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Der Traum vom Haus oder Von der Bedeutung des Wohnens

Der Traum vom Haus oder Von der Bedeutung des Wohnens

Im Moment gibt es hier zwei große Themen, die uns immer wieder beschäftigen. Das erste: Wie kriegen wir Lotta dazu, vor 23 Uhr zu schlafen? und das zweite ist: Wie wollen wir wohnen?

Stadt oder Land, Wohnung oder Haus, Miete zahlen oder lieber in Eigentum investieren? Wie lebt ihr denn so?

Als ich diese Frage gestern bei Instagram stellte, kamen im Minutentakt neue Antworten dazu, die diese Fragen beantworteten, von unterschiedlichen Aspekten beleuchteten, natürlich immer mit dem Hintergrund der individuellen Lebenssituation.

Ich bin vor zehn, fast elf Jahren nach Hamburg gezogen, habe erst in Eppendorf, Eimsbüttel, Ottensen und Bahrenfeld gewohnt, jetzt leben wir seit 4 Jahren in der Schanze. Ohne Kinder war das super, zu Fuß zum Kiez und zurück, mit dem Fahrrad ist man sowieso überall ziemlich schnell und Cafés, Kneipen, Restaurants und Läden haben wir ja eh direkt vor der Haustür.Der Traum vom Haus -Der Traum vom Haus | PinkepankAber. Seit Lotta auf der Welt ist, spielt der fußläufig erreichbare Kiez keine Rolle mehr, die Kneipen und Restaurants hab ich seitdem auch nicht mehr von innen gesehen und mein Shoppingverhalten hat sich, seit ich Kinder habe, ja auch grundlegend geändert, ich shoppe hauptsächlich online.

Gut, in den Cafés trinke ich immer noch, in guter Latte Macchiato Muddi Manier, meinen Kaffee, treffe mich mit Freundinnen zum Quatschen und Leute gucken.

Aber trotzdem. Diese ganzen vielen Menschen, die die Schanze, besonders in der Zeit von Donnerstag bis Sonntag belagern, die in großen Gruppen den ganzen Gehweg blockieren, weil sie sich nicht entscheiden können, in welches hippe Restaurant sie gehen und mich verständnislos angucken und ziemlich träge reagieren, wenn ich sie bitte, mir Platz zu machen, damit ich mit meinem Kinderwagen und den Einkäufen durchkomme, stressen mich. Machen mich wütend und aggressiv.

Genau wie die Tatsache, dass jeder zweite Satz von mir an Lotta, seit sie laufen kann, ungefähr diesen Wortlaut hat: Nein Lotta, vorsichtig, nicht in die Hundekacke/Scherben/Kotze laufen. Klar, das gibt es überall, aber hier ist es ziemlich extrem.Der Traum vom Haus | PinkepankUnd ja, jetzt werden sich alle sagen: Na, wenn es dich so nervt, in der Schanze zu wohnen, dann hör doch auf zu jammern und zieh einfach um! Mach Plaz für all diejenigen, die gerne in die Schanze wollen, zieh auf’s Land!

Ja, aber! Erstens haben wir eine wunderschöne Altbauwohnung, mit allem, was dazu gehört: alten Dielen, hohen Decken, Stuck, wir haben einen großen Balkon und, hallo Luxus, einen Fahrstuhl. Wir haben 4 Zimmer und, ohne Balkon, 84 Quadratmeter. Und auch, wenn ich eigentlich ein Arbeitszimmer bräuchte und in ein paar Jahren das Kinderzimmer auch zu eng sein wird – sowas muss man erstmal wieder finden, in einer Stadt, in der die Mieten explodieren, weil es immer jemanden gibt, der sie bezahlt.Der Traum vom Haus | Pinkepank

Und zweitens können wir uns dann doch (noch) nicht wirklich mit dem Gedanken anfreunden, nicht mal eben schnell bei Umai gebackenen Tofu zum Mittagessen mitnehmen zu können, nicht mal eben schnell zu Budni laufen zu können, weil wir vergessen haben, Windeln zu kaufen und ja, wir träumen immer noch davon, mal wieder auf Konzerte gehen zu können. Und dann ist es ja schon ganz praktisch, wenn man im Notfall innerhalb von 10-15 Minuten wieder zuhause ist und nicht erst eine Stunde fahren muss.

