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Kindern den Umgang mit Geld beibringen – und dabei auch gleich sich selbst

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Wie ein Haufen Kleingeld und ein Artikel über Altersarmut mich dazu gebracht haben, mich endlich mal mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen:

In meiner Handtasche trage ich seit ein paar Tagen die ausgefüllten Anträge für die Sparbücher der Kinder mit mir rum.

In ihrem Kinderzimmer steht ein kaputtes Sparschwein, das restliche Kleingeld befindet sich, nach Wert geordnet, in einer Kiste. Plus – ein lose herumflatternder Zwanziger.

Ein Sparkonto für dieses ganze Kleingeld und eben auch für Geburtstagsgeld und Co. wollen wir den Kindern schon lange anlegen. Und immer öfter frage ich mich in den letzten Monaten – ab wann verstehen Kinder eigentlich den Wert von Geld?

Kinder und Geld

Wie bringt man Kindern den richtigen Umgang mit Geld bei? Wann ist der richtige Zeitpunkt für Taschengeld? Wieviel Taschengeld gibt es in welchem Alter? Was sollen die Kinder davon alles kaufen müssen?

Können Kinder schon einschätzen, wie teuer ein Geschenk war? Verdirbt es den Charakter, wenn sie schon in jungen Jahren lernen, eher auf Qualität statt auf Masse zu setzen?

Zu viel und zu teuer

Ein Aspekt, der sicher eine Rolle spielt, warum mich das Thema Kinder und Geld so beschäftigt, ist, dass mir oft vorgeworfen wird, dass unsere Kinder zu viel haben. Zu viel und zu teuer. Klamotten, Spielzeug, Kleiderschrank.

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Kind weder mit dreieinhalb noch mit fünf den Unterschied einschätzen kann, ob etwas 500 oder 1500 Euro kostet. Einfach, weil sie den Wert noch nicht greifen können. Der einzige Maßstab, an dem sie die Summe messen könnten, wäre, wenn man ihnen sagt: für 1500 Euro muss ich so viele Tage arbeiten und für 500 Euro nur so viele Tage.

Trotzdem bleiben so große Summen meiner Meinung nach in dem Alter noch ziemlich abstrakt. Eben auch, weil Zeit auch etwas ist, was sie noch nicht vollständig überblicken. Und – man kann Geldwert und in welcher Zeit man wieviel verdient, ja auch nicht pauschalisieren. Ich muss für Betrag X 3 Stunden arbeiten, andere nur 30 Minuten und wieder andere 3 Tage.

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Die Ungleichheiten zwischen Mann und Frau

Es fällt mir tatsächlich auch schwer, das Thema Geld auf ein so niedriges Niveau herabzubrechen. Wie kann man über Geld reden ohne zu thematisieren, dass Frauen nach wie vor weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen? Dass Frauen mit Familie benachteiligt sind, was die finanzielle Situation angeht und gerade Mütter von Altersarmut bedroht sind?

Wie kann ich meiner Tochter beibringen, sich eine „Sicherheitsrücklage“ zuzulegen, wenn ich das selbst nicht schaffe? Und wie meinem Sohn, dass er später darauf achtet, seiner Frau einen angemessenen Ausgleich zu zahlen, falls er Kinder haben sollte und sie diejenige ist, die zuhause bleibt und Verdienstausfälle hat?

Wie bringen wir ihnen bei, dass es Berufe gibt, in denen man viel zu wenig verdient, für das, was man tut – und andere, in denen einem das Geld fast nachgeschmissen wird? Wie lehren wir, dass Geld zwar wichtig, glücklich zu sein aber wichtiger ist?

Was ist eigentlich mit meinen Finanzen?

Das Themen Geld, Absicherungen und Vorsorge beschäftigen mich aktuell nicht nur in Bezug auf meine Kinder – wie man unschwer im letzten Absatz merkt. Natürlich sind das keine Themen, die bei den Kindern jetzt schon angesprochen werden müssen. Aber ich merke zunehmend an mir selbst, dass sie eben auch nicht vergessen werden dürfen.

Wir als Familie, als Paar und ich selbst ordnen in den letzten Monaten nicht nur unsere Wohnung, auch unser Leben. Es fühlt sich gut an, nach und nach mehr unter Kontrolle zu haben und sich nicht mehr so hilflos zu fühlen.

Beim Thema Finanzen und Vorsorge tue ich das allerdings nach wie vor. Ich habe immer das Gefühl, niemand, der mich berät, ist wirklich ehrlich. Alle wollen nur ihr Produkt verkaufen, sei es eine Versicherung oder ein Sparplan. Aber woher weiß ich, was wirklich Sinn macht?

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Informier dich!

Auch, wenn Finanzen, Vorsorge und Absicherung schon länger auf meiner To-do-Liste stehen – eigentlich brodeln sie so in meiner Schreibtischschublade vor sich hin. Weil ich einfach nie den Arsch hochgekriegt habe, mich zu kümmern. Aber bei dem, was sich hier in den letzten Monaten schon bewegt hat, kriege ich das jetzt auch noch gewuppt.

Sowas erledigt sich einfach nicht von selbst, die „Gefahr“ dahinter wird nicht kleiner, nur weil man sie ignoriert. Ich muss mich informieren. Und zwar so, dass ich es auch verstehe. Trotz Schlafmangel, trotz (über)vollem Kopf, den man nunmal hat, wenn man sich nicht nur um sich kümmern muss, sondern immer an Termine und Bedürfnisse für 4 denken muss.

