Das Leben Eben
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Und, was machst du so? Von geplatzten Träumen und neuen Chancen.

Und, was machst du so? Von geplatzten Träumen und neuen Chancen | Pinkepank

Als Kind wollte ich Ärztin werden. Tierärztin, um genau zu sein. Ich weiß noch ganz genau, wie ich meine Kuscheltiere verarztet habe. Der Gorilla war besonders oft krank. Da war ich in der Grundschule.

Als ich auf’s Gymnasium kam, vertiefte sich meine Liebe zum Schreiben. Ich hatte schon immer viel geschrieben, kleine Geschichten und Gedichte. Ganz klassisch kam dann in der Unterstufe die Schülerzeitung dazu, irgendwann schrieb ich Artikel für die lokalte Tageszeitung und sah mich in meiner Zukunft schon als rasende Reporterin durch die Weltgeschichte gondeln, immer auf der Suche nach einer spannenden Story.

Dass Karla Kolumna meine Lieblingsfigur in den Benjamin Blümchen Kassetten aus meiner Kindheit war, brauche ich nicht extra zu erwähnen, oder? Und auch die Leidenschaft, mit der Rory von den Gilmore Girls für den Journalismus brannte, konnte ich natürlich eins zu eins nachvollziehen.

Ich wählte Deutsch-Lk und selbstverständlich arbeitete ich an der Abi-Zeitung mit. Doch je näher das Abi rückte, desto mehr fühlte ich mich von allen Seiten bedrängt. Ich sollte mich endlich entscheiden, für ein Studium, eine Ausbildung, einen Beruf. Meine Recherchen zum Journalismus Studium ergaben immer wieder das Selbe – um zum Studium zugelassen zu werden, sollten Praktika nachgewiesen werden. Aber einen Praktikumsplatz bekam man nur mit dem Nachweis, dass man schon ein oder zwei Semester studiert hatte.

Vermutlich hätte ich einfach bei unserer Tageszeitung ein Praktikum machen können, aber der Druck aus meiner Umgebung wuchs, ich schwankte, wurde unsicher, fühlte mich nicht mehr gut genug. Der Numerus Clausus für Journalismus lag damals bei 1,1, mit meinem Abischnitt von 2,5 rechnete ich mir natürlich keinerlei Chancen aus.

Ich suchte nach Alternativen für mich. Quereinstieg, Kultur und Sprachen studieren, Politikwissenschaften oder vielleicht doch erstmal ins Ausland?

Mein damaliger Freund kam aus einer Ärztefamilie, er machte ein Jahr vor mir Abi und ging mir zuliebe für’s Medizinstudium nach Hamburg. Ich wollte nachkommen, denn Hamburg war schon immer mein Plan und mein Ziel.

IMG_4959Dann bekam meine Oma eine neue Hüfte. Sie lag auf der Intensivstation, als wir sie besuchten. Es war ein bisschen wie im Film, viele Schläuche, Perfusoren, es piepte, roch nach Desinfektionsmittel, war irgendwie beklemmend und spannend zugleich.

Als ich durch die Schiebetür des Krankenhauses nach draußen in die Sonne trat, wusste ich – ich möchte Ärztin werden. Ich war plötzlich so fasziniert von den Möglichkeiten der Medizin, der Gedanke daran ließ mich nicht mehr los. Außerdem war ein Kriterium, dass ich bei allen Gesprächen und Tests rund um’s Thema Berufswahl immer angegeben hatte, dass ich unbedingt mit Menschen arbeiten wollte. Da passte Medizin doch perfekt. Bio war immer eines meiner Lieblingsfächer gewesen, dass ich in Mathe, Physik und Chemie – nett ausgedrückt – eine absolute Niete war, verdrängte ich ein bisschen. Ich glaubte daran, dass ich mich bis zum Physikum schon durchkämpfen würde.

Natürlich war mein Abi auch für’s Medizinstudium nicht gut genug, aber der Wunsch, Ärztin zu werden, hielt sich so hartnäckig, dass ich beschloss, erstmal ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Pflege zu machen. Um Zeit zu überbrücken und um zu testen, ob die Arbeit mit Patienten überhaupt das Richtige für mich ist.

In dem Jahr auf einer geriatrischen Station eines Hamburger Krankenhauses wurde mir klar, dass der Schichtdienst und der Klinikalltag zwar hart waren, aber genau das, was ich wollte. Ich fühlte mich nützlich, arbeitete mit Menschen, übernahm Verantwortung und lernte, mich zu organisieren.

IMG_4958Als das Ende meines FSJ’s anstand, bewarb ich mich kurzentschlossen für eine Ausbildung zu Krankenschwester, denn das Studium war natürlich immer noch in keinster Weise zum Greifen nah. Ich wurde also Krankenschwester und arbeitete erst in einer internistischen, dann in einer der größten interdisziplinären Notaufnahmen in Hamburg. Der Job machte mir Spaß, ich war eine gute Krankenschwester. Zwischendurch überlegte ich sogar, doch nicht mehr zu studieren.

Aber jeder kennt die Problematik in der Pflege – immer mehr Patienten, immer weniger Pflegekräfte, keine Zeit mehr für den Einzelnen, für Menschlichkeit zwischen den Routinen. Immer mehr Stellen wurden gekürzt, Dienste nicht nachbesetzt. Es kam immer häufiger zu Situationen, die ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Weinende Kollegen im Aufenthaltsraum, wenn ich zur Arbeit kam, das Gefühl, nichts und niemandem gerecht geworden zu sein, weder den Patienten noch meinem eigenen Anspruch an eine gute Versorgung, wenn ich ging. Den einzigen Ausweg sah ich dann doch im Studium.

Als endlich, nach sieben langen Jahren Wartezeit der Zulassungsbescheid in meinem Briefkasten lag, war ich euphorisch. Und ein bisschen wie betäubt. Endlich sollte ich das tun und lernen können, worauf ich so lange gewartet und hingearbeitet hatte.

Aber, und natürlich kommt jetzt ein „Aber“, sonst würde ich vermutlich gerade nicht hier sitzen und diesen Text schreiben – es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, Natürlich wusste ich, was auf mich zukommen würde, ich hatte das Studium durch meinen Ex-Freund hautnah miterlebt. Ihn abgefragt, durch seine Bücher geblättert, Geschichten aus erster Hand über das Unileben und das Medizinstudium.

Aber das Erleben und Wahrnehmen des Unilebens direkt nach dem Abi ist ein  anderes, als wenn man schon 7 Jahre lang gearbeitet hat. Natürlich war ich nicht die Älteste, aber im Schnitt waren meine Kommilitonen fünf bis sieben Jahre jünger als ich. Einige sogar neun Jahre – und die Kluft zwischen 16, 18 und 25 ist einfach riesig. Viele von meinen Kommilitonen kamen ständig zu spät zu den Vorlesungen, mit Kaffeebecher in der Hand, um sich natürlich nicht an einen Randplatz in der oberen Reihe des Hörsaals zu setze. Nein, es musste der Platz Mitte/Mitte sein, wie im Kino. Auf dem Weg dorthin wurde jeder zweite mit Küsschen oder Handschlag begrüßt, es wurden ein paar Worte über’s wilde Wochenende gewechselt und ich saß auf meinem Platz, versuchte mich zu konzentrieren, ärgerte mich und konnte diese Unhöflichkeit gegenüber den Professoren und allen anderen Studenten einfach nicht ausblenden.

