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Kindern den Umgang mit Geld beibringen – und dabei auch gleich sich selbst

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Wie ein Haufen Kleingeld und ein Artikel über Altersarmut mich dazu gebracht haben, mich endlich mal mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen:

In meiner Handtasche trage ich seit ein paar Tagen die ausgefüllten Anträge für die Sparbücher der Kinder mit mir rum.

In ihrem Kinderzimmer steht ein kaputtes Sparschwein, das restliche Kleingeld befindet sich, nach Wert geordnet, in einer Kiste. Plus – ein lose herumflatternder Zwanziger.

Ein Sparkonto für dieses ganze Kleingeld und eben auch für Geburtstagsgeld und Co. wollen wir den Kindern schon lange anlegen. Und immer öfter frage ich mich in den letzten Monaten – ab wann verstehen Kinder eigentlich den Wert von Geld?

Kinder und Geld

Wie bringt man Kindern den richtigen Umgang mit Geld bei? Wann ist der richtige Zeitpunkt für Taschengeld? Wieviel Taschengeld gibt es in welchem Alter? Was sollen die Kinder davon alles kaufen müssen?

Können Kinder schon einschätzen, wie teuer ein Geschenk war? Verdirbt es den Charakter, wenn sie schon in jungen Jahren lernen, eher auf Qualität statt auf Masse zu setzen?

Zu viel und zu teuer

Ein Aspekt, der sicher eine Rolle spielt, warum mich das Thema Kinder und Geld so beschäftigt, ist, dass mir oft vorgeworfen wird, dass unsere Kinder zu viel haben. Zu viel und zu teuer. Klamotten, Spielzeug, Kleiderschrank.

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Kind weder mit dreieinhalb noch mit fünf den Unterschied einschätzen kann, ob etwas 500 oder 1500 Euro kostet. Einfach, weil sie den Wert noch nicht greifen können. Der einzige Maßstab, an dem sie die Summe messen könnten, wäre, wenn man ihnen sagt: für 1500 Euro muss ich so viele Tage arbeiten und für 500 Euro nur so viele Tage.

Trotzdem bleiben so große Summen meiner Meinung nach in dem Alter noch ziemlich abstrakt. Eben auch, weil Zeit auch etwas ist, was sie noch nicht vollständig überblicken. Und – man kann Geldwert und in welcher Zeit man wieviel verdient, ja auch nicht pauschalisieren. Ich muss für Betrag X 3 Stunden arbeiten, andere nur 30 Minuten und wieder andere 3 Tage.

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Die Ungleichheiten zwischen Mann und Frau

Es fällt mir tatsächlich auch schwer, das Thema Geld auf ein so niedriges Niveau herabzubrechen. Wie kann man über Geld reden ohne zu thematisieren, dass Frauen nach wie vor weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen? Dass Frauen mit Familie benachteiligt sind, was die finanzielle Situation angeht und gerade Mütter von Altersarmut bedroht sind?

Wie kann ich meiner Tochter beibringen, sich eine „Sicherheitsrücklage“ zuzulegen, wenn ich das selbst nicht schaffe? Und wie meinem Sohn, dass er später darauf achtet, seiner Frau einen angemessenen Ausgleich zu zahlen, falls er Kinder haben sollte und sie diejenige ist, die zuhause bleibt und Verdienstausfälle hat?

Wie bringen wir ihnen bei, dass es Berufe gibt, in denen man viel zu wenig verdient, für das, was man tut – und andere, in denen einem das Geld fast nachgeschmissen wird? Wie lehren wir, dass Geld zwar wichtig, glücklich zu sein aber wichtiger ist?

Was ist eigentlich mit meinen Finanzen?

Das Themen Geld, Absicherungen und Vorsorge beschäftigen mich aktuell nicht nur in Bezug auf meine Kinder – wie man unschwer im letzten Absatz merkt. Natürlich sind das keine Themen, die bei den Kindern jetzt schon angesprochen werden müssen. Aber ich merke zunehmend an mir selbst, dass sie eben auch nicht vergessen werden dürfen.

Wir als Familie, als Paar und ich selbst ordnen in den letzten Monaten nicht nur unsere Wohnung, auch unser Leben. Es fühlt sich gut an, nach und nach mehr unter Kontrolle zu haben und sich nicht mehr so hilflos zu fühlen.

Beim Thema Finanzen und Vorsorge tue ich das allerdings nach wie vor. Ich habe immer das Gefühl, niemand, der mich berät, ist wirklich ehrlich. Alle wollen nur ihr Produkt verkaufen, sei es eine Versicherung oder ein Sparplan. Aber woher weiß ich, was wirklich Sinn macht?

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Informier dich!

Auch, wenn Finanzen, Vorsorge und Absicherung schon länger auf meiner To-do-Liste stehen – eigentlich brodeln sie so in meiner Schreibtischschublade vor sich hin. Weil ich einfach nie den Arsch hochgekriegt habe, mich zu kümmern. Aber bei dem, was sich hier in den letzten Monaten schon bewegt hat, kriege ich das jetzt auch noch gewuppt.

Sowas erledigt sich einfach nicht von selbst, die „Gefahr“ dahinter wird nicht kleiner, nur weil man sie ignoriert. Ich muss mich informieren. Und zwar so, dass ich es auch verstehe. Trotz Schlafmangel, trotz (über)vollem Kopf, den man nunmal hat, wenn man sich nicht nur um sich kümmern muss, sondern immer an Termine und Bedürfnisse für 4 denken muss.