Brigitte Finanz-Symposium

Anfang der Woche saß ich im Wartezimmer meiner Ärztin und hatte vorsorgliche die aktuelle Brigitte Mom dabei. Der Artikel „Nächste Station: Altersarmut“ hat mich ziemlich aufgewühlt, mit einem mulmigen Gefühl habe ich ein Foto mit dem Text „Darum müssen wir uns auch wirklich dringend mal kümmern“ an meinen Freund geschickt.

Er, bei der Arbeit, Geld (für uns alle) verdienend und somit auch für seine Rente sorgend.

Ich, im Wartezimmer bei meiner Gynäkologin, dafür Sorge tragend, dass es unserem dritten Kind gut geht. Selbstständig, viel zu wenig ver- und abgesichert.

Am Ende des Artikels der Hinweis auf die Brigitte Academy und das Finanz-Symposium mit Themen rund um Altersvorsorge, Ausgleich des Rentenanspruchs, wie man Geld clever anlegt und Vermögen aufbaut.

Ein Anfang?

Auch hier kann ich noch nicht überblicken, ob mir dieses Symposium das bringt, was ich brauche. Wie unabhängig es ist und ob hier auch irgendwas verkauft werden soll. Aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder sowie mit HerMoney, einem unabhängigen Finanzforum für Frauen finde ich schon mal vertrauenserweckend.

Leider ist der aktuelle Termin schon ausgebucht, ich werde aber auf jeden Fall versuchen, am nächsten Termin teilzunehmen.

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Blogs und Initiativen zum Thema Geld

Unterstützt wird das Symposium unter anderem von den Finanzheldinnen – das finde ich auf den ersten Blick ganz sympathisch. Allerdings verraten weder der Instagram– noch der Facebook-Auftritt auf den ersten Blick, dass es sich bei der Initiative um Mitarbeiterinnen von comdirect handelt. Natürlich habe ich noch nicht alles gelesen, aber zunächst deutet nichts darauf hin, dass es sich hier einfach nur um gut getarnte Werbung für eine Bank handelt. Den Artikel „Über Geld spricht man eben doch“ inklusive Checkliste Gemeinsam Planen für Paare finde ich persönlich schon mal ganz hilfreich. Auch die Infos aus dem Artikel Anlegen mit gutem Gewissen sind für mich neu und wirklich spannend.

Und das eigentliche Thema dieses Posts – ich bin irgendwie abgeschweift – Wie Kinder lernen, mit Finanzen umzugehen – wird auch behandelt. Hier findet sich im letzten Absatz eine kleine Werbung für comdirect; ich kann über sowas aber gut hinwegsehen. Immerhin werden hier gebündelt und kostenlos viele wertvolle Informationen geliefert, die ich mir sonst mühevoll zusammensuchen müsste.

Bei Madame Moneypenny habe ich mich sofort festgelesen – Natascha schreibt hier verständlich über Finanzthemen, um Frauen in die finanzielle Unabhängigkeit zu begleiten. Genau das, was ich brauche.

Auch auf Edition F findet man viele gute Artikel zum Thema Finanzen und Geld – einfach in die Suche Geld eingeben – oder Mitglied in der Future Female Force werden, dort werden Finanzen ebenfalls behandelt.

Über Kindersparbücher. Vorsorge und Altersarmut

Ein Anfang!

Auch, wenn ich mit diesem Post weder Ratschläge dazu geben kann, wie man Kindern den richtigen Umgang mit Geld beibringt noch dazu, welche Anlageformen für Frauen die richtigen sind, um sich abzusichern. Mir persönlich hat es unheimlich viel gebracht, mich erstmalig so richtig mit dem Thema Finanzen und Absicherung auseinanderzusetzen.

Ich überlege, was ich mir wichtig ist und finde heraus, was ich angehen muss. Und mein Fazit aus den Recherchen und dem Schreiben dieses Posts sind zwei Dinge:

  • Ich möchte finanziell unabhängig und abgesichert sein und auch verstehen, wie und wo ich mein Geld anlege
  • Kinder lernen immer noch am Meisten durch Vorleben. Und ein guter Schritt ist schonmal, dass sie sehen, dass wir uns gemeinsam um ihr Geld kümmern.

Der Rest, vor allem bezogen auf die Kinder, kommt sicher auch. Erstmal das Sparbuch, in diesem Zuge haben wir gleich schon mal erklärt, was Zinsen sind. Taschengeld, selbst bezahlen, mal gucken, was wieviel kostet oder was man alles für einen bestimmten Betrag kaufen kann. Wir probieren einfach aus und ich berichte dann.

Auch noch interessant zum Thema Finanzen:

Am Dienstag, den 17. April gibt es einen Live-Talk auf Facebook mit dem Titel „Finanzen. Womit starten? Was tun?, den ich mir sicher anschauen werde.

Auf Pinterest einfach mal nach Finanzen organisieren suchen. Hier findet man Tipps und Vorlagen für „Haushaltsbücher“ und und und.

Finanz-Apps. Da kann ich noch keine Empfehlung abgegeben, aber ich werde mir auf jeden Fall die ein oder andere runterladen, um im Alltag einen Überblick über meine Finanzen zu behalten und zu sehen, wo ich Geld einsparen kann, um es dann investieren zu können.

Erfahrungen und Tipps?