Dazu kam, und das war natürlich der viel gewichtigere Punkt, dass ich natürlich auch im Studium kein Überflieger in Physik und Biochemie war. Ich lernte und lernte und lernte. Jeden Tag, vor der Uni, nach der Uni, auf der Fahrt nach Hause im Bus. Der Ehrgeiz hatte mich gepackt, ich wollte es unbedingt schaffen. Und ich hatte sogar Spaß daran, mich durchzubeißen, ich wollte das alles verstehen. Außerdem gab es natürlich auch spannende Fächer – Anatomie zum Beispiel. Ich liebte es, anatomische Strukturen zu zeichnen, um sie mir besser einprägen zu können. Und auch, wenn ich vor meinem ersten Anatomie-Testat so aufgeregt war wie noch nie zuvor in meinem Leben – dieses Gefühl, im weißen Kittel am Präparationstisch zu stehen, die Fragen der Professoren richtig beantworten zu können – einmalig.

Und, was machst du so? Von geplatzten Träumen und neuen Chancen.
Aber – ja, das ist es wieder – durch das viele Lernen hatte ich keine Zeit mehr für Freunde oder irgendetwas anderes. Und ich meine wirklich null Zeit. Nicht wenig, null. An den Wochenenden, nach denen nicht direkt Klausuren anstanden, arbeitete ich in der Notaufnahme und sonst lernte ich.

Das respektlose Verhalten meiner Kommilitonen machte mich immer wahnsinniger, ich bekam Magenschmerzen, zwei Wochen, bevor die Uni nach den Semesterferien wieder losgehen sollte. Ich wurde immer unglücklicher und unausstehlicher, auch, weil sich das Gesundheitssystem immer weiter in eine Richtung entwickelte, die mir ebenfalls Bauchschmerzen machte. Die Aussicht, mindesten fünf weitere Jahre so zu studieren, nur um danach weiter im Schichtdienst zu arbeiten und auch als Ärztin nie jemandem gerecht werden zu können, machte mich mich mürbe.

Ich war desillusioniert und natürlich spielte auch die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle. Ich wollte damals schon unbedingt Kinder und ich wollte sie bekommen, bevor ich 30 war. Mit meinem Freund, der als Anästhesist und Notarzt auch im Schichtdienst arbeitet, hätte das bedeutet, zwei Schichtdienstpläne miteinander vereinbaren zu müssen. Wir hätten uns vermutlich nur noch die Klinke in die Hand gegeben, die Alternative für mich wäre eine Teilzeitstelle gewesen, mit der man als Ärztin im Krankenhaus aber bisher keine Chance mehr auf Karriere hat. Zumindest habe ich es so erlebt.

Zusätzlich zu diesen wenig rosigen Zukunftsaussichten fehlten mir nicht nur meine Freunde schmerzlich, ich vermisste es auch wahnsinnig, Zeit für kreative Projekte zu haben. Zeichnen, nähen, stricken, schreiben, fotografieren, all das blieb auf der Strecke. Und das fühlte sich einfach nicht gut an, nicht richtig.

Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass Medizin nicht mehr das war, was ich machen wollte in meinem Leben. Nicht so, nicht unter diesen Umständen. Ich bin immer noch der Überzeugung, dass ich eine gute Ärztin gewesen wäre, denn geschafft hätte ich das Studium, das weiß ich.

Ich brauchte eine ganze Weile, den Gedanken zu akzeptieren. Aufzugeben, das Studium abzubrechen, nicht mehr sagen zu können: „Ich studiere Medizin“, mich in meiner Zukunft nicht mehr im weißen Arztkittel durch Krankenhausflure laufen zu sehen, war die schwerste Entscheidung meines Lebens. Ich fühlte mich wie die größte Versagerin aller Zeiten.

Mittlerweile tue ich das nicht mehr. Es hat lange gedauert und manchmal sehne ich mich noch nach der Medizin, nach dem Adrenalin, wenn Patienten in den Schockraum eingeliefert werden, nach dem guten Gefühl, genau zu wissen, was zu tun ist, um ihm zu helfen. Danach, herauszufinden, was da nicht stimmt und etwas dagegen tun zu können.

Aber ich habe gelernt, dass man manchmal einen Traum aufgeben muss, um Platz zu machen für Neues. Für neue Ideen, große Pläne, für ein anderes Leben. Und ich habe auch nicht mehr das Gefühl, meine Zeit verschwendet zu haben. Denn natürlich hätte ich niemals meinen Freund kennengelernt und mit ihm die beiden tollsten Kinder der Welt bekommen, wenn ich nicht in die Medizin gewollt und den Umweg über die Ausbildung gegangen wäre.

Mittlerweile fühlt sich meine Entscheidung also gut und richtig an. Erst nachdem ich das Studium abgebrochen hatte, habe ich angefangen, zu bloggen, das Fotografieren für mich (wieder-) entdeckt. Es haben sich so viele großartige Chancen durch’s bloggen ergeben, Freundschaften, die ich nicht missen möchte. Und ich glaube, dass ich auch ohne den Blog nicht zu meinem aktuellen „Projekt“ gekommen wäre. Dazu gibt’s Anfang der Woche mehr. Jetzt fühlt es sich erstmal gut, an, dass ich meine Pläne umsetze, mir eine neue Welt erarbeite, einen neuen Job, der zu mir passt und mich glücklich macht. Here I go.

To be continued.

Fotos 2, 3,4,5 und 7 von André Hofmeister

44 Kommentare

  1. Liebe Johanna,
    Hut ab! Das wusste ich gar nicht, mit dem Medizin-Studium.
    Toll geschriebener Artikel, ich war gerade echt gefesselt.
    Und ich wünsche dir für deine aktuellen/neuen Projekte ganz viel Erfolg und vor allem Spaß! Dass du mit Leidenschaft darangehst, ist sowieso klar. :-)

    Liebe Grüße!
    Bine

  2. Oh Johanna, ich kann dich sehr gut verstehen. Da setzt man sich ein Ziel und das Leben schickt einen auf Umwege. Ich finde es toll, dass du jetzt da bist wo du bist und bin gespannt, wie es bei dir weitergeht :)
    Liebe Grüße,
    Ela

  3. Toller und spannender Beitrag! Bei mir irgendwie ähnlich, auch wenn ich nicht Medizin studieren wollte und auch mit meinem Traumstudium nie begonnen habe…bei mir war es Lehramt, seit der Grundschule!

    Aber es ist nichts daraus geworden, NC sei Dank, aber so habe ich meinen Mann kennen gelernt und ihn dieses Jahr sogar geheiratet :)

    Liebe Grüße
    Jenny

  4. Liebe Johanna,

    toller Artikel!! Ich kann dich sehr gut verstehen und finde mich oft drin wieder. Ich wollte auch immer Karriere machen. Durch meinen damaligen Freund hab ich mein Germanistik-Studium (ja, nicht Medizin, aber das kam nie in Frage und mit einem 3,3er Abi hätte ich vermutlich 10 Jahre warten müssen) ruck zuck durchgezogen, nebenbei eigentlich mehr gearbeitet als studiert. Immer im Bereich PR und Marketing. Praktikum in Boston, Praktikum in New York und schließlich auch Job in New York. Ich wollte viel Geld verdienen und wirklich was Großes werden im Leben. Die Karriereleiter rauf klettern. Und ich war auf dem besten Weg dahin…

    Der Selbstmord eines guten Freundes mit 25 und mein jetziger Freund haben mir gezeigt, dass das nicht alles ist. Dass es viel wichtiger ist zu leben, die Welt zu sehen und Menschen kennen zu lernen. Das zu tun, wofür man brennt…

    Also folgte nun nach meinen drei Jahren in einer PR Agentur der Schritt in die Selbstständigkeit und es fühlt sich so richtig an! Ich habe jetzt zwar weitaus weniger Geld als damals, aber ich bin viel glücklicher und zufriedener. Lebe meine Leidenschaften aus und werde das noch weiter intensivieren. Mehr fotografieren, mehr schreiben, mehr reisen und einfach mal schauen, wo es mich hintreibt.