Puh, ja, und nun? Das fragen wir uns auch. Vor allem, weil wir jetzt mit zwei Kindern und einer anstehenden beruflichen Veränderung, immer öfter merken, dass wir einfach mehr Platz bräuchten. Aber für eine Wohnung mit 2 zusätzlichen Zimmern und entsprechend mehr Quadratmetern in einem Stadtteil, der uns nicht schon wie „aus der Welt“ vorkommen würde, kostet so eine Wohnung so viel, dass es weh tut. Und schon sind wir beim Thema Hauskauf. Warum sollten wir weiter Miete zahlen, wenn wir mit dem gleichen Betrag jeden Monat auch ein eigenes Haus abzahlen könnten?Der Traum vom Haus | Pinkepank

Weil wir es eben nicht könnten. Denn die Häuser, die uns (also mir) so vorschweben, sind rar. Und den Preis erfährt man vom Makler – auf Anfrage. Das ist ein bisschen so wie mit Klamotten, an denen keine Preise stehen. Die bewundert man, träumt ein bisschen, rechnet rum, überlegt, ob man sich das nicht vielleicht doch irgendwie leisten kann… und geht dann ein Schaufenster weiter. Die Vernunft siegt und knüppelt die Träume nieder.

Statt Prada doch wieder nur H&M.

Aber, aber, aber. Vernunft ist nicht gerade meine große Stärke. Ich laufe immer wieder an den Designer-Schaufenstern vorbei, schaue mir immer wieder dieses Stadthaus in Eimsbüttel an, mit 8 Zimmern, 200 Quadratmetern und Garten. Ein Paradies mitten in der Stadt.

Und die Vernunft sagt: Nein, es geht nicht. Nie im Leben.

Und das Herz sagt: Ich möchte aber so gerne. So, so gerne. Das muss doch irgendwie möglich sein.

Der Traum vom Haus | PinkepankEin Stadthaus. Mit Garten. Das wäre die Lösung all unserer (Wohn-)Probleme. Es müssten ja keine acht Zimmer sein und auch keine zweihundert Quadratmeter. Ich muss ja auch nicht gleich meinen ganzen Kleiderschrank mit Prada auffüllen, dieses eine Outfit aus dem Schaufenster würde schon reichen. Wenn ihr wisst, was ich meine.

Und weil ich seit Monaten immer und immer wieder diese Überlegungen anstelle, wie wohnen, wo wohnen, wann wo wie wohnen, mache ich mir auch immer mehr Gedanken darüber, was „wohnen“ eigentlich bedeutet.

Wohnen ist ja mehr als einen Platz zum Kochen, Essen und Schlafen zu haben. Eine Wohnung ist ein Rückzugsort, der sichere und bekannte Hafen, in den man immer wieder zurückkehrt. Der Ort, an dem geliebte Dinge auf dich warten, wenn du nach Hause kommst. Die Räume, in denen man sich selbst verwirklicht, in denen man durch Möbel, Bilder, Deko oder auch bewussten Minimalismus zum Ausdruck bringt, wer man ist, wie man sich wohl fühlt.

Und wohnen ist Leben. Die Wohnung oder das Haus, in dem man als Kind aufwächst, wird immer irgendwie „zuhause“ sein. Mit Erinnerungen an die Tapete, die man beim nicht einschlafen können angestarrt hat, an den Tisch, den man vor Wut im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Stift „gelöchert“ hat, an die Ecke, in der der erste eigene Schreibtisch stand.Der Traum vom Haus | PinkepankWohnen ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf, wohnen ist wichtig. Nicht umsonst gibt es hunderte toller Blogs, die sich ausschließlich mit dem Thema Wohnen und Einrichten beschäftigen, die Zeitschriften am Kiosk locken uns mit „Tipps für kleine kleine Räume“ und den schönsten Farbkonzepten. Wohnen ist für viele ein Hobby geworden, obwohl es in dem Fall natürlich mehr um das (Um-)Gestalten der Wohnräume geht. Aber wohnen ist ein Thema, egal, wie man es dreht und wendet, auf die ein oder andere Art ist es für jeden irgendwann und irgendwie relevant.