Wie macht ihr das denn mit eurer Vorsorge? Habt ihr einen finanziellen Ausgleich mit eurem Partner für die Zeit, in der ihr euch um die Kinder kümmert? Gilt ja für Männer, die zuhause bleiben, genau so. Auch, wenn die immer noch deutlich in der Minderheit sind.

Und wie regelt ihr das mit dem Geld der Kinder? Was müssen sie von ihrem Taschengeld kaufen und wieviel bekommen sie in welchem Alter?

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26 Kommentare

  1. Anna sagt

    Es gibt zurzeit in der ARD Mediathek eine tolle Doku zu dem Thema. Einfach mal googlen. Die Doku zeigt Beispiel und gibt Tipps, an wen man (Frau) sich wenden kann.

  2. Kerstin sagt

    Hallo!

    Ich weiß jetzt gerade gar nicht, was ich sagen soll. Irgendwie bin ich momentan amüsiert und sprachlos und teilweise entsetzt zugleich. Ich versuche mal zu ordnen…

    1. Taschengeld: Klar, ohne Vergleichswerte wie „dafür muss Papa einen Tag arbeiten“ geht es nicht. Aber ich denke, auch ein Kind merkt zumindest, wenn sein Haufen Münzen kleiner wird und mag das nicht. Mein Sohn ist jetzt 8 Jahre alt und bekommt 50 Cent pro Woche. In unregelmäßigen Abständen geht was aufs Sparbuch. Er hat immer Geld im Sparschwein und darf davon auch was kaufen. Meine Regel: Er muss es mir vorher sagen, wenn es mehr als 2 Euro sind. Dann sage ich auch mal nein, wenn es z.B. das fünfte Feuerwehrauto ist und versuche, ihn zu was anderem zu überreden. Wenn er Geld geschenkt bekommt (z.B. zum Geburtstag von der Tante), muss er mir 60% abgeben, weil ich ja auch Kleidung, Kernzeit, Klavier etc bezahlen muss. Und er muss einiges selbst zahlen, wenn er was will. Faustregel: Wenn es mehr als die Regel ist. Also wenn wir z.B. Eis essen und jeder bekommt zwei Kugeln, zahlt er die dritte selbst. Und wenn er mehr Fahrten mit dem Karussell will, als vorher ausgemacht wurde, dann auch.

    2. Mit Kindern drüber reden: Egal ob sie alles verstehen oder nicht, wenn über ein Thema öfters geredet wird, erkennen sie doch, dass es den Eltern wichtig ist. Ich bin hier etwas amüsiert, weil mein achtjähriger Sohn (im Gegensatz zu deinen Kids) noch nicht im Detail aufgeklärt ist. Dafür weiß er über Kriege und die Berliner Mauer, wie man Preise kalkuliert und Elektrotechnik ganz gut Bescheid – unsere beruflichen Tätigkeiten halt. Ich finde, man kann Kindern auf altersgerechte Weise ALLES beibringen. Also auch, dass man für Sachen arbeiten muss und manche sich mehr Urlaub leisten können als wir und andere nicht mal ein Auto.

    • Johanna sagt

      Liebe Kerstin,

      ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht so richtig, was genau dich hier amüsiert, sprachlos macht und entsetzt. Ich antworte einfach mal zu deinen Punkten:

      1: Klar merkt ein Kind auch mit 3 oder 5 (mit 8 sowieso), dass sein Haufen Münzen kleiner wird. Das wissen sie natürlich. Aber es geht ja um den Wert des Geldes – und der wird ja nicht automatisch kleiner, wenn der Haufen kleiner wird. Wenn ich fünf kleine Münzen wegnehme, aber eine „große“ Münze dafür hinlege, wird der Haufen kleiner, aber das Geld – also der Wert – nicht weniger. Das ist einfach schwierig, finde ich, wenn man noch nicht rechnen kann. Und spannend, wie ihr das macht – ich würde zum Beispiel nie Geburtstagsgeld oder so für Klamotten oder Hobbys der Kinder nutzen. Aber das regelt eben jede Familie anders und das ist ja auch okay.

      2. Klar, wir reden mit unseren Kindern auch über Krieg und Trump, über Attentate und Geschichte. Natürlich kann ich ihnen das sachlich alles sagen. Aber es geht ja dabei um diese Ungerechtigkeit, die man einfach selbst nicht versteht und deswegen auch nicht erklären kann.

      3. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, wieso man weniger Team ist, wenn der eine dafür sorgt, dass der andere nicht schlechter dasteht, weil er etwas für die gemeinsamen Kinder sorgt? Ich verstehe das GERADE als Teamarbeit, sich gegenseitig abzusichern und dafür zu sorgen, dass ein Teammitglied im Falle einer Trennung nicht schlechter da steht. Denn, ich will’s mal so sagen: während einer Beziehung sind viele Paare ein Team – aber wenn man sich trennt, womöglich mit Streit und allem pipapo, dann weiß ich nicht, wie viel von dem Teamgedanken übrig bleibt. Ganz besonders auf’s Geld bezogen.

      4. Vielen Dank für die Tipps.

    • Nina sagt

      Kerstin, darf ich nochmal nachfragen: wenn dein Sohn Geld von Verwandten geschenkt bekommt muss er dir 60% davon abgeben?
      Packst du die für ihn auf ein Sparkonto?

      • Kerstin sagt

        Hallo Nina,

        erstmal zum Hintergrund: Mein Sohn ist jetzt acht Jahre alt.

