bedürfnissen der Kinder. Dazu kommen dann auch oft noch ungefragte Tipps, wie man bestimmte Sachen besser machen könnte, aber ein: „Das hast du aber gut gemacht“ ist selten bis nie darunter. Deswegen sagen wir uns das jetzt einfach mal selbst.

Meinen Post für #momsrock hatte ich eigentlich schon ein paar Tage nach dem ersten Aufruf von Lucie Marshall dazu geschrieben. Die Kernaussage war: Ich bin eine gute Mutter. Ich wusste schon, dass ich das sein würde, bevor ich schwanger war, es hat sich bestätigt, Punkt.

Naja, nicht wirklich Punkt, ich habe das ein bisschen umschrieben, mit Beispielen untermauert und es kam der Satz: „Alles richtig gemacht, würde ich sagen.“ drin vor.

Als mein Freund meinen Post gelesen hatte, war seine erste Reaktion: Das kannst du nicht schreiben, dann halten dich alle für eine arrogante Bitch.

Hm. Erst dachte ich: Egal, sollen sie doch, ich kann auch nichts dafür, dass ich so eine gute Mutter bin. Aber je mehr ich drüber nachdachte, desto weniger wollte ich arrogant rüberkommen – und als Bitch sowieso schon mal gar nicht. Also habe ich umgeschrieben, rumformuliert und irgendwann war der Text zwar nett, aber er war nicht mehr knackig, nicht mehr provokant, sonder nur noch „lala, gute Mutter, lala“.

Damit war ich natürlich nicht zufrieden, ich hab den Post also als Entwurf abgespeichert und vergessen. Immer so lange, bis ich auf Facebook einen neuen Post mit dem Hashtag #momsrock in meiner Timeline hatte. Und jedes Mal dachte ich: ja, verdammt, ihr seid gute Mütter. Und ja, verdammt noch mal, ich bin es auch! Deswegen kann man das ruhig mal laut sagen, auch, wenn es arrogant rüberkommt: ich bin eine verdammt gute Mutter.IMG_8528Obwohl ich natürlich nicht alles richtig mache, Und obwohl hier natürlich längst nicht alles perfekt ist – vor kurzem hat jemand bei Instagram unter eines meiner Fotos vom Wäscheberg geschrieben: Gott sei Dank, ich dachte schon, du bist so eine Über-Mama.

Nope. Das bin ich nicht, definitiv nicht. Zumindest, was den Haushalt und diesen Kram angeht. Aber ich bin eine fantastische Mama-Mama, eine, die auf ihr Gefühl hört, die sich kein schlechtes Gewissen machen lässt, weil sie die Kinder zu viel rumträgt, zu viel mit ihnen kuschelt, zu viel dies oder zu wenig jenes tut. Eine Mama, die tröstet und kuschelt, aushält, trödeln und mitentscheiden lässt. Die oft ja und manchmal auch nein sagt, Eis und Gummibärchen erlaubt und Brot mit bunten Streuseln serviert.StreusrlbrotIch bin eine Mama, die auch auf der Straße Einschlaflieder singt, die in der Manduca stillt, wenn das Kind es vor Hunger nicht mehr bis zur nächsten Bank aushält. Ich verstecke mich unterwegs hinter dem Kinderwagen oder hinterm Papa, um beim Hervorspringen laut „Kuckuck“ zu rufen und die Kinder zum Lachen zu bringen, auch wenn es für alle anderen albern aussieht.DSC_7585Und ich bin eine Mama, die ihre Kinder beim Impfen auf dem Schoß behält, die Nachts stundenlang im Kalten auf dem Balkon sitzt, damit Pseudo Krupp keine Chance mehr hat und das Lottakind besser Luft bekommt. Ich beschütze meine Kinder, gebe ihnen Halt und lasse sie los, wenn sie es brauchen.

Ich muss sagen – ich mag, wie ich so als Mutter bin. Aber so sehr ich mich selbst auch für eine gute Mutter halte, so sehr ich mit Entscheidungen zufrieden bin, so sehr ich mir denke: „Puh, das hast du aber gut hingekriegt!“, wenn ich mal wieder beide Kinder alleine ins Bett gebracht habe – der beste Beweis dafür, dass ich eine gute Mutter bin, sind Lotta und Bo.IMG_9667Lotta, die so fröhlich und wild, frech und wissbegierig ist. Mein Mädchen, das Bücher, Rote Bete und, ganz klischeehaft, Schuhe liebt und uns gerade so oft überrascht mit Dingen, die sie plötzlich neu kann.

Und Bo, der so viel lacht, meistens total entspannt ist und vom ersten Tag an super schläft. Der seine große Schwester neugierig und aufmerksam beobachtet, um ja nichts zu verpassen.

Wenn ich die beiden so ansehe, meine beiden großartigen Kinder, dann weiß ich, ich bin eine gute Mutter.

22 Kommentare

  1. Pingback: Die Woche im Netz -

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.