Heute hab ich mich, mitten in einem Gespräch mit dem Liebsten darüber, dass wir mehr Platz brauchen, plötzlich gefragt, ob sich das Wohnen eigentlich relevant verändert hat in den letzten Jahrzenten. Und ich glaube, das hat es.

Wenn man früher ein Haus gekauft hat, dann wusste man, da bleibt man. Für den Rest seines Lebens. So war zumindest der Plan.

Der Traum vom Haus | Pinkepank

Heute höre ich immer wieder: Wir kaufen jetzt ein Haus und naja, wenn es uns in ein paar Jahren nicht mehr gefällt, dann verkaufen wir es halt wieder.

Ja. Kann man machen. Ich weiß gerade auch noch gar nicht, ob ich das besser oder schlechter finden soll als das Modell „und sie wohnten für immer und ewig“. Klar, ein paar Erinnerungen wie die ans Tapetenmuster oder den löcherigen Tisch wünsche ich jedem Kind, aber vielleicht geht das auch, wenn der Tisch erst in einer Wohnung, dann in einem Haus und später wieder in einer Wohnung steht. Das Wohnen passt sich an, wird passend gemacht für die Flexibilität, die mittlerweile fast jeder Job fordert. Die Zeiten haben sich halt geändert.

Und ich denke, überlege, hinterfrage und überdenke diese ganze Wohnung-Haus-Miete-Eigentums-Geschichte immer und immer wieder und komme zu keinem Ergebnis. Außer zu dem, dass Wohnen wichtig ist, egal, für welche Form man sich entscheidet.

Wie wohnt ihr denn so und nach welchen Kriterien habt ihr Entscheidungen getroffen?

34 Kommentare

  1. Liebe Johanna,
    ich liebe schon mein ganzes Leben in einer Kleinstadt. Aufgewachsen in einem freistehenden Haus nahe unserer Innenstadt. Sprich 5 Minuten zu laufen. Alles was bei uns über 20 Minuten zu laufen ist, ist schon außerhalb :)
    Ich konnte es mir auch nie vorstellen, mit der Familie in einer kleinen 3 Zimmer Wohnung zu leben, weil ich es einfach nicht kannte.
    Vor 4 Jahren haben wir uns entschieden mitten in die Innenstadt zu ziehen. Kein freistehendes Haus, aber immerhin 200qm mit Dachterrasse und 3 Stockwerken. Gefühlt also doch ein Häuschen mit Terrasse mitten in der Stadt. Für uns eine super Lösung. Wir haben die Wohnungen (es waren ursprünglich mehrere) gekauft und sind noch immer am Umbauen. Einen grünen Daumen für einen Garten habe ich ohnehin nicht – unsere Familien wohnen in direkter Reichweite – jeweils im Einfamilienhaus mit Garten. Die freuen sich, wenn wir zum bespielen kommen. Ich liebe es in der Stadt zu wohnen und bin gespannt, wie es bald mit Familie sein wird. Mieten macht für mich einfach keinen Sinn – für den Betrag kannst du wirklich ein Häuschen abbezahlen. Und wenn es optimal läuft, dann gehört es in 20 Jahren dir und du bleibst ewig drin wohnen. Und wenn nicht… ja dann ist es inzwischen nicht mehr unmöglich in 5 Jahren zu verkaufen und sich neu zu orientieren…
    Herzlichst Juliane

  2. Liebe Johanna,
    Ja, in einer Zeit, in der die wenigsten Menschen Geld für groß Urlaub haben, es in den Städten immer enger wird und „Entschleunigung“ Ein großes Wort geworden ist brauchen wir einen ganz privaten, kuscheligen Rückzugsort: Unser Zuhause!

    Ich bin selbst in einem Haus aufgewachsen das meine Eltern gebaut haben und bis zum Ende ihrer Tage bewohnen werden. Schön!
    Aber: unsere Generation wird sich das nicht leisten können! Wir werden Kinder haben bevor wir an ein Haus denken können.
    Und: Was ist mi den Jobs? Die hat man ja auch nicht mehr sein ganzes Leben lang. Vielleicht ist ein Umzug bald notwendig?
    Was dann mit meinem gekauften Haus?

