Das Leben Eben, Kinderkram
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Sehen beim Kind – Warum Eltern das Sehvermögen ihrer Kinder im Auge behalten sollten

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Wenn ein Baby geboren wird, ist das Thema „Sehen“ neben der Befriedigung der Grundbedürfnisse für die meisten Eltern ein großes Thema. Zumindest ging es uns so. Schon während der Schwangerschaft hab ich oft meinen Bauch in die Sonne gehalten, nachdem ich gelesen hatte, dass das Baby die Veränderung der Helligkeit durchaus schon wahrnehmen kann.

Nach der Geburt haben wir, eher instinktiv als bewusst, das Sehen der Kinder gefördert, indem wir Dinge getan haben, die man eben so macht mit Babys. Kontraststarke Mobiles über’s Bett und in den Kinderwagen gehängt, Rasseln und Co. mit den Augen verfolgen lassen. Und natürlich haben wir einander immer und immer wieder in die Augen gesehen, denn welche Eltern können die schon den Blick von ihrem Neugeborenen abwenden? Eben.img_5847Und genau das ist auch gut so, denn Babys lieben es auch, Gesichter zu betrachten. Am Anfang ist der Abstand, in dem sie ein Gesicht gut sehen können, etwa 20-30 Zentimeter, im Laufe der Monate wird dieser Abstand natürlich immer größer.

Auch die ersten Bilderbücher mit klaren Formen und Farben tragen zur Entwicklung des Sehens bei. Aber irgendwann kommen andere Themen, die mehr Raum einnehmen – abstillen, Eingewöhnung in der Kita, Essen, Schlafen – in jeder Familie gibt es vermutlich irgendwas.

Im Rahmen der Woche des Sehens, die gestern zu Ende ging, hab ich mich in Zusammenarbeit mit dem Informationsportal Sehen.de mit dem Thema Kind und Sehen auseinander gesetzt. Eigentlich wollte ich mit Lotta zum Augenarzt und einen Erfahrungsbericht über die Untersuchung von Kindern beim Augenarzt schreiben. Aber Pustekuchen, 8 Wochen Wartezeit für einen Termin in der Kindersehschule. Ist ja auch schon mal gut zu wissen. Wenn es euch interessiert, wie dieser Sehtest so abläuft, schreibe ich den Bericht gerne noch im November, wenn wir da waren.

Mir war vor der Kooperation tatsächlich nicht so richtig bewusst, wie wichtig dieser Sehtest für Kinder ist. Dass man eine Fehlsichtigkeit bei Kindern oft (zu) spät bemerkt, weil sie selbst nicht Bescheid sagen, dass sie Probleme beim Sehen haben. Denn sie haben keinen Vergleich und bemerken es daher oft gar nicht selbst. Oder erst in der Schule, wenn sie sich anstrengen müssen, um die Schrift an der Tafel zu erkennen und dann Kopfschmerzen bekommen.

Auf Kuratorium Gutes Sehen gibt es einen Online Sehtest für Kinder, der erste Hinweise auf Sehschwächen geben kann. Aber den Termin beim Augenarzt ersetzt der Test natürlich nicht.

Online Sehtest für Kinder

Was habt ihr für Erfahrungen zum Thema Sehen beim Kind gemacht? Haben eure Kinder vielleicht sogar eine Brille? Und wie habt ihr gemerkt, dass sie Probleme beim Sehen hatten?

Ich bin schon ganz gespannt auf den Termin bei der Kindersehschule und werde dann berichten.

8 Kommentare

  1. Liebe Johanna,

    Richtig ‚Erfahrung‘ mit dem Thema habe ich leider nicht.

    Aber mein Vater (er ist Kinderarzt in einer kleinen Klinik) hat zusammen mit den in der Stadt arbeitenden Augenärzten in der Klinik die Augenarzt-Untersuchen von Neugeborenen etabliert und diese wird dort seit mehr als 10 Jahren angeboten.

    Im Rahmen der Neugeborenen-Untersuchungen (Hörprüfung, etc. ) wird die Untersuchung dann von den Augenärzten mit durchgeführt und von den allermeisten Eltern (außer es passt zeitlich nicht) auch gut angenommen. Im Anschluss sollten noch 1-2 (mit 4 Monaten) weiter ambulante Termine erfolgen, um die Sehentwicklung des Kindes beurteilen zu können.

    Leider sind sie mit diesem Konzept soweit mir bekannt ist eher die Ausnahme.