        Ich finde es voll verständlich, dass er sich nicht unbedingt über Kleidung freut und gerne nur Spielsachen hätte (und auch nicht unbedingt Bücher). Allerdings würde er – würde ich ihm komplett freie Hand lassen – z.B. momentan zu seinem Mountainbike und seinem Skateboard noch ein BMX und ein Longboard kaufen oder komplette Serien von Lego. Das finde ich nicht einzusehen. Wir haben noch unser komplettes Lego und Playmobil und er hat generell viel Spielzeug (teils geschenkt, teils vom Taschengeld gekauft).

        Außerdem lernt er Karate und Klavier, geht zur Kernzeitbetreuung und will natürlich auch regelmäßig ins Schwimmbad, ab und zu ins Kino oder den Zoo etc… Alles, was Geld kostet. Von Kleidung mal abgesehen.

        Wenn Verwandtschaft nachfragen, was er will, kann ich das etwas lenken, so dass er happy ist und trotzdem die Sachen etwas „gestreut“ sind.

        Wenn aber (v.a. eine Tante) ihm regelmäßig 50 Euro in die Hand drückt mit dem Hinweis „Du kannst dir ja eine neue Jacke kaufen!“ ist das einfach schwierig. Sie will es ihm persönlich geben, aber er will natürlich Spielzeug kaufen… Ändert sich vielleicht im Teenie-Alter 😉

        Das Kind hat dadurch aber dermaßen viel Geld angesammelt und parallel ist es bei uns knapp, das finde ich schwierig. Also habe ich mit ihm gesprochen und er hat mir selbst den Vorschlag gemacht, dass er mir einen Teil gibt, wir aber dafür halt auch ins Schwimmbad gehen etc. Das wären sonst Dinge, auf die wir verzichtet hätten. Ich gebe es also für ihn aus, für Sachen / Aktivitäten / Ausflüge, auf die wir sonst verzichten oder die Anzahl einschränken würden.

        Es gibt für ihn übrigens ein Sparbuch und zwei Sparpläne, die auch nur ihm zugute kommen und auch auf ihn laufen, also keine bösen Eltern, die das komplette Vermögen des Kindes durchbringen 😉

        Wie gesagt, ich hatte mit ihm darüber geredet und der Vorschlag kam von ihm.

        LG
        Kerstin

  3. Kerstin sagt

    3. Altersarmut: Das ist schon etwas, was mich stark beschäftigt. Trotzdem war ich hier bei deinen Ausführungen kurz sprachlos. Mein Mann und ich sind ein Team. Wir haben gemeinsam gearbeitet und ausgebaut, seine Meisterschule bezahlt und waren im Urlaub. Und nun haben wir gemeinsam entschieden, dass er Vollzeit arbeitet und ich mehr daheim bin als er, privat promoviere und nur stundenweise arbeite. Klar wäre ich der Pechvogel, wenn wir uns trennen. Aber ich finde es okay so, wie es ist, und bin froh, dass er mir die Möglichkeiten gibt. Und das Einkommen, das wir beide erwirtschaften, wird auf uns als Familie verteilt: Miete, Kredite, Essen, Versicherungen, zehn Tage Urlaub im Jahr etc. Da ist momentan einfach nichts über, um für mich eine Rentenversicherung oder irgendeinen Sparplan fürs Alter abzuschließen. Er hat eine kleine, die der Arbeitgeber zum Teil mitfinanziert. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, von ihm einen finanziellen Ausgleich zu fordern. Wenn er mal eine Gehaltserhöhung bekommt, ist das schon klar, dass das für meine Rente verwendet wird. Aber im Moment reicht es halt nicht dazu. Vielleicht bin ich zu optimistisch, aber ich denke auch, dass ich ja nicht mein Leben lang auf Stundenbasis arbeiten werde und habe hier auch meine innerliche Grenze, ab wann ein besserer Job hermuss. Trotzdem verstehe ich uns als Team.

    4. Versicherungsberatung: Im Prinzip fährst du mit Mehrfachagenten oft besser, da die nicht an eine einzige Versicherung und deren Produkte gebunden sind. Unterschreibe unbedingt Beratungsprotokolle und pass auf, dass drinsteht, dass du z.B. sicherheitsorientiert anlegen willst. Setze auf gemischte Fonds. Und guck, dass du Basisversicherungen abschließt, die du auf jeden Fall bezahlen kannst – auch in harten Zeiten- und zusätzliche, die du zur Not stilllegen kannst. Und sich aus Angst überzuversichern ist auch nicht zielführend.