    Unsere Lösung:
    Wir wohnen zur Miete!
    Aber: Wir haben dennoch vor ein Haus zu kaufen. Ein Haus in dem wir wohnen können – wenn wir in Rente sind. Ein Haus, das wir vermieten! Ein Haus, dessen Reparaturen wir von der Steuer absetzen können. Und gleichzeitig: mieten wir ein Haus in dem wir wohnen können. Gute Geldanlage, Haus im Alter… was will man mehr?
    Ist ein sehr beliebtes Konzept, wirklich rentabel (im vergleich zu Geld auf der Bank) und es gibt mir irgendwie Sicherheit, denn ich will nicht mit 70 auf der Straße sitze, oder in einer kleinen, kalten Wohnung…. Ich will mich Zuhause fühlen!

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

  3. Moin Moin Johanna,
    oh je, das ist ein soooo großes Thema, das mich, uns, auch gerade wieder beschäftigt.
    ich bin in einer Kleinstadt (im Harz) groß geworden. Doch ich würde mich trotzdem als Großstadtmensch bezeichnen. Ich habe lange in Berlin gelebt und dann in Hamburg erst einmal in Eimsbüttel. Es war herrlich… die Pluspunkte hast Du ja schon ausgeführt. Dann kam unser Sohn. ich wollte einfach auch nur die Tür aufmachen können und ihn rauslassen ohne Angst vor Gefahren zu haben. Wir hatten das Glück, dass wir etwas Bezahlbares in Othmarschen gefunden haben. Das war optimal. Ein Garten, beziehungsweise viele Gärten, da die Kinder sich von Garten zu Garten besuchten, Schule in der Nähe, Hockey in der Nähe. Alles konnte zu Fuß und später mit dem Rad erledigt werden. Aber ICH konnte auch mal eben nach Ottensen, ins Kino, in Cafés, zum Shoppen, na eben was Frau so gerne macht. Zu unterschätzen ist auch nicht, dass der Junior, als er älter wurde, mit seinen Freunden etwas gemeinsam unternehmen konnte. Wenn es später wurde haben sind sie zusammen mit der S-Bahn oder später auch mit dem Sammeltaxi nach Hause gekommen. Das *Leben* war ja nicht weit entfernt.
    Was für mich auch ganz wichtig war: Ich konnte mich mal eben nach der Arbeit mit einer Freundin auf einen Latte treffen oder mal eben bei einer Freundin vorbei schauen und die neue Klamotte bewundern.
    Nun leben wir, Junior ist aus dem Haus, in einer traumhaften, hellen, riesigen, mit Garten, mit großem Wintergarten, mit Dielen, mit Stuck, Altbauwohnung in einem kleinen Ort im Norden von Hamburg. Am Anfang haben unsere Freunde uns abgeraten… das ist doch soooo weit weg. Eigentlich nicht, denn mit dem Auto bin ich, wenn die A23 frei ist, in 25 Min im Hamburger Westen, bzw. Ottensen. Klingt doch gut, ist doch gar nicht so schlimm. Denn innerhalb Hamburgs sind doch 25 Min kein Thema. Weit gefehlt. Denn Alles was mit *mal eben* zu tun hat ist vorbei. Man besucht sich nicht mal eben. Es läuft nur noch über Termine. Nach dem Job kommt keiner, Autobahn ist dicht, mal eben auf einen Kaffee vorbei. Bei mir kommt noch erschwerend hinzu, dass ich durch einen Unfall fast drei Jahre kein Auto fahren konnte. Oh wie gruselig, denn die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmittel ist gruselig.
    Wenn unser Sohn nach Hause kommt ist er eigentlich nur in Hamburg :-(.
    Mein Fazit: Auf jeden Fall wieder in die Stadt. Dann lieber etwas kleiner und zur Not 😉 auch ohne Stuck.
    Gut ist hier natürlich, dass ich meine Werkstatt mit im Haus habe.
    Ich denke, dass das Optimale schwer zu finden ist, etwas an den Rand der Stadt wäre für Euch sicherlich schön.
    Lieben Gruß
    Sylke