    Ich bin ganz gespannt, wie es bei dir weitergeht!

    Fühl dich gedrückt und sag diesem André Hofmeister, dass er ganz tolle Fotos macht 😉

    Liebe Grüße,
    Ina

  5. Liebe Johanna,
    ich kenn Dich zwar nur von Deinem Blog, aber ich könnte Dich gerade knutschen!!! Ich kann das alles sooo nachvollziehen: Ich wollte immer, von ganz klein auf, Zahnärztin werden. Mit dem Abi war dann klar, mit dem NC wird das nix. Daher habe ich mir eine Alternative gesucht und in Holland BWL studiert um Wartesemester zu bekommen. Nach drei Jahren hatte ich dann einen Platz, ein Jahr später, nach dem Diplom, habe ich dann angefangen. Die ersten Semester waren ok, ich mußte zwar erstmal lernen lernen (besonders für die Ana) und habe daher auch 2 Ana-Kurse wiederholt. Aber das war alles noch gut. Nach dem 3. Semester ging es dann in der Zahnklinik weiter und das wurde dann mein persönlicher Alptraum. Hier trat sehr stark eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ zu Tage zwischen denen, die das Studium machten, weil sie es unbedingt wollten und denen, auf die eine Zahnarztpraxis wartete und denen nichts Besseres eingefallen ist (natürlich gibt es auch was dazwischen, aber ich denke, Du verstehst, was ich meine). Da wir viele zahntechnische Sachen machen mußten, saß ich viele Abende (und manchmal auch Morgen) und Wochenenden zuhause und habe gewerkelt, um etwas rechtzeitig und testierbar fertig zu bekommen. Trotzdem mußte ich auch hier Ehrenrunden drehen und das mit teilweise sehr diffusen Begründungen (Prüfungsbewertung „Das haben Sie zu schön präpariert, das würde kein Zahnarzt so machen“ – steht aber so im Lehrbuch…). Ich habe weitergekämpft, bis zum Physikum und auch danach. Aber es wurde immer schlimmer. Ich bin morgens mit Kieferschmerzen wach geworden, so angespannt war ich. Zwischenzeitlich habe ich versucht die Uni zu wechseln, auch wegen meines Exfreundes. Ich hätte sogar einen Platz in Hannover bekommen, aber ein weiteres Semester verloren.
    Dann hat mich die damalige Oberärztin zweimal durch die Prüfung fallen lassen. Ich habe noch am selben Tag angefangen Bewerbungen zu schreiben und hatte eine Woche später die ersten Vorstellungsgespräche. Letztendlich bin ich nach 12 Jahren Studium und Beruf wieder in meiner Heimat gelandet, habe meinen Traummann gefunden und geheiratet und wir haben unser Traumhaus gebaut.
    Und trotzdem ärgert es mich in gewisser Weise, dass ich es nicht geschafft habt und auch, dass ich nicht den Mut hatte früher zu sagen „ich hör auf“. Aber das ist wahrscheinlich einfach nicht meine Art…
    Aber es ist alles gut so wie es ist und die Zeit hat mich stark gemacht und auch geformt. Und wahrscheinlich mußte es alles einfach so sein.

    Sorry für den langen Kommentar und alles Gute für das neue „Projekt“.
    Stephi

    • Johanna sagt

      Liebe Stephi,

      danke dir für deinen langen Kommentar, entschuldigen musst du dich dafür auf keinen Fall, ich freu mich doch über andere Stimmen zu dem Thema.

      Auch, wenn deine Geschichte nicht witzig ist, dachte ich zweimal – wie witzig, genau wie bei mir. Ich hatte, neben den Magenschmerzen, einen so verspannten Kiefer, dass ich meinen Mund nicht mehr richtig aufgekriegt habe. Ich war auch beim Zahnarzt deswegen, die hat nichts gefunden und nachdem ich das Studium abgebrochen hatte, ist mir irgendwann aufgefallen, dass diese Verspannung weg war. Eindeutig, woran das lag, oder?

      Und der zweite Grund – diese Willkür hat mich auch wahnsinnig gemacht. Dieses „mit kokettem Augenzwinkern doch noch die Klausur bestehen“. Das ist für mich in der Medizin einfach ein absolutes No-Go.

      Ich freu mich, dass du mittlerweile glücklich bist. Und ja, vermutlich sollte das alles so sein, denn wir sind auch, was wir sind, eben durch diese Erfahrungen.

      Viele liebe Grüße und alles Gute für dich!
      Johanna

  6. Hallo Johanna,
    ich finde ja: Gradlinige Lebensläufe können auch schnell langweilig sein! Ich bin froh das es bei dir Ecken und Kurven gab (und bestimmt auch gibt).

    Danke!

    • Johanna sagt

      Liebe Katarina,

      da stimme ich dir zu – ich hab durch diese „Kurve“ wirklich viel erlebt und ich finde es auch immer spannender, wenn mir jemand erzählt, was er alles gemacht hat, bevor er da angekommen ist, wo er nun ist.

      Liebe Grüße!

  7. Mutig, liebe Johanna, so einen Entschluss zu fassen. Mit Sicherheit der richtige für dein – bzw. euer – Leben.
    Und eine schöne Erkenntnis, wenn man weiß, dass der Weg, den man eingeschlagen hat, ein guter war und immer noch ist!

    Liebste Grüße,
    Katja

    • Johanna sagt

      Liebe Katja,

      danke dir! Ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung war, wir werden es sehen. 😉

      Liebe Grüße!

  8. Hallo Johanna! Ich bin bisher eher der Stille Leser gewesen, aber dieser Post hat mich doch bewegt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass du wahrscheinlich die einzig richtige Entscheidung getroffen hast. Ich selbst habe direkt nach dem Abitur Medizin studiert und bin jetzt Assistenzärztin im dritten Jahr. Deutsche Kliniken sind eine Tretmühle die ihr Personal verschleißen wie wegwerf-Artikel. ich stehe jeden Tag vor unbewältigbaren Massen an Patienten die einfach nur noch durchgeschleust werden. Für ein persönliches Gespräch ist nie Zeit. Man hat immer nur Druck von den Krankenkassen und aus der Chefetage. Massenhaft Unbezahlte Überstunden und Frustration von allen seiten…da bleibt nicht mehr viel von der Jugendlichen Illusion. Wir erwarten gerade unser erstes Kind, und danach werde ich mich ernsthaft Gedanken über eine Alternative machen.
    Für dein neues Vorhaben wünsche ich dir alles Gute und viel erfolgt!
    Liebe Grüße