    Lieben Gruß! Antonia

    • Johanna sagt

      Liebe Antonia,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Das ist ja ein tolles Konzept, aber tatsächlich kenn ich das zumindest hier nicht. Bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen haben die Ärzte zwar sicher auch auf die Entwicklung des Sehvermögens geachtet, aber einen Augenarzt-Termin haben wir wirklich erst mit 3 Jahren empfohlen bekommen.
      Find ich ja toll, dass die Klinik in der dein Vater ist, das so macht!

      Liebe Grüße,
      Johanna

      • Antonia sagt

        Ja, eigentlich schade, dass diese Art der Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern nicht ’so richtig‘ angeboten bzw. schon im Säuglingsalter empfohlen wird. Bei entsprechender Behandlung haben ja durchaus einige der Babys, bei denen ein Sehfehler entdeckt wird noch die Chance eine Normalsichtigkeit zu erlangen. Aber was nicht ist kann ja hoffentlich noch werden. :)

        • Hallo Antonia, ich finde das Thema sehr spannend und auch super, was bei euch in der Klinik angeboten wird. Mich würde total interessieren, wie hoch eigentlich der Prozentsatz ist von Kindern/Babys, die tatsächlich Sehprobleme haben, die in diesem Alter behandelt werden sollten. Ich vermute mal, das ist eher die große Ausnahmen, aber vielleicht irre ich mich da ja auch…. Danke für dein Feedback und Grüße von Caro

  2. Hallo Johanna,

    Wir sind knapp 2 Jahre in Behandlung. Kurz vor Lou seinem ersten Geburtstag hatten wir einen Termin in der Sehschule, denn mir ist aufgefallen das sein rechtes Auge bei Konzentration immer in die Mitte rutscht. Auch ist er ständig gestolpert und irgendwo gegen gelaufrn. Der Kinderarzt meinte das wäre zu früh und ich soll abwarten, aber das hat mir keine Ruhe gelassen. Prompt haben wir eine Haribobrille verschrieben bekommen. Und seitdem haben wir fast keine Unfälle mehr. Jetzt gehn wir 4 mal im Jahr zur Kontrolle und es ist sehr viel besser geworden. Ich drücke euch die Daumen!
    Liebste grüße

  3. Andrea sagt

    Das Thema ist super wichtig! Meine mittlere Tochter hat seit einer Woche eine Brille.

    Bei der U-Untersuchung mit 3 Jahren konnte sie die kleinen Motive an der Tafel schlecht erkennen – habe mir noch garnicht soviel dabei gedacht…
    Als ich dann beim Augenarzt mit ihr war, kam raus dass sie weitsichtig ist. Übrigens mussten wir auch ca. 6 Wochen auf einen Termin warten.

    Seit sie die Brille hat, schaut sie viel öfter Bücher, malt genauer und hat sonst auch keine Probleme damit. Sie lässt die Brille problemlos auf, denn ich glaube sie merkt langsam den Unterschied – was es hießt „scharf“ zu sehen…

    Viele Grüsse,
    Andrea

  4. Christine sagt

    Sehr wichtiges Thema! Bin gespannt auf eure Erfahrung bei dem Sehtest mit Lotta.
    Ich selber habe mit 15 eine Brille bekommen, nachdem ich scheinbar schon fast zwei Jahre lang immer kurzsichtiger geworden bin. Auch in dem Alter kann man das selber gar nicht so direkt benennen – erst der Hinweis eines Lehrers hat mich darauf gebracht! Ich glaube es ist schon sehr wichtig dass wir als Eltern unsere Kinder genau beobachten und dann schon gut erkennen können wenn etwas nicht stimmt, wie auch Eve in ihrem Kommentar beschrieben hat.
    Schön dass du diesem Thema einen Platz hier gibst, liebe Johanna!
    Lieben Gruß, Christine

  5. Solveig sagt

    Hallo,
    da ich stark kurzsichtig bin sind wir automatisch mit etwas über einem Jahr zur Sehschule(Orthoptistin)/Augenarzt gegangen. Meine Tochter trägt seitdem eine Brille und hat damit keine Probleme. Die Ärzte gehen davon aus, dass wir durch das frühe Erkennen darauf hoffen dürfen, dass sie eine nicht so starke Sehschwäche wie ich sie habe, entwickeln wird.
    Ich kann jedem nur empfehlen nicht erst die U-Untersuchung (ich glaube im Alter von drei Jahren) abzuwarten, sondern lieber schon früher hinzugehen. Lieber einmal zu viel :-)

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