  4. Liebe Johanna,
    Wir überlegen auch gerade viel unsere Wohnsituation nicht doch wieder zu verändern. Ich habe mein Leben lang davon geträumt in einem Haus mit Garten zu wohnen. Nun tue ich das seit 5 Jahren. Meine Eltern haben uns damals gelockt in ihre Nähe zu ziehen und uns ein Haus zu ermöglichen, sie haben es gekauft, wir wohnen zur Miete. Sie sparen Steuern, wir wohnen schön grün und haben Oma und Opa für unseren einjährigen Sohn in der Nähe. Wir genießen die Sommer im Garten, die Wintergartentür ist von Mai bis Oktober eigentlich immer weit offen. Ein See ist ganz nah, wo wir oft baden und unser Sohn könnte mit Natur und Freiheit aufwachsen.
    Jedoch gibt es auch jede Menge Schattenseiten. Mein Mann ist Freiberufler, das Geld kommt nicht immer regelmäßg, die Miete ist hoch. Sehr hoch. Das liegt am Kredit. Dazu kommt eine extrem hohe Summe an Ölkosten pro Jahr, wenn die Menge dann überhaupt reicht für ein Jahr. Die älteren Nachbarn sind eigen, sie grüßen, aber Kontakt wünscht hier niemand. Zum gemeinsamen Straßenpicknick wurden wir letzes Jahr nicht mal mehr eingeladen. Als wir es bemerkten, weil alle zusammen saßen nur wir nicht, war das wie ein Schlag in den Magen.
    Der Garten ist groß, man hat einen herrlichen Blick aus dem Fenster, doch all der Rasen will gemäht werden, ständig. Die Erde ist mager, es wächst leider kein Gemüse, ich hab es mehrfach versucht. Ohne riesige Investition an Geld und Mutterboden ist hier nichts zu machen.
    Und ganz ehrlich, mal schnell einkaufen fahren, weil etwas vergessen wurde überlegt man sich zweimal. Ein Auto auf dem Land reicht nicht, eigentlich bräuchten wir zwei. Einer muss immer sehr umständliche und lange Fahrzeiten zur Arbeit in Kauf nehmen und wehe das Auto ist mal kaputt.
    Die Kindergärten und Schulen hier am Land sind, nun ja ich nenns mal einfach. Alternative Kinderläden mit Bioessen findest du hier jedenfalls nicht, ganz zu schweigen von neuen Ideen im Kopf der Leute darin. Hier wird alles schon so seit 30 Jahren gemacht, warum etwas ändern? Wiegt das die Natur um uns auf?
    Und umziehen? So einfach ist das nicht mit dem: dann verkaufen wir halt wieder. Der Bank kann man nicht mal einfach so einen Kredit zurückzahlen! Das kostet einen Haufen obendrauf.
    Ja, die city st nur 20 Minuten weit entfernt, die netten Cafés und kleinen Läden, aber das macht man dann eben doch nicht.
    So romantisch wie man sich das immer vorstellt, ist es oft leider nicht.

  5. Liebe Johanna,
    uns beschäftigt das Thema nun bereits ein Jahr, denn vor ziemlich genau einem Jahr haben wir uns überlegt, dass sich unsere „Wohnsituation“ ändern muss. Wir kommen beide aus einer Kleinstadt, mein Schatz war nie weg (und will das auch bloß nicht), ich habe einige Jahre in Holland und Frankfurt, dann kurze Zeit in Hannover und Hamburg gewohnt, ehe ich eher zufällig wieder zurückgekommen bin. Ich kenne also beides, würde mich auch generell als Stadtmensch bezeichnen, habe mich aber auch immer gefragt, ob dort ein Kind großziehen wollte. Perfekt für mich wäre eigentlich ein Randgebiet der Großstadt, wo man ländliches Leben hat, aber die Vorteile der Großstadt nicht so weit weg sind.
    Nun lebe ich seit anderthalb Jahren in einem Dorf (<400 Einwohner). Wollte ich eigentlich nie und hier fühle ich mich auch nicht wirklich wohl. Unsere Wohnung ist zwar relativ groß (120 qm) und günstig, aber auch alt. Von daher war klar, wir brauchen etwas anderes. Und wegen der günstigen Zinsen lag kaufen oder bauen sehr nahe. Nach Sichtung der Kaufmöglichkeiten (günstig und alt = viel zu tun – oder neu und teuer) haben wir uns darauf besonnen, dass wir eigentlich beide immer bauen wollten, so wie wir es uns vorstellen. Schnell hatten wir ein Grundstück (im übernächsten Dorf) und so ging die Planung dann weiter. Seit Oktober wächst unser Häuschen nun und Ende Mai können wir wohl einziehen.
    Mit dem Dorf konnte ich mich anfreunden, da der Menschenschlag hier ein ganz anderer ist (kaum zu glauben bei 4 km Entfernung) und unser Grundstück in einem kleinen Baugebiet liegt. Außerdem sind es bis zur Stadtmitte nur 5 km.
    Und zum bauen/kaufen fürs ganze Leben: Meine Eltern haben zunächst eine Eigentumswohnung gebaut, dann als ich drei Jahre alt war ein Reihenhaus und zwanzig Jahre später ein freistehendes Haus. Geht also auch so – und ich habe auch noch ganz viele Erinnerungen an meine Pumuckl-Tapete und mein Bett unterm Dach 😉
    LG Stephi