    • Johanna sagt

      Liebe Sina,

      wie schön, dass du dich zu Wort meldest! Und ich find es so schade, dass du diesen Eindruck, den ich immer von jungen Assistenten hatte, mit denen ich zusammengearbeitet habe, so bestätigst. Es ist einfach so schade, weil Berufe im Gesundheitswesen, sei es jetzt auf ärztlicher oder pflegerischer Seite, eigentlich schöne Berufe sind, durch das System aber so kaputt gemacht werden. Und dieses Gefühl, ein Wegwerf-Artikel zu sein, einfach ersetzt werden zu können, hatte ich auch so oft.
      Und ich glaube, für Ärzte ist es noch viel, viel schlimmer, weil sie eben den Druck der Chefs haben, um OPs konkurrieren und einfach eine riesige Verantwortung tragen.
      Ich wünsch dir alles, alles Gute für deine Schwangerschaft und die Geburt und vielleicht findest du eine Alternative, ich wünsche es dir sehr.
      Danke dir auch für die guten Wünsche!
      Liebe Grüße,
      Johanna

  9. Hallo Johanna, als UKE Studentin frage ich mich die ganze Zeit, in welchem Jahrgang du studiert hast? Bei mir ging es über Umwege zur Medizin, wollte mir die Chance geben es auszuprobieren, ohne Druck, immer mit der Möglichkeit auch aufhören zu können, wenn es nichts für mich wäre. So bin ich daran gegangen, weil es jahrelang den Druck gab von der Familie Medizin zu studieren, daher bin ich vorher (und nach einem anderen Studium) nach Südamerika gegangen um meine eigenen Wünsche mir mehr im klaren zu sein. Jetzt bin ich fast fertig, habe zwischendurch noch ein Kind bekommen – unbedingt vor 30 😉 – und glücklich mit der Entscheidung, aber auch der Gewissheit, dass noch viele Möglichkeiten und Abenteuer vor mir liegen!

  10. Melanie sagt

    Liebe Johanna,

    ich war bisher nur stille Mitleserin bei Dir und habe Dein Blog sehr bewundert, aber heute, bei diesem Thema, muss ich Dir auch mal was schreiben. Ich kann das so gut nachvollziehen, was Du da erzählst. Ich bin (bzw. war) Ärztin und habe zwei Kinder, die genauso alt sind wie Deine. Mein erstes Kind habe ich zwei Jahre nach dem Examen bekommen und bis dahin habe ich mich wirklich nur durch das Berufsleben gequält. Ich war so, so, so unglücklich als Krankenhausärztin, das kann ich mir im Nachhinein, mit der heutigen Distanz, kaum noch vorstellen. Ich litt vier- bis fünfmal pro Woche unter Migräne, konnte oft nur unter Medikation zur Arbeit fahren. Ich hatte schlimme Schlafstörungen und im Privatleben an gar nichts mehr Freude, weil ich einfach nur ausgelaugt und kaputt war. Mir war schon im Mutterschutz klar, dass ich da nie wieder hin zurück gehen würde. Und auch wenn das jetzt drei Jahre her ist, hadere ich gelegentlich noch immer damit (das wird aber zum Glück immer weniger). Es ist eben nicht einfach einen Beruf aufzugeben, der von der Idee her großartig, aber in der Praxis im Grunde menschenverachtend ist. Ich weiß jetzt noch nicht so ganz, wie es bei mir weitergeht. Ich wollte ursprünglich mal Germanistik studieren (wozu meine Eltern damals sagten, ich solle was Anständiges studieren oder gar nicht – und mit 18 habe ich darauf dann auch gehört), Schreiben und Fotografieren sind meine großen Leidenschaften, mal sehen, was mir noch so einfällt. :-) Ich verfolge auf jeden Fall gespannt Deinen Weg und wünsche Dir wirklich von Herzen, dass er Dich erfüllt!

    Liebe Grüße,
    Melanie

  11. Liebe Johanna,
    Danke für deine offenen Worte. Ich finde mich in diesem Artikel in jedem Wort wieder! Ich hatte nach dem Abi direkt eine Ausbildung in der Werbung begonnen und als Kommunikationsfachwirtin bis Ende 20 in diesem Job gearbeitet bis die absolute Lebenskrise über mich einbrach, weil das alles gar nicht so war wie ich mein Leben leben wollte! Es fühlte sich einfach nichts richtig an! Nach einer Auszeit und sehr schweren Krise begann ich eine Ausbildung zur Erzieherin und heiratete endlich meinen Freund. Auch wenn dieser Weg holprig war (nach jahrelangem Verdienst ohne Einkommen dazu stehen war nicht einfach, aber irgendwie machbar) bin ich soooo froh und dankbar das ich diese Chance bekommen habe und vor allem das ich den Mut hatte alles was davor war sein zu lassen! Auch Menschen aus der alten Zeit „sortierte“ ich aus, denn wenn man einmal angefangen hat gegen den Strom zu schwimmen und um sein Glück zu kämpfen hört man auch nicht mehr damit auf!
    Heute sitze ich da mit meinem schlafenden Baby (wir haben übrigens auch einen kleinen Bo) im Arm und bin einfach nur froh und dankbar! Man hat nur dieses eine Leben und dafür sollte man immer um sein glück kämpfen!
    Alles Liebe und Gute und:
    Du hast alles richtig gemacht!

  12. Ich wünsche Dir alles Liebe für Deinen Weg!
    Meine Geschichte ist ganz anders und doch ist das Gefühl wahrscheinlich gleiche. Ich habe mit Germanistik gestartet. Das alles nach 2 Jahren hingeschmissen, weil ich andere Erwartungen hatte. Klassischer Fall von: hättest Dich halt besser informieren müssen. Danach bin ich ziemlich schnell in der Finanzbranche untergekommen. Nebenberuflich noch BWL draufgepackt, denn das kann man ja immer gebrauchen. 12 Jahre habe ich dort verbracht und viel Angst zu gehen. Obwohl ich schon lange wusste, dass ich da ganz falsch bin. Doch was wird aus dem roten Faden im Lebenslauf?! Tha, der legt jetzt halt ein schönes Muster statt ner geraden Linie. Denn nach 12 Jahren hab ich alles hingeschmissen. Jetzt hab ich mir 1 Jahr gegeben, um mich auszuprobieren. Mal schauen, was sich ergibt und wie es läuft.
    Doch egal, ob Freiberufler was ist oder nicht, die Finanzbranche ist definitiv vorbei!
    Ganz viel Kraft und Erfolg aus Mainz :-) LG Nina

  13. Liebe Johanna,
    ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg für deinen Weg.
    Tja, so mit dem Beruf ist das so ein Ding. Ich bin 20, habe eine abgeschlossene Ausbildung in der Gastronomie und war jetzt 10 Monate im Ausland, unter anderem um darüber nachzudenken wie es weitergehen soll. Und jetzt? Ja, ich hole noch mein Abi nach und dann wohl doch studieren. Am liebsten was mit Sport oder eventuell Musik.
    Gastronomie und Sportstudium, das waren die Sachen, die mich in der Realschule gereizt haben. Vollkommen unterschiedlich. Es wurde dann die Gastronomie, jetzt nach vier Jahren habe ich immer noch dem Satz einer Klassenkameradin im Kopf: „du schaffst den Sporteignungstest eh nicht.“ Nicht sehr motivierend und irgendwie denke ich mir jetzt noch, das beweise ich ihr noch. Bis zum Abitur habe ich noch zwei Jahre Schule und um einfach schon mal in die Sportrichtung reinzuschnuppern, habe ich mich für ein paar Tandemtage an der Uni angemeldet. Mal sehen wie es wird und das Abitur muss ja auch erstmal werden.