Brigitte Finanz-Symposium

Anfang der Woche saß ich im Wartezimmer meiner Ärztin und hatte vorsorgliche die aktuelle Brigitte Mom dabei. Der Artikel „Nächste Station: Altersarmut“ hat mich ziemlich aufgewühlt, mit einem mulmigen Gefühl habe ich ein Foto mit dem Text „Darum müssen wir uns auch wirklich dringend mal kümmern“ an meinen Freund geschickt.

Er, bei der Arbeit, Geld (für uns alle) verdienend und somit auch für seine Rente sorgend.

Ich, im Wartezimmer bei meiner Gynäkologin, dafür Sorge tragend, dass es unserem dritten Kind gut geht. Selbstständig, viel zu wenig ver- und abgesichert.

Am Ende des Artikels der Hinweis auf die Brigitte Academy und das Finanz-Symposium mit Themen rund um Altersvorsorge, Ausgleich des Rentenanspruchs, wie man Geld clever anlegt und Vermögen aufbaut.

Ein Anfang?

Auch hier kann ich noch nicht überblicken, ob mir dieses Symposium das bringt, was ich brauche. Wie unabhängig es ist und ob hier auch irgendwas verkauft werden soll. Aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder sowie mit HerMoney, einem unabhängigen Finanzforum für Frauen finde ich schon mal vertrauenserweckend.

Leider ist der aktuelle Termin schon ausgebucht, ich werde aber auf jeden Fall versuchen, am nächsten Termin teilzunehmen.

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Blogs und Initiativen zum Thema Geld

Unterstützt wird das Symposium unter anderem von den Finanzheldinnen – das finde ich auf den ersten Blick ganz sympathisch. Allerdings verraten weder der Instagram– noch der Facebook-Auftritt auf den ersten Blick, dass es sich bei der Initiative um Mitarbeiterinnen von comdirect handelt. Natürlich habe ich noch nicht alles gelesen, aber zunächst deutet nichts darauf hin, dass es sich hier einfach nur um gut getarnte Werbung für eine Bank handelt. Den Artikel „Über Geld spricht man eben doch“ inklusive Checkliste Gemeinsam Planen für Paare finde ich persönlich schon mal ganz hilfreich. Auch die Infos aus dem Artikel Anlegen mit gutem Gewissen sind für mich neu und wirklich spannend.

Und das eigentliche Thema dieses Posts – ich bin irgendwie abgeschweift – Wie Kinder lernen, mit Finanzen umzugehen – wird auch behandelt. Hier findet sich im letzten Absatz eine kleine Werbung für comdirect; ich kann über sowas aber gut hinwegsehen. Immerhin werden hier gebündelt und kostenlos viele wertvolle Informationen geliefert, die ich mir sonst mühevoll zusammensuchen müsste.

Bei Madame Moneypenny habe ich mich sofort festgelesen – Natascha schreibt hier verständlich über Finanzthemen, um Frauen in die finanzielle Unabhängigkeit zu begleiten. Genau das, was ich brauche.

Auch auf Edition F findet man viele gute Artikel zum Thema Finanzen und Geld – einfach in die Suche Geld eingeben – oder Mitglied in der Future Female Force werden, dort werden Finanzen ebenfalls behandelt.

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Ein Anfang!

Auch, wenn ich mit diesem Post weder Ratschläge dazu geben kann, wie man Kindern den richtigen Umgang mit Geld beibringt noch dazu, welche Anlageformen für Frauen die richtigen sind, um sich abzusichern. Mir persönlich hat es unheimlich viel gebracht, mich erstmalig so richtig mit dem Thema Finanzen und Absicherung auseinanderzusetzen.

Ich überlege, was ich mir wichtig ist und finde heraus, was ich angehen muss. Und mein Fazit aus den Recherchen und dem Schreiben dieses Posts sind zwei Dinge:

  • Ich möchte finanziell unabhängig und abgesichert sein und auch verstehen, wie und wo ich mein Geld anlege
  • Kinder lernen immer noch am Meisten durch Vorleben. Und ein guter Schritt ist schonmal, dass sie sehen, dass wir uns gemeinsam um ihr Geld kümmern.

Der Rest, vor allem bezogen auf die Kinder, kommt sicher auch. Erstmal das Sparbuch, in diesem Zuge haben wir gleich schon mal erklärt, was Zinsen sind. Taschengeld, selbst bezahlen, mal gucken, was wieviel kostet oder was man alles für einen bestimmten Betrag kaufen kann. Wir probieren einfach aus und ich berichte dann.

Auch noch interessant zum Thema Finanzen:

Am Dienstag, den 17. April gibt es einen Live-Talk auf Facebook mit dem Titel „Finanzen. Womit starten? Was tun?, den ich mir sicher anschauen werde.

Auf Pinterest einfach mal nach Finanzen organisieren suchen. Hier findet man Tipps und Vorlagen für „Haushaltsbücher“ und und und.

Finanz-Apps. Da kann ich noch keine Empfehlung abgegeben, aber ich werde mir auf jeden Fall die ein oder andere runterladen, um im Alltag einen Überblick über meine Finanzen zu behalten und zu sehen, wo ich Geld einsparen kann, um es dann investieren zu können.

Erfahrungen und Tipps?

Wie macht ihr das denn mit eurer Vorsorge? Habt ihr einen finanziellen Ausgleich mit eurem Partner für die Zeit, in der ihr euch um die Kinder kümmert? Gilt ja für Männer, die zuhause bleiben, genau so. Auch, wenn die immer noch deutlich in der Minderheit sind.

Und wie regelt ihr das mit dem Geld der Kinder? Was müssen sie von ihrem Taschengeld kaufen und wieviel bekommen sie in welchem Alter?

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