    LG
    Kerstin

  4. Bianca sagt

    Wir haben (bald) zwei Kinder und sind was Finanzen angeht sehr unabhängig. Wir sind nicht verheiratet und haben auch nicht vor, es zu sein, weshalb es noch wichtiger ist, den Partner nicht als Altersversorgung zu betrachten (klingt jetzt härter als es gemeint ist, aber viele Frauen verlassen sich auf ihre Männer, dann kommt die Scheidung und sie stehen plötzlich schlecht da). Wir sind unabhängig voneinander gut abgesichert, haben private Altersvorsorge und gute Arbeitgeber. Ich bin bei Kind 1 ein Jahr zuhause geblieben, habe dann 75% gearbeitet und beim zweiten Kind werde ich es ähnlich machen. Diesmal bleib ich zwei Jahre zusammen und mein Partner verdient im zweiten Jahr dann für mich mit. Anschließend plane ich noch ein paar Jahre 75% Arbeit und dann wieder Vollzeit. Als Ausgleich hat mein Partner eine risikolebensversicherung für mich abgeschlossen.
    Wir haben keine gemeinsamen Schulden und befreien uns dadurch auch von dem Druck den man in solchen Fällen aufeinander ausüben kann.
    Diese Form zu leben bedeutet uns sehr viel. Wir sind damit ziemliche Paradiesvögel in unserem Freundeskreis. Bei den meisten familien ist alles gemeinsam geregelt, gemeinsame Schulden, Konten etc. Das wäre für uns nicht gut, da es Abhängigkeiten schafft, die wir belastend finden würden.
    Wir haben natürlich den Vorteil beide gute Jobs zu haben uns schon selbstbestimmt mit unseren Finanzen umgegangen sind als wir zusammen gekommen sind. Teilen tun wir alles was die Kinder betrifft und sind auch sonst nicht knausrig und rechnen auch nichts auf.

    • Johanna sagt

      Liebe Bianca,

      ich finde, das klingt supervernünftig – und ich glaube, es ist für eine Beziehung auch befreiend, das so geregelt zu haben. Ich glaube, viele Frauen, und da nehme ich mich jetzt nicht aus, bisher zumindest nicht, sind einfach zu blauäugig und romantisch, was das angeht. Und viele bekamen es vermutlich auch zuhause so vorgelebt.
      Gerade deswegen ist es mir noch mal umso wichtiger, mich darum jetzt zu kümmern.
      Toll, dass ihr das so macht!

    • Natalie sagt

      Sehr spannendes Thema – für mich auf Platz 1 meiner „Achievment-Agenda für 2018“.

      Ich bin 30 und habe von Finanzen überhaupt keine Ahnung und das will ich dieses Jahr unbedingt ändern. Q1 und Q2 Ziele sind Finanzeducation. Q3 und Q4 dann die tatsächliche Geldanlage. Ich schäme mich fast vor mir selbst ein bisschen, dass ich das so lange aufgeschoben habe. Klar, ich habe einen guten Job, verdiene auch ganz ordentlich und spare Geld. Aber von einem Tagesgeldkonto wird man halt auch nicht reich…

      Das war jahrelang eine Art Ohnmacht weil ich gar nicht wusste, wo ich anfangen soll.
      Aber jetzt… Es ist ja nie zu spät.

      In einer Beziehung würde ich das handhaben wie Bianca. Ich bin von Kindern noch so weit weg dass ich aktuell nicht sagen kann, ob ich dafür in meiner Karierre zurückstecken würde. Ich denke, das kann man schwer beurteilen, so als Nicht-Mutter.

      Falls ich mich aber dafür entscheiden würde dann geht das für mich nur, wenn mein Mann/Freund mir diese Familienarbeitszeit finanziell ausgleicht. Selbst wenn man beide Gehälter zusammenwirft und für den Moment 50/50 durch 2 teilt, die verminderten Rentenansprüche und den Knick in der Karierreleiter, der kann dadurch nicht ausgeglichen werden…

  5. Mimamo sagt

    Anders als Kerstin finde ich das mit dem Ausgleich nicht befremdlich. Meiner Meinung nach reden viel zu wenige Paare über Geld. Meist geht die Frau in Teilzeit arbeiten, der Mann arbeitet voll und verdient auch oder gerade bei gleichem Gehaltsniveau und gleicher Qualifikation mehr und erwirbt nicht zuletzt höhere Rentenansprüche. Da finde ich es nur richig, auch einmal über die Verteilung zu reden – egal, wie man das Problem löst. Schließlich hat die Frau ja in der Regel nicht mehr Freizeit, sondern erledigt in der Nicht-Arbeitszeit andere Aufgaben. Die Lösungen, die sich bieten, sind sicher für jedes Paar andere. Auch in Abhängigkeit davon, ob tatsächlich frei verfügbares Einkommen für Konsum und Altersvorsorge übrig bleibt, oder das Gehalt nur den Grundbedarf deckt. Zu dem Argument: wir sind ein Team und eine Familie: ja natürlich. Aber das haben viele getrennte Paare vorher auch gesagt. Trennungen gehen selten ohne Unstimmigkeiten über die Bühne, und ich habe zu viele Männer gehört, die vor der Trennung mit Vehemenz vertreten haben, dass ein Elternteil möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen sollte. In ihrem Fall die Mutter, weil sie weniger verdient. Nach der Trennung sahen sie das dann ganz anders.

  6. Bianca sagt

    Das kann gut sein. Meine Mama war immer die hauptverdienerin und mein Papa hat selbstständig gearbeitet. Bei den beiden ist es komplett anders herum, er ist abhängig von meiner Mama, er kriegt einen Witz an Rente und konnte privat nicht vorsorgen weil das Geld nie reichte.
    Ich habe für mich mitgenommen, dass ich unbedingt finanziell unabhängig sein wollte. Das war viele Jahre mein größtes Grundbedürfnis. Jetzt als Mama ändern sich einige Dinge noch mal und mein Freund und ich bereiten auch für die Kinder viel vor, so dass sie einen guten Start ins Leben haben.
    Wir haben beide alles alleine hinkriegen müssen; ich habe mein Studium durch Bafög und Jobs finanziert, er hat schon immer mehrere Jobs gehabt. Wir sind aber auch zwei gebrannte Kinder, aufgrund unserer Geschichte und sehen vieles zum Glück ähnlich.
    Altersarmut ist ein gruseliges Thema, man weiß ja auch nie was passieren kann. Ob für uns tatsächlich gesetzliche Rente möglich ist, ob unsere Geldanlagen nicht plötzlich alle weg sein könnten. Nichts ist wirklich sicher. Dieser Gedanke relativiert jedenfalls all unsere sorgsam gefeilten Pläne 😬