    Ich freue mich auf deine Posts, um zu erfahren wie es bei dir weiter geht.

    Liebe Grüße
    Belinda

  14. helena sagt

    Den Artikel ich super. Ich stehe selbst vorm späten Studium und habe natürlich 1000 Zweifel, paradoxerweise hat mich deine Sicht der Dinge erstmal total ruhig gemacht. Que sera sera?!
    Ich freue mich auch, dass hier in den Kommentaren soviele Damen ehrlich zu sich gewesen sind und es ihnen damit besser geht. Aber: Mädels, ist das happy end denn immer ein Mann und ein Kind? Das macht mich fast so traurig wie die Aussicht auf einen Beruf, der diese Seiten des Lebens einschränkt.
    Insofern viel Glück für deinen Shop, Johanna! Ich freue mich, dir dabei zuzusehen, wie du mannkindundarbeit liebst.

  15. Leonie sagt

    Liebe Johanna,

    ich bin schon länger stille Leserin auf deinem Blog und bei Instagram, dein Stil ist toll! Jetzt musste ich einfach schreiben, um Danke zu sagen. Danke für diesen wunderschön geschriebenen Artikel. Er kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte immer einen festen Plan für mein Leben nach dem Abi. Ausland, Bio studieren, die Welt bereisen und mit interessanten Arten arbeiten. Einige Jahre lief es wie geplant, ich war in Australien, studierte Bio, nach dem Abschluss dann ein Jahr Neuseeland. Alles super, der Rückflug nach Deutschland und das weitere Studium waren organisiert. An meinem letzten Tag in Neuseeland beichtete ein Kollege nach 6 Monaten seine Gefühle. Letztendlich flog ich zurück nach Deutschland, sagte der Uni ab und kam vor einem Jahr wieder nach NZ. Statt in tollen Projekten arbeite ich als Tierpflegerin, da das meine einzige Chance ist, mit ihm zusammen hier zu leben. Karriere als Biologin werde ich wohl nicht machen, da es zu teuer ist weiterzustudieren.
    Ich wohne in einem wunderschönen Land mit der Liebe meines Lebens, aber ich kann die Gedanken an meine aufgegebenen Träume nicht loswerden und fühle mich als Versagerin. Auf der Suche nach einem neuen Traum habe ich vor einigen Monaten einen Etsy-Shop eröffnet und verkaufe dort selbstgemachten Schmuck. Es ist nichts großes, das wird es vllt auch nie werden. Aber es ist ein neuer Anfang für mich. Dein Artikel macht mir so viel Hoffnung!

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und alles Gute für dein großes Projekt, und freue mich schon, mehr darüber zu erfahren :)

    Liebe Grüße,
    Leonie

  16. Liebe Johanna,

    ich habe zwar kein Studium abgebrochen, aber meine erste Ausbildung zum Visual Merchandiser bei H&M. Ich habe unter dem Arbeitsklima so gelitten, dass ich Pfeifersches Drüsenfieber bekam und mir freiwillig die Mandeln habe rausnehmen lassen, um möglichst lange krank geschrieben zu werden. Ich habe dann eine Ausbildung zur Technische Zeichnerin gemacht, obwohl ich auch eine absolute Matheniete bin. 2 Punkte im Abitur, trotz jahrelanger Nachhilfe. Der Beruf lag mir überhaupt nicht, aber ich war froh, wenigstens irgendwas zu machen. Und mir geht´s genau wie dir: wäre ich da nicht gelandet, hätte ich meinen Mann nicht kennen gelernt. Der hat mich nämlich ausgebildet 😉
    Inzwischen arbeite ich im gleichen Betrieb in einem Job, den ich nicht gelernt habe, der mir aber Spaß macht. Ich bin außerdem Betriebsrätin, was ich auch sehr gerne mache.
    Ich habe zwar ein Bisschen Zeit verloren, aber viel Erfahrung und liebe Menschen dazu gewonnen. Ein Umweg ist nicht immer der falsche Weg!

    Ich freu mich auf dein Projekt und bin schon sehr gespannt, wie es bei dir so weitergeht in Zukunft! Ich drücke die Daumen, dass die Kids immer früh schlafen!

    • Johanna sagt

      Liebe Pepper,

      da sagst du tatsächlich eine ganz wichtige Sache – die Erfahrung und die Menschen, die ich auf diesem „Umweg“ kennengelernt habe, sind unheimlich wichtig und wertvoll. Und wie schön, dass auch bei dir durch diesen Umweg etwas Großartiges entstanden ist.

      Ich danke dir, viele liebe Grüße,
      Johanna

  17. Liebe Johanna,

    dein Post ist sehr Mut machend…
    Ich bin schon sehr gespannt auf das, was kommt… 😉
    Sauge ja schon jeden IG-Post auf wie Löschpapier… 😉

    Ich persönlich bin mal den Umweg über einen Auslandsaufenthalt gegangen…
    Das hat mir mehr gebracht, als wäre ich in der Zeit irgendwo in den studierten Job gehüpft, nur um etwas zu haben…
    Auch ich habe so meinen Mann kennen gelernt und bin nun Mami meiner wundervollen Kinder.

    Beruflich würde ich gerne einen Plan B haben…
    Der versteckt sich aber noch vor mir…
    Muss mal intensiver auf die Suche gehen… 😉
    Zu viele Ideen, Gedanken, zu wenig Mut…
    Noch! 😉

    Liebe Grüße
    Julia

    • Johanna sagt

      Liebe Julia,

      ach, ich wäre auch so so gerne für ein Jahr ins Ausland gegangen. Ich hab das damals tatsächlich wegen meines Ex-Freundes nicht gemacht und nach der Ausbildung, als ich es dann nachholen wollte, wurde mir aus der Familie nahegelegt, dass ich jetzt aber langsam mal anfangen müsste, richtig zu arbeiten. Dass ich diese Auslandserfahrung nicht habe, bereue ich bis heute und hab eigentlich immer Fernweh.

      Aber wer weiß, wozu es gut war. Dann hätte ich vermutlich meinen Freund nicht kennengelernt und auf meine Familie möchte ich natürlich um keinen Preis verzichten.

      Vielleicht findest du ja bald eine Alternative, wer weiß? Wenn ich nicht ein bisschen „gezwungen“ gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch noch ewig gebraucht, ansonsten hätte ich vermutlich ein Coaching gemacht. Aber, ganz wichtig – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Da ist schon was dran.

      Ganz liebe Grüße – und lange musst du nicht mehr warten!;-)

  18. Was für ein toller Post!
    Viele Dank für deine ehrlichen Worte. Ich denke, sie können für viele Ansporn sein, sich zu ändern.
    Ich mache heute auch etwas ganz anderes. Obwohl ich meinen Traumberuf erlernt habe! Aber: ich bin glücklicher denn je!
    Man sollte immer offen für alle Möglichkeiten sein und auf sein Herz hören!

