Das Leben Eben
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Baby Bump Update 33. SSW – Alles wird sich ändern. Mama, Mama von zweien und Mama von dreien.

Wie ist es denn jetzt, Mutter zu sein?

Falls wir die 40. SSW voll machen, sind es jetzt noch sieben Wochen bis zum Geburtstermin. Sieben Wochen und alles wird anders. Nochmal anders. Anders, als es plötzlich vor fünfeinhalb Jahren wurde, als Lotta geboren wurde. Und anderes als das anders, das es mit Bo wurde.

Auf Kinder kann dich keiner vorbereiten

Unser ganzes Familiensystem, die Beziehungen untereinander, eingespielte Abläufe, Erwartungen – alles wird anders. Ich denke, ehrlich gesagt, nicht mehr besonders viel darüber nach, wie es sich verändern wird. Weil ich gelernt habe, dass man das vorher nicht wissen kann. Bei den einen „läuft das dritte Kind einfach so mit“. Bei anderen wirft es noch mal alles über den Haufen und die ganze Familie aus der Bahn. Wer weiß, wie es bei uns sein wird? Keiner. Nur wir. Aber erst, wenn es so weit ist.

Erinnert ihr euch noch an das Lied „Alles wird sich ändern“ von Echt? Darin heißt es, dass sich alles ändert, wenn wir groß sind. Das stimmt natürlich irgendwie – aber so richtig gravierend verändert hat sich mein Leben nicht, wenn ich Schul-, Ausbildungs- und Arbeitszeit vergleiche.

So richtig ändert sich das Leben erst mit einem Kind

Und damit meine ich nicht unbedingt, ob und wie viel man seine Freunde noch sieht oder ausgehen kann, wobei das definitiv auch ein Thema ist. Ich meine eher die alltäglichen An- und Herausforderungen. Die Emotionen, diese Welle von Gefühlen, die dich plötzlich überrollt und auf die dich keiner vorbereiten kann.

Vor zwei Wochen habe ich auf folgende Frage der 1000 Fragen an mich selbst Reihe so geantwortet:

322: Was hättest du gern frühzeitiger gewusst? 

Wie sehr sich das Leben mit Kindern wirklich ändert. Wie überwältigend diese Liebe, die Verantwortung, die Angst um’s Baby sein kann. Wie einschneidend und einzwängend und isolierend. Wie wunderbar und furchtbar zugleich, wie grenzwertig, grenzverschiebend und grenzüberschreitend. Wie gefordert, überfordert und unterfordert man sich im ersten Jahr mit Baby fühlen kann. Wie matschig sich das eigene Gehirn plötzlich anfühlen kann, wie deplatziert und störend man sich plötzlich in der Öffentlichkeit fühlen kann. Wie hoch die Hochs des ersten Kinderkusses, des ersten „Mama, ich liebe dich.“ und dieses urtiefen Vertrauens des eigenen Kindes in dich sein können. Und wie tief die Tiefs. Dass man über sich hinaus wächst und über so viel Stärke und Kraft verfügt, wie man es nie für möglich gehalten hätte.

Und vor knapp einem Jahr, Anfang Juni 2017, postete ich dieses Bild auf Instagram mit folgendem Text:

Fast drei und viereinhalb Jahre, 33 Kilo zusammen, meine größte Liebe, meine größte Herausforderung. Jeden Tag auf’s neue, wachsen sie, wachsen wir, zusammen. Sie machen mich glücklich, hilflos, verletzlich, stark und mutig. Lassen mich über meine Grenzen hinaus wachsen und noch viel weiter. Die schönsten Momente erlebe ich mit ihnen. Die schlimmsten auch. Sie bringen mich zur Weißglut und zum Lachen, rühren mich zu Tränen, lassen mein Herz bluten und überquellen. Sie fordern und überfordern, triezen und stänkern, testen. Sie lieben und vertrauen. Wollen gehalten und getragen werden. Manchmal eben auch gleichzeitig. #TeamPinkepank.

Mama sein - alles wird sich ändern

Wie wird das Leben mit Kind?

Eigentlich glaube ich, hätte ich das doch nicht gern frühzeitig gewusst.

Ich denke oft über diverse Posts nach, in denen Mütter fast entrüstet und anklagend fordern, dass ihnen doch jemand hätte sagen sollen, wie sehr sich das Leben wirklich verändert mit Kind. Ich glaube, das kann man nicht. Weil jeder diese Veränderungen anders empfindet. Weil sie für die eine einschneidender sind als für andere. Weil es unterschiedlichste Familienkonstellationen gibt und Familien unterschiedlich viel Hilfe und Unterstützung haben.

Und, weil diese Veränderung so gravierenden ist, dass sie schwer zu beschreiben ist. Man kann einfach nicht nachfühlen, wie groß das Drama sein kann, wenn man ein Brot falsch (nicht so, wie das Kind es sich vorgestellt hat) durchgeschnitten hat, bevor man es nicht selbst erlebt hat. Wie anstrengend viele schlaflose Nächte am Stück sein können – und dass man trotzdem tagsüber glücklich über dieses Lächeln ist.

Dass man auf dem Fußboden sitzen mit Kind in der Trage gegen das Sofa gelehnt, schlafen kann – weil es für den kleinen, kranken Menschen scheinbar die einzige Variante ist, Schlaf zu finden. Und wie es sich anfühlt, wenn es deinem Kind reicht, dass du da bist. Du bist da und alles ist gut. Wenn du merkst, wie tief dieses Vertrauen reicht und wie hemmungslos, bedingungslos sich dein Kind in deinen Armen fallen lassen kann.

Man verändert sich selbst, wird vielleicht zu genau der Mutter, die man nie werden wollte. Oder auch nicht. Aber – man weiß es vorher nicht. Und es kann einem vorher auch niemand sagen.

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt

Ein bisschen ist es so wie in der Pubertät. An manchen Tagen könntest du die Welt umarmen vor Glück – an anderen möchtest du eigentlich niemanden sehen. Auch nicht dein Kind. Erst recht nicht dein Kind.

An manchen Tagen ist alles schön und klappt wie am Schnürchen. Andere Tage sind rabenschwarz statt rosarot. Man zerreißt sich und verbiegt sich, man probiert, hinterfragt, verwirft.

Man wächst. Und mit jedem Kind ist die Herausforderung eine andere. Weil jedes Kind andere Bedürfnisse hat und wir als Eltern unsere Bedürfnisse auch überdacht und angepasst haben.

Ich bin gespannt, gespannt, wie es wird und bis dahin trällere ich zwischen Eiskaffee, drohendem Nervenzusammenbruch, bleierner Müdigkeit und den liebreizendsten Bauchliebkosungen der großen Geschwister vor mich hin:

„Alles wird sich ändern, wenn sie da ist, alles wird sich ändern, wird sich ändern…“

Und, wie es das Leben so mit Kindern?

 

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