  7. Kerstin sagt

    Hallo,
    ich gebe euch schon recht: Im Falle einer Trennung hat oftmals die Frau das Nachsehen. Doch bei uns ist momentan halt die Grundversorgung da und das wars. Da werde ich nicht von meinem Partner einen finanziellen Ausgleich fordern (zudem das ja – wie ich bereits schrieb – im Raum steht, sobald es geht). Doch ich bin froh, dass er mich momentan nicht in einen ungeliebten Job „zwingt“, sondern mir die Möglichkeit zur Selbstentfaltung gibt (Studium und Promotion). Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Das war für ihn übrigens selbstverständlich, weil ich während seiner Meisterschule gearbeitet habe. Doch ich finde auch, wenn ein Mann nicht selbst auf die Idee kommt, wenn genug Geld da ist, für die Frau zu sorgen, die TZ arbeitet (oder umgekehrt), dann ist das für mich keine Beziehung auf Augenhöhe.
    LG Kerstin

    • Johanna sagt

      Liebe Kerstin,

      klar, man muss natürlich schauen – wenn in dem einen Moment gerade genug Geld da ist für Miete, Essen, Kleidung – dann ist es schwer bis unmöglich, Geld für die Rente beiseite zu legen. Und es ist toll, dass ihr das plant, sobald es geht. Und es ist toll, dass du das machen kannst, was du möchtest, studieren und promovieren, das mit der Selbstverwirklichung kenn ich ja selbst auch. Das ging hier auch nur, weil man Freund 100%ig hinter mir steht und das finanziell aufgefangen hat.
      Aber ich glaube, in vielen Beziehungen ist das einfach kein Thema. Weil einigen das gar nicht so bewusst ist, weil man es verdrängt, warum auch immer. Ich glaube nicht, dass es immer böse Absicht oder eine Beziehung, die nicht auf Augenhöhe funktioniert, sind.

  8. ina sagt

    Das klingt jetzt wahrscheinlich krasser als beabsichtigt, ich sage es trotzdem und hoffe einfach, dass du weisst wie es gemeint ist: abgesehen von versicherungen und vorsorge ist BEWUSSTER konsum das a und o. ich behaupte mal, dass ihr weit weg von armut seid und es ist auch gut sich was zu gönnen, aber alles was man aktuell spart hat man im alter. und wenn man ein bisschen seine gewohnheiten anpasst und sich ab und zu fragt „brauche ich das wirklich?!“ gewinnt man erschreckend viel. dann braucht man auch keine geldbörsen-provision über nen partnerlink (keine sorge, ich weiss, dass das ein scherz von dir war 😉

    • Nadine sagt

      Wahre Worte. Wenn man bewußter konsumiert, braucht man auch nicht so viel aussortieren und aufräumen. 😉 Meine Erfahrung… 🙂

  9. Rya sagt

    Huhu, ich bin total froh, dass du das Thema aufgreifst und werde mir die Links mal in Ruhe anschauen! Danke! Ich bin auch gerade dabei, mein Leben zu sortieren und ich möchte das auf jeden Fall angehen. Mein Mann ist super organisiert und hat eine gesunde Einstellung zu dem Thema. Ich bin leider damit nicht aufgewachsen- meine Mama (sonst auch super organisiert und gewissenhaft) hat nie Kontoauszüge geöffnet oder sonstige Bank-Briefe. Es war ihr „egal“/ es gab wichtigeres/ sie hat nicht alles im Detail „verstanden“/ es hat sie total nervös gemacht. Sie ist mein größtes Vorbild, aber bei dieses Thema ist einiges in Schieflage (bis heute) geraten. Ich wurde davon geprägt und bin nun in der gleichen Situation. Ich möchte meinen Kindern ein gutes Vorbild sein und will mich endlich auch mal damit vertraut machen! Es ist unglaublich wichtig!

    • Johanna sagt

      Liebe Rya,

      das klingt ein bisschen wie bei uns. Mein Freund ist auch super organisiert, erledigt solchen Papierkram immer sofort, hat Versicherungen und Vorsorge. Aber ich hab das irgendwie nie auf die Reihe gekriegt – allerdings hatte ich in meinem Job vorher auch nicht wirklich viel Spielraum, Geld beiseite zu legen und hab jetzt immer noch Studienschulden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass dieses „unerledigte“ Thema und dass ich davon so gar keine Ahnung habe, mich irgendwie unruhig machen.