    Greetings & Love & a wonderful sunday
    Ines

  19. Pingback: Freitagsinspiration // 5 Tipps von Joana - Odernichtoderdoch

  20. Auch ich bin Assistenzärztin mitKind, im Moment im Mutterschutz, das 2. kommt bald. Kann dich sehr gut verstehen- es gibt für mich ( noch) keinen schöneren und spannenderen Beruf, aber definitiv auch keinen, der so familienunfreundlich ist. 24stunden-dienste, Feiertage, Wochenenden, Überstunden und dann in der Freizeit noch pflichtfortbildung- ich hab mein Kind so vermisst und war so eerschöpft, dass ich schnell wieder schwanger geworden bin. Wie es dann weiter geht, kann ich mir noch gar nicht vorstellen. …

    • Johanna sagt

      Liebe Mia,

      ich kann mir so gut vorstellen, was du meinst! Ich kann mir wirklich überhaupt nicht vorstellen, wie man eine Vollzeitstelle als Ärztin mit Kindern vereinbaren soll. Klar, irgendwie kriegt man das organisiert, aber dabei kommt eben oft auch genau das raus, was du schreibst: Ich hab mein Kind so vermisst!
      Und auch, wenn ich die Medizin an manchen Tagen ein bisschen vermisse, ich glaube, ich habe mich richtig entschieden. Aber im Großen und Ganzen finde ich, sollte man als Frau nicht vor die Wahl gestellt werden dürfen, entweder Ärztin oder eine glückliche Mutter zu sein. Da muss sich für die Zukunft auf jeden Fall ganz viel ändern – aber ich denke, das wird es auch, immerhin sind mittlerweile fast 3/4 der Medizinstudenten weiblich.
      Ich wünsch dir alles, alles Gute für die restliche Schwangerschaft, die Geburt und vor allem auch für alles, was danach kommt. Privat und beruflich.
      Alles Liebe,
      Johanna

  21. Liebe Johanna,

    Was für ein wunderschöner Text! Ich glaube, manchmal müssen Träume platzen, damit man im Endeffekt den richtigen Weg findet und damit umso glücklicher wird. Denn man verändert sich nun mal einfach im Leben und das ist auch genau richtig so. Wirklich schön geschrieben, und ich finde, es gehört einiges an Mut dazu, nicht nur immer über die positiven Dinge zu bloggen – den muss ich in meinem Fall wohl noch ein bisschen sammeln.
    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für die Zukunft!

    Liebe Grüße aus Dänemark,

    Alex

  22. Liebe Johanna,
    ich habe auch sieben Jahre auf einen Medizinstudienplatz gewartet und jetzt geht es endlich los.

    In der Zeit habe ich auch eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen und dann vier Jahre auf verschiedenen Stationen gearbeitet. Zuletzt auf Intensivstation. Ich verstehe sehr gut was du meinst damit, dass dich das Krankenhaus desillusioniert hat und auch wenn ich noch jung bin weis ich jetzt schon das Schichtdienst Lebenslang nicht das ist wie ich mir mein leben vorstelle. Auch das mit den Kindern kann ich so gut vesrtehen. Ich möchte unbedingt zwei aber jetzt noch 6 Jahre Studium und nochmal 6 Jahre Fachärztin, wie wo wann soll ich da Kinder bekommen und ich bin doch schon 26.

    Ich freue mich sehr auf den Studienstart in knapp 20 Tagen, denn ich habe vor ein Paar monaten entschieden, dass ich Zahnärztin werde.

    Es hat mich am Anfang unglaublich gewurmt, dass ich dann „nur“ Zahnärtzin werde und keine „Halbgöttin in weiß“. (Ich glaube viele „Ausenstehende“ verstehen das gar nicht und denken ich bin verrückt, denn ich werde ja ZahnÄRZTIN) aber der Traum von meinem eigenen Stethoskop (unbedingt wollte ich eins das in regenbogenfarben changiert) ist mit der Entscheidung geplatzt.

    Mitlerweile bin ich sehr glücklich über meinen Entschluss und freue mich sehr auf das Handwerk , dass ich erlernen werde und auf die Zeit nach dem Studium, denn ab dann heißt es definitiv Schichtdienst ADE!

    Meine Geschichte ist etwas anders als deine, aber mit der Zeit sammelt man einfach wichtige Erfahrungen und wie töricht wäre es an einem Traum fest zu halten.
    Träume sind nicht Statisch, wie das wenigste im Leben.

    Ich freue mich , dass du dich entschieden hast auf dein Herz zu hören und aus dem „aber es war mal mein Traum“ Konstrukt auszubrechen und du dich entschieden hast deinen aktuellen Traum zu leben.

    Fühl dich mal unbekannterweise gedrückt!

    Jana

    P.S. Das Stethoskop schenkte ich mir zum Studienbeginn trotzdem
    denn die nächsten 6 Jahre werde ich es ja bei meinem Nebenjob auf Intensivstation noch benutzen.