  6. Liebe Johanna,
    die Frage des „wo wohnen“ hat uns auch sehr sehr lange beschäftigt und einige schlaflose Nächte gekostet. Bei uns wurde es zur Entscheidung „Stadt oder Land“ und wir haben uns letztlich für das Land entschieden. Viele Gründe sprachen dafür und wir bereuen es bis heute nicht. Trotzdem gibt es immer noch die Momente in denen Zweifel oder Wehmut aufkommen. Noch leben wir auf dem Land in deiner Wohnung, sollten wir allerdings das passende Haus findet, kommt es hoffentlich zu einer endgültigen Entscheidung.
    Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass dein Traum Wirklichkeit werden kann.
    Liebe Grüße, Antonia

  7. Liebe Johanna,

    dein neuer Blogeintrag ist einfach wunderschön nachdenklich geschrieben & ich bin mir sicher, dass sich viele die Frage nach dem richtigen Zuhause stellen. Wir wohnen in einer wunderschönen Altbauwohnung Mitten in Berlin – allerdings haben wir auch keine Kinder. Wir sind erst im letzten Sommer eingezogen, vorher haben wir in einem Randbezirk gewohnt & waren dort sowohl mit der Wohnung als auch mit der Lage sehr unglücklich. Die Wohnung jetzt mögen wir sehr, auch wenn ich ein drittes Zimmer zum Arbeiten vermissse & leider wird bei uns nun direkt vor der Tür ein riesen Großmarkt-Komplex gebaut. Schon wieder umziehen ist keine Option, da wir für die aktuelle Miete keine bessere Wohnung finden würden. Über ein Haus für später sprechen wir regelmäßig, allerdings ist das Vorhaben quasi unmöglich. Die finanziellen Mittel, meine Ansprüche & das alles in bzw. um Berlin zu verwirklichen, das bleibt wohl Wunschdenken. Eine Alternative kenne ich leider auch nicht. Ich möchte mich auch so ungern von einem Altbau verabschieden. Ich brauche einfach hohe Decken – zum Denken & Durchatmen.

    Ganz liebe Grüße
    Anne von Frisch Verliebt

    Ich freue mich über einen Besuch:
    http://www.frisch-verliebt.blogspot.com

  8. LaMaisonBleue sagt

    Hallo Johanna,

    ich glaube, wenn wir wollten, könnten wir uns winken. Und damit weißt Du, wie wir wohnen: Altbau, 4 Zimmer(mit „doppeltem“Wohnzimmer ohne Trenntür) , Stuck, Dielen, Balkon, KEIN Aufzug und eine laute Straße vor der Tür. Unsere Tochter ist jetzt 2,5 Jahre alt.
    Und wenig überraschend laufen hier genau die gleichen Gespräche und Überlegungen ab: Bleiben oder gehen? Kaufen? Mieten? Wohnung? Haus mit Garten? Wohin ziehen? Wovon bezahlen?

    Im Prinzip wechselt die Grundstimmung hier wöchentlich: Eigentlich doch ganz schön, mitten drin zu sein, für Hamburger Verhältnisse unverschämt kurze Wege zur Arbeit, nette Nachbarn, unser Kind ist glücklich in seiner KiTa, und, das muss man der Schanze trotz allem lassen, viele viele Spielplätze fußläufig.
    Andererseits: der Dreck, der Lärm, die Wochenendmassen, keine Möglichkeit, mal einen richtigen Großeinkauf zu machen und das Auto ansatzweise stressfrei zu entladen… Du hast es alles schon gesagt.