      Und wie du sagst – ich will eben auch ein gutes Vorbild sein für die Kinder! Ich drück die Daumen, dass du das geregelt kriegst, ganz liebe Grüße, Johanna

  10. Nadine sagt

    Hello, als teilzeitarbeitende verheiratete Mutter mit zwei Kindern war es mir sehr wichtig privat etwas zur Auffüllung der „Rentenlücke“ zu unternehmen. Denn die Lücke wird mich auf jeden Fall treffen. Ich habe aber auch schon als unverheiratete kinderlose Frau Geld gespart (als ich den ersten richtigen Job hatte) und in verschiedenen Formen angelegt. Das Thema hat mich schon früh beschäftigt, weil ich auch im Familienkreis erlebt habe, was Rentenlücke dann wirklich heißt. Inhaltlich haben mir sehr die Bücher von Helma Sick (und Renate Fritz) geholfen – die haben viel Licht ins Dunkel gebracht und mir bei der Entscheidung für „Altersvorsorgeprodukte“ geholfen. Vielleicht ist das auch was für dich? Viele Grüße!

  11. Stephanie Müller sagt

    Liebe Johanna,
    ich folge Dir schon eine Weile und freue mich ehrlich gesagt über Deinen Artikel. Vor allem weil es zeigt, dass all die differenzierten Meinungen zu Deinen Artikeln oder Postings eben doch zum Nachdenken anregen. (Ich denke da vor allem an Deine Posts zum Thema Kinderkleiderkauf.)
    Ich persönlich bin gut abgesichert – auch wenn ich gerade nicht arbeite. Ich habe mich ziemlich früh mit der Materie Finanzen auseinandergesetzt und mit meinem Ehemann über genau diese Dinge, die Du angesprochen hast, gesprochen.
    Ausgangspunkt meiner Überlegungen war das Buch „Geld tut Frauen richtig gut“ von Bodo Schäfer und Carola Ferstl. Das Buch habe ich vor 20 Jahren zu meinem 18. Geburtstag von meinem Vater erhalten – mittlerweile wird es scheinbar nicht mehr aufgelegt. Es gibt allerdings noch gebrauchte Exemplare zu kaufen. Ich kann Dir und all Deinen am Thema interessierten Lesern/innen dieses Buch sehr empfehlen. Es gibt Denkanstöße und macht bewusst für diese ganz wichtige Thematik, um sich dann in die Feinheiten zu stürzen. – Vor allem für eine gleichberechtigte Partnerschaft ist es ein wichtiger Ausgangspunkt.

    Herzliche Grüße

    Stephanie

    • Johanna sagt

      Liebe Constanze, das freut mich sehr zu hören, vielen Dank für dein Feedback! Liebe Grüße, Johanna

  12. Caro sagt

    Liebe Johanna,
    ein sehr interessantes Thema um das sich wirklich alle Frauen kümmern müssen.
    Ich selbst habe relativ jung (26) geheiratet, 2 Kinder bekommen, war dann Hausfrau u habe bisschen TZ gearbeitet. Dass wir uns mal trennen könnten kam in meinen Gedanken gar nicht vor 🙂 Wir hatten immer getrennte Konten, jeder hat seinen Teil zum Haushalt beigetragen, mein (damaliger) Mann natürlich deutlich mehr als ich. Naja, mit 34 dann die Trennung, ich mit 2 Kleinkindern, damals noch in Elternzeit mit der Kleinen… wir sind noch halbwegs im Guten auseinander gegangen, ich konnte erstmal in der Wohnung bleiben u er hat Kindesunterhalt gezahlt.
    Dann die Scheidung, Gott sei Dank sage ich heute, weil da ja von der BFA aus alle Daten abgeglichen werden musste und ich wusste zum Beispiel nicht, dass man später für die Beantragung der Rente auch eine Immatrikulationsbescheinigung braucht (auch wenn man ein Diplom vorweisen kann 😉 ) Naja, ich bin also div. Unterlagen nachgelaufen, wir haben versucht, die Betriebsrente meines Exmannes anteilsmässig aufzuteilen / in die BFA Punkte wurde einiges übertragen u am Ende meckerte noch der Scheidungsrichter, weil ich mir einen Teil der Rentenansprüche bar auszahlen lassen wollte (O-Ton „Und wenn sie die jetzt für Urlaub und nicht für ihre Altersvorsorge ausgeben liegen sie später mal dem Steuerzahler auf der Tasche“). Hat dann doch noch geklappt, wurde von mir als Altersvorsorge angelegt u dann bekam ich nur noch Kindesunterhalt – das war zu der Zeit, wo der Ehegattenunterhalt quasi abgeschafft war.
    Zum Glück hatte ich da schon meinen jetzigen Partner – ohne ihn… hätte ich wohl zeitweise Hartz 4 beantragen müssen, trotz Studium, Führungsposition vor den Kindern… Im nachhinein ärgere ich mich, dass ich doch recht blauäugig war, gedacht habe, dass geht schon alles gut. Meinen Töchtern (die jetzt schon teilweise aufs Abitur zugehen) sage ich ganz klar, dass sie immer für sich sorgen können müssen – zur Not auch alleine mit Kindern. Oder man legt ein eigenes Konto für die Frau an, solange sie in Elternzeit ist, wo der Mann monatlich was einzahlt für die Rente. Sonst sieht es leider echt sehr sehr bitter aus. Inzwischen arbeite ich wieder TZ (habe noch ein Kind bekommen…) u lege so viel Geld es nur geht für später zurück. Ist war total unsexy u macht auch nicht wirklich Spass, muss aber sein, denn wenn ich meine BFA Auszüge erhalte wird mir immer ganz anders, wenn da was von 500 eur Rente steht…
    Je früher man damit anfängt, sich auch mit Gelddingen zu befassen, finanziell vom Mann unabhängig bleibt, umso besser 🙂
    Ich werde hier weiter fleissig mitlesen u bin gespannt, wie ihr das dann für Euch regelt.
    Liebe Grüsse Caro