  23. Liebe Johanna,

    ich kann das total gut nachvollziehen und verstehe dich total. Bei mir war es nur nicht Medizin, sondern Jura…
    Als mittelmäßige Schülerin mit miesem Abi musste ich damals auch erst mal einige Wartesemester sammeln, bevor ich über die ZVS einen Studienplatz in NRW bekommen konnte. In der Zeit habe ich angefangen in einem Kinderbuchladen zu arbeiten. Mein Ziel war es, Anwältin zu werden, ich wollte richtig Karriere machen! Ich hab mich für die Wartezeit sogar für mögliche Ausbildungen vorab zur Bürokauffrau und Steuerfachangestellten beworben, kam als Abiturientin auch in die Endrunden, habe dann aber gemerkt, dass Telefonzentralen und Kaffeeküchen wirklich nicht Teil meines Traums waren…
    Nach einem Start in meiner Heimatstadt und einem Semester in meinem alten Kinderzimmer, war ich motiviert und euphorisiert. Es war toll! Als ich dann die ersehnte Zusage für das zweite Semester in Bonn bekam, schien mein Traum perfekt.
    Die nächsten Semester waren ganz gut, ich fand nette Freunde, verbrachte aber nicht viel Zeit in der Uni und den Vorlesungen, sondern ging nebenbei lieber weiter arbeiten und betreute mittlerweile einen Onlineshop für Kinderbücher und Spielzeug.
    Es wurde aber immer schlimmer mit dem Studium. Mit jedem Semester und jeder Prüfung fühlte ich mich immer mehr wie ein Hamster im Laufrad. Es drehte sich alles nur um interne Unipolitik, Quoten und das Motto „Vier gewinnt“ wurde mein einziges Ziel. Die Schnösel von der Uni wurden immer schlimmer, aber ich riss mich zusammen, kämpfte mich durch, wählte einen Schwerpunkt und entdeckte in meiner Seminararbeit mein Talent und ein Interesse fürs Arbeitsrecht. Nebenbei machte ich mich nebengewerblich selbstständig als Lektorin und Redakteurin – ich habe auch immer gerne geschrieben und hatte die Chance in einer Kochbuchredaktion auszuhelfen. Zusammen mit dem Bafög konnte ich auch davon leben und mir die Zeit neben dem Lernen gut einteilen. Und dann stand der Freischuss vor der Tür, also der Freiversuch, bei dem einem nichts passiert, wenn man durchfällt. Man hat dann noch zwei weitere Versuche. Ein Jahr lang besuchte ich drei Mal pro Woche ein Repetitorium zur Examensvorbereitung, abonnierte eine Tageszeitung, um über alles auf dem Laufenden zu sein, las Entscheidungen und juristische Fachartikel. Und lektorierte und bearbeitete nebenbei Kochbücher und entwickelte Rezepte. Und dann kam der Tag der Tage: Examensprüfung! Sechs Klausuren in einem kargen Raum im Oberlandesgericht. Ich war gut vorbereitet und dann sollten allein diese Klausuren über alles entscheiden. Ich hatte ein gutes Gefühl, wurde aber natürlich ein Opfer der Quote. Mir fehlten am Ende zwei Punkte zum Bestehen. Ich war echt geknickt. Zwischenzeitlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt nach dem ersten Examen aufzuhören und Diplom-Juristin zu werden. Aus der Traum. Ein Jahr Vorbereitung dahin. Gescheitert and sechs dusseligen Klausuren. Ich studierte erst mal weiter und überlegte, ob ich es noch mal versuchen sollte. Entschied mich dann aber auf den Bachelor-Studiengang Wirtschaftsrecht an der Fernuni Hagen zu wechseln, weil mir dafür viel anerkannt wurde und ein Bachelor irgendwie näher war als Ein Examen. Doch es kamen VWL und BWL auf mich zu. Ich habe es einfach nicht kapiert und war müde und ausgelegt und des Lernens überdrüssig. Über ein Jahr habe ich mich da durchgeschleppt, war immer müde, übellaunig, angespannt und habe mich – genau wie du – wie der größte Versager unter der Sonne gefühlt. Bis mir eine Schwangerschaftsvertretung im Verlag als Anstellungsverhältnis angeboten wurde. Ich wechselte in ein Teilzeitstudium und griff zu, der Job war ja auch nur auf ein Jahr befristet. Ich machte immer weniger fürs Studium und investierte immer mehr Zeit und Muße in meinen Job. DAS war es, was ich machen wollte. Es lief so gut, dass mir vor Ablauf der Befristung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten wurde.
    Das hat letztendlich den Ausschlag gegeben, dass ich mein Studium abgebrochen habe. Nach 12 Semestern. Die letzten sehr halbherzig.
    Ich habe viel gehadert, viele Leute haben mich für verrückt erklärt und mir abgeraten, aber ich konnte nicht mehr. Monatelang fühlte ich mich schlecht und traute nicht auszusprechen, dass ich nicht mehr wollte. Ich fühlte mich mies und wieder wie ein schlimmer Versager. Studienabbrecher. Vollhorst.
    Mit der Exmatrikulation fiel mir eine riesige Last von der Schulter.
    Mittlerweile habe ich mein fünftes Firmenjubiläum in Festanstellung hinter mir, habe mir meinen Traumberuf im Bereich Marketing und Kommunikation in einem Kochbuchverlag selbst erarbeitet, habe Zeit und Muße für meinen Blog als zweites Standbein und schreibe Kochbücher. Das einzige, was mich heute noch an mein Studium erinnert ist die Rückzahlung des Bafög… Manchmal muss man aber einfach einen Schritt zurücktreten, um einen großen Satz nach vorne machen zu können!
    Ich fühle absolut mit dir und kann dir sagen, dass du keine Versagerin bist. Dein Shop ist eine Wucht und du wirst damit erfolgreich sein und wer weiß – vielleicht ist es dann eines Tages doch ein kleines Ladengeschäft in der Schanze. Ich wünsche dir alles Gute zum Start und vor allem viel Spaß und Erfolg mit deinem Traum :-)

    Ich drück‘ dich!
    Liebe Grüße
    Maja

    PS: Mir hat dieser Artikel immer gut geholfen, wenn ich gehadert habe 😉
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/prominente-studienabbrecher-es-gibt-ein-leben-nach-der-uni-fotostrecke-7527.html
    PPS: Huch, ich hab mich richtig in Rage geschrieben. Entschuldige den Roman unter deinem Beitrag!

  24. Bis zum Abitur haben wir fast die gleiche Geschichte. :) Als Kind wollte ich auch Tierärztin werden oder alternativ Pferde züchten. Dann habe ich das Schreiben für mich entdeckt und schließlich beschlossen, Journalistin zu werden. Ich hatte allerdings nach dem Abi überhaupt keine Ahnung von der akademischen Welt und habe ich einfach in den nächstbesten Studiengang an der nächsten Uni eingeschrieben. So studierte ich Literaturwissenschaft (ich habe mich übrigens auch über meine Kommilitonen geärgert, vor allem über die Lehramtsstudenten, die haben in der Regel am meisten gestört). Und nach dem Studium dann der übliche Weg für Geisteswissenschaftler: ein Jahr Praktika mit praktisch keinem Einkommen, dann irgendwann Volontariat und mit Glück Festanstellung, immer noch mit Mini-Gehalt. Und da habe ich festgestellt, dass man nicht unbedingt eine rasende Reporterin wird, sondern dass die journalistische Welt ganz schön öde sein kann.
    Jetzt bin ich 30 und in Elternzeit. Und danach? Mal sehen. Das ist doch das Schöne: Wir müssen nicht mehr einen Weg gehen. Nur weil wir etwas können oder gelernt haben, müssen wir es ja nicht bis zum Ende durchziehen, wenn es uns unglücklich macht. Also, viel Glück mit deinem Shop!

  25. Pingback: Ein Fotoshooting gegen den Herbstblues? | cozy and cuddly

  26. Tanja sagt

    Gänsehaut liebe Johanna! Und ich kann das sehr gut nachempfinden – in meinem letzten Studium war ich 30, die meisten um die 18…fürchterlich!

    Liebe Grüße,

    Tanja

  27. Freut mich so sehr, dass du deinen Weg gefunden hast!
    Ich hab mich schon so oft gefragt, ob das Studium wirklich das Richtige für mich war.
    Das Witzige: zurück kann man nicht mehr. eine Ausbildung nach dem Studium? Eigentlich unöglich, solange es die kreativbranche bleiben soll…
    naja… mal sehen was noch so kommt :)
    Ich bin schon gespannt mehr von dir zu lesen :)

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  28. Liebe Johanna,
    wie gut ich das nachvollziehen kann und wenn man sich dann für den Schritt entscheidet, das Leben rumzureißen und in eine neue Richtung zu gehen, die einem gut tut, dann denkt man doch tatsächlich darüber nach, was die anderen über einen denken, fragt sich, ob man versagt hat… dabei sollten wir doch einfach nur in uns rein hören und wenn uns der Richtungswechsel gut tut, dann ist es richtig, gut und Punkt.
    Wünsche Dir alles Gute und lass es Dir gut gehen :-)
    Liebe Grüße,
    Kebo

  29. Frances sagt

    Hi, bin gerade zufällig auf deinen Blog gestoßen….als ich ‚der Traum vom Medizinstudium ist geplatzt ‚ gegoogelt habe 😉 schön, dass man nicht alleine dasteht, es war schon ein Wahnsinnsstudium, es hat Spaß gemacht und einem abartig viel abverlangt. Ich bin hochschwanger in den ersten Physikumsversuch und gescheitert , dann hat sich noch mein Freund getrennt , weil er seine Karriere im weißen Kittel durch das Baby gefährdet sah,… und dann sind die wiederholungsversuche an meiner panischen Prüfungsangst und der völligen Überforderung mit Allem ebenso knapp daneben gegangen. Aber inzwischen habe ich geheiratet , ein weiteres Baby bekommen und meine wundervolle Familie gibt mir Kraft , dass das Versagen nicht mein weiteres Leben bestimmen wird. Vielleicht finde ich ja auch noch wie du das Etwas , was mein Leben wieder erfüllt :) lg

  30. Magdalena sagt

    Hallo Johanna, ich bin zufällig auf deinen Artikel gestoßen und finde er ist wundervoll geworden. Ich befinde mich derzeit in einer ähnlichen Situation wie du damals, habe mich jetzt durch 6 Semester Medizin gekämpft, das Physikum besiegt aber wurde von Semester zu Semester unglücklicher,kraftloser und trauriger. Die Aussichten an das Arbeitsleben und die lange Ausbildung die man als Facharzt durchlaufen muss und an die teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen machen mir Bauchschmerzen. Ich habe das Gefühl auf dem Weg dahin oder spätestens dort angekommen zu zerbrechen. Weil mir wie dir das kreativ sein so fehlt und mein alternativplan immer Grundschullehramt war, hoffe ich dass ich den Mut finde diesen Weg zu gehen und ihn nicht all zu oft zu bereuen.
    Deine Worte haben mir voll das Gefühl gegeben verstanden zu werden, vielen Dank dafür! Alles liebe!