    Mein Mann und ich sind beide in kleineren Städten aufgewachsen und im Zweifel von unseren Eltern in den Garten oder vor die Tür gescheucht worden zum Spielen. Vielleicht vergoldet man das ja in der Rückschau, aber nun, jede zweite Woche erscheint mir der Rückzug ins ruhigere Wohnviertel dann doch wieder höchst erstrebenswert.

    Was mich an der Situation allerdings richtig nervt, ist die dadurch – zumindest bei mir – entstehende Betrachtung der eigenen Wohnsituation als Provisorium. So richtig Geld reinstecken wollen wir dann in unsere mehr schlecht als recht sanierte Mietwohnung doch nicht. Mal die Wände neu streichen? Ach, lohnt doch eigentlich nicht mehr, wir ziehen ja bald um… Größerer Kleiderschrank? Ach, lieber nicht, passt vielleicht nicht in die nächste Wohnung. Sodann werden hochmotiviert die Immobilienseiten besurft und nach zehn Minuten vollkommen frustriert wieder geschlossen, weil einen die Preise wirklich… erschüttern. Und die Wohnung wird im Kleinen aufgehübscht.

    Tja, wie es nun weitergeht kann ich Dir nicht sagen. Spätestens aber wenn wir ein zweites Kind bekommen sollten, werden wir der Entscheidung in dieser Frage nicht mehr ausweichen können. So lange versuche ich, ganz gleich wie lang wir noch hier sein werden, meiner Kleinen – oder vielmehr unserer ganzen Familie – ein „Zuhause“ bieten zu können, dass irgenwann in ihrer Erinnerung hoffentlich ein Gefühl von Geborgenheit hervorruft.

    Ich bin gespannt, wie es bei euch weitergeht und wie ihr euch entscheidet.

    Viele Grüße,
    Katrin

  9. Oje, die Wohnungsfrage. Schwierig, schwierig. Ich bin ein Stadtmensch. Hab jahrelang in Berlin gewohnt, erst in Kreuzberg, dann in Moabit. Und später dann in Eimsbüttel und Hoheluft. Als ich mit dem Mann zusammen gezogen bin, fühlte es sich an, als wär ich aufs tiefste Land gezogen. Dabei war es doch nur Othmarschen. Mittlerweile schätze ich es aber sehr, in 10 Minuten an der Elbe zu sein. Keinen Balkon mehr zur vierspurigen Hauptstraße raus zu haben. Und auch spät Abends einen legalen Parkplatz zu bekommen, von dem aus ich nicht noch ein Taxi zur Haustür nehmen muss. 😉

    Allein… die Wohnung ist eigentlich zu klein. Das Arbeitszimmer ist ein einziges Foodprop-Lager, die Küche ist klein und das Bad winzig. Wir haben daher ziemlich lang nach Eigentumswohnungen geschaut. Alles, was uns gefallen hat, lag inklusive aller Nebenkosten deutlich über 650.000 Euro. Und das ist einfach nicht drin. Wobei es auch wirklich wenige Wohnungen gab, die ich wirklichwirklich unbedingt haben wollte. So würd ich persönlich nie eine Altbau-Eigentumswohnung kaufen – ich hab bei zu vielen Freunden miterlebt, was da an Folgekosten auf dich zukommt. Erst muss das Dach gemacht werden, dann die Fassade, dann die Balkone, dann entdeckt noch irgendeiner Schwamm – und dann fängste wieder von vorne an. Von der energetischen Seite der Medaille mal ganz zu schweigen.

    Aber: Ich würde auch ungern den Rest meines Lebens in ALLEN anderen Bereichen zurückstecken müssen, nur um meine Bude zu finanzieren. Nicht mehr spontan essen gehen, nicht mehr reisen, nicht mehr unüberlegt dänische Designvasen kaufen – nein, das wär nicht unsers.

    Genausowenig wie das klassische Einfamilienhaus. Ich finde diese klassischen Neubau-Doppelhaussiedlungen im Hamburger Speckgürtel ehrlich gesagt ziemlich gruselig. Und Stadthäuser, die 100