  13. Kerstin sagt

    Mal ganz allgemein (ohne jmd direkt ansprechen zu wollen): Ich finde es echt erschreckend, wie viele gebildete Menschen keine oder wenig Ahnung von finanziellen Dingen haben und sich auch (egal aus welchen Gründen) davor scheuen, das anzugehen. Das stelle ich auch während meiner Arbeit mit jungen Menschen immer wieder fest.
    Definitiv ein Plädoyer für die Einführung des Faches Wirtschaft in den Schulen…

  14. Helena sagt

    Hallo,
    es ist ein grundsätzliches Thema was uns alle und ganz besonders und größtenteils Frauen betrifft: diejenigen die weniger verdienen (trotz gleiche Position und Inhalt im Job) und wenn sie Kinder kriegen zuhause bleiben und anschließend -in der Regel- Teilzeit arbeiten. Das ist leider immer noch ein Problem und was unsere Generation betrifft werden einige / viele unter Altersarmut leiden.. Das Generationenmodell funktioniert nicht und muss dringend reformiert werden..
    Der andere Punkt ist unser (heutiges) Konsumverhalten. Natürlich, sollten wir das hier und jetzt auch genießen unseren Kindern und auch uns selbst eine schöne Zeit machen; ihnen zeigen dass man mit Kleinigkeiten auch glücklich werden kann. Jedoch leben wir in einer Konsumgesteuerten Gesellschaft die das Glück mit Konsum gleichstellt. Uns wird (auch unterbewusst) suggeriert dass wir dieses und jenes „brauchen“ – so wäre unser Glück vollkommen.. Studien haben erwiesen dass „Sachen kaufen“ nur einen kleinen Moment an Glücksgefühl bringt und der Konsum von z.B. Freizeitaktivitäten (Konzerte, gemeinsame Zeit verbringen etc.) ein viel nachhaltigeres Glücksempfinden mit sich bringen. Hinzu kommt, dass wenn wir jeden zweiten Tag vor unseren Kindern Pakete über Pakete auspacken: wie sollen sie ein Gefühl für „besonderes“ bekommen? Wie sollen sie es wertschätzen- wenn es doch selbstverständlich ist dass man alles was man schön findet einfach kauft? Mir geht es auch so: ich möchte dass meine Kinder schöne Sachen haben jedoch möchte ich mehr, dass sie mit Kleinigkeiten im Leben glücklich werden. Denn seien wir doch mal ehrlich, ist es nicht das was uns eigentlich als Erwachsene fehlt? Dass Kleine Dinge im Leben uns glücklich machen?
    Der dritte und nicht weniger wichtige Punkt ist die Nachhaltigkeit / unsere Umwelt: je mehr wir konsumieren desto mehr verschmutzen wir sie. Selbst wenn wir jeden Tag nachhaltige Produkte bestellen- die Menge macht auch was aus… Und wollen wir unseren Kindern nicht zeigen, dass man selber auch was machen kann? Was nähen ? oder reparieren? Klamotten die etwas kaputt sind nicht sortieren sondern reparieren?
    Ahh ich war auch nicht so aber mit Mitte 30 macht man sich irgendwann Gedanken über das Große Bild und da müssen wir alle an uns arbeiten..
    Gruß
    H.

  15. Atalanta sagt

    Liebe Johanna,
    ich arbeite für eine unabhängige Vermögensberatung- und verwaltung und bin hier leider so oft mit Frauen konfrontiert, die sich über Finanzen keinerlei Gedanken machen und nach einer Trennung/ Scheidung wirklich finanzielle Probleme haben. Das hat nicht unbedingt was mit ALTERSarmut zu tun, die kommt dann später.
    Ich denke bei dem Thema ist es wichtig, sich erst einmal eine Übersicht über den eigenen finanziellen Stand als Einzelperson UND als Partner zu verschaffen und dann im finanziell möglichen Rahmen nach langfristigen Absicherungen zu suchen. Wichtig finde ich persönlich dabei, dass man, bevor man Geld anlegt, zunächst möglicherweise vorhandene Schulden tilgt.
    Zu unserer persönlichen Absicherung: mein Mann hat zwei Lebensversicherungen, unsere beiden Mädels je eine Existenzschutzversicherung und einen monatlichen Sparplan, ich habe (weil ich als Teilzeitmutti so schön viel Kinderzulagen vom Staat abgreife) eine Riesterrente, Vemögenwirksame Leistungen vom Arbeitgeber und eine Unfallversicherung (weil ich wegen Vorerkrankung keine Arbeitsunfähigkeitsversicherrung, die eigentliche besser ist, abschließen kann). Nebenbei zahlen wir unsere Immobilie ab (das ist ein Thema, bei dem mir Nachts flau wird, wenn ich ins Grübeln kommen ;-)).

    Ich finde es toll, dass Du Dir über das Thema Gedanken machst und hier und auf Insta darüber schreibst! Es sollten sich wirklich ALLE Frauen mit ihren Finanzen beschäftigen (und wenn man bloß schon mal damit anfängt, ein Haushaltsbuch zu führen, um zu erkennen, wie viel die vielen kleinen Impulskäufe zusammen für eine Summe ergeben (mea culpa!!). Vielen Dank also für diesen Anstoß!

    VG Deine Atalanta

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