  31. Hallo Johanna!!

    Danke für deine interessanten Erfahrungen! Mir geht es ähnlich: eigentlich wollte ich immer Ärztin werden, doch mein nc war zu schlecht. Dann habe ich nach dem Abi erst einmal ein fsj im Krankenhaus gemacht u mir die Arbeit angesehen. Viele Ärzte waren dort sehr gestresst aber irgendwie hat mich ihre Arbeit doch fasziniert. Für mich persönlich habe ich dann beschlossen doch eher Biochemie zu studieren. Das Studium hat mir einigermaßen gefallen u ich bin auch gut durch Studium gekommen. Natürlich habe ich immer zu den Mediziner geschielt aber als Alternative war es okay. Da mir der Traum vom Medizinstudium nie losgelassen hat, habe ich es nach meinem Bachelor noch einmal versucht und siehe da, ich bin in Medizin reingekommen!!!!
    So weit so gut, jetzt bin ich mittlerweile im 3. Semester und komm einfach mit dem Druck überhaupt nicht mehr klar. Ich würde am liebsten alles hinschmeißen aber jeder sagt, mach das bloß nicht, du wirst es nur bereuen!!
    Wie sehts ihr so? Besser durch kämpfen, bin eigentlich voll der kämpfertyp, oder nach einer Alternative umschauen.(Alternative heißt ja nicht, das diese weniger stressiger wird). Viele hier schreiben, dass sie dann Kinder bekommen haben und damit glücklich sind. Ich will auch unbedingt Familie und habe auch den passenden Partner, aber ich will unbedingt unabhängig von meinem Partner sein und von meinem eigenen Beruf leben können. Und eigentlich habe ich immer gedacht, dass das bei Medizin schon realisierbar wäre. Teilweise einfacher wie bei anderen naturwissenschaften.

    Danke für eure Kommentare, vielleicht hilft mir ja irgend ein Kommentar in meiner Entscheidung weiter!!!

    • Johanna sagt

      Liebe Nina,

      oha, wenn du schon Biochemie studiert hast, dann kannst du das ja wahrscheinlich für Medizin schon abhaken und die ganzen anderen naturwissenschaftlichen Fächer fallen dir bestimmt auch relativ leicht, oder? Dann hast du schon mal einen anderen Druck als ich. Aber auch an den erinnere ich mich, es gab so viel unterschiedlichen Druck bei mir, von außen aber natürlich oft auch selbst gemachten.

      Also – ich kann ehrlich gesagt nicht hundertpro sagen, ob es die richtige Entscheidung war. Mir fehlt das Krankenhaus oft und ich merke, dass ich intellektuell so gar nicht mehr vorwärts komme, seit ich aufgehört habe zu studieren (plus die Schusseligkeit durch die Kinder, weil der Kopf immer soo voll ist…;-)). Und manchmal denke ich, ich hätte mich mal einfach durchkämpfen sollen. Aber dann hätten wir eben auch Lotta und Bo jetzt nicht, weil es für mich wohl keine Option gewesen wäre, mich durchs Studium zu kämpfen und dann gleich Kinder zu kriegen. Dann hätte ich auch erst mal arbeiten wollen. Und vielleicht den Facharzt machen. Und und und, weißt du, was ich meine.

      Ich finde nach wie vor, dass es ein toller Job ist. Aber (mein Freund ist ja Arzt und viele meiner Freundinnen arbeiten noch im KH), ich merke auch immer wieder, dass das Gesundheitswesen und die Krankenhauspolitik sich immer weiter in eine Richtung entwickelt, in der Personal, auch die Ärzte, einfach nur noch verheizt wird. Für mehr Kohle für die Chefs. Und dafür ist es einfach zu anstrengend, glaube ich. Für mich zumindest, in den Bereichen, die mich interessieren.

      Wenn man Hautarzt wird und eine Praxis hat, mag das vielleicht was anderes sein, da hat man sicher auch Stress, aber anderen (stell ich mir vor, da kenn ich mich zu wenig aus).

      So, wahrscheinlich hilft dir das auch nicht weiter, aber ich wollte dir trotzdem antworten, weil ich weiß, wie schwierig so eine Entscheidung ist. Ich hoffe, du findest einen Weg, lass mal von dir hören, wenn du dich entschieden hast.
      Liebe Grüße,
      Johanna

  32. Heyhey!!!

    Danke für deine rasche Antwort und für deine Ehrlichkeit! Ich kann deine Entscheidung schon sehr nachvollziehen, weil ich auch gerne Kinder will und genau das dann bei mir in die Assistenzarztzeit fällt! Zwar glaube ich, dass es durchaus leichtere Bereiche in der Medizin gibt , aber meines Erachtens erschließen die sich einem erst nach dem Facharzt und in Teilzeit und Babypause dauert der facharzt mal volle 10 Jahre…
    Ich finde es total mutig von Dir, dieses Thema so offen anzusprechen und es hilft schon allein zu wissen, dass andere auch ähnliche Probleme hatten.
    Ja, ich muss Mir das genau überlegen. Bei mir ist es auch nur bedingt das lernen, sondern eher dass ich mir den Beruf von der Verantwortung her nicht vorstellen kann. Jeder sagt, da wächst man rein, aber wenn man halt nicht so super selbstbewusst ist, dann fällt das gleich mal doppel schwer.
    Ich glaube mir würde es einfach viel Angst nehmen, wenn ich eine Strategie hätte, wie ich mit Fehlern umgehen könnte. Wenn ich bis jetzt Fehler gemacht habe, habe ich halt gedacht, anderen wär das jetzt nicht passiert. Da ich aber nicht perfektionistisch bin und ich die Sachen scho relativieren kann, konnte ichit der Einstellung einigermaßen umgehen. Doch jetzt ist das anders, denn jetzt verspüre ich beim Studium immer so einen Druck, wenn ich was nicht weiß/ bzw nicht kann, weil ich denk, da könnte jetzt auch ein Menschenleben drauf gehen.
    Wenn ich mit meinen Kommilitonen darüber rede, dann teilen die sich schon meine Gedanken, aber andererseits sind die halt erst 18 und einfach mit dem ganzen Lernen so beschäftigt, dass sie das glaube ich noch wegschieben.
    Hast du dir dazu auch mal Gedanken gemacht?
    Nochmals Danke für deine offene Antwort
    Liebe Grüße
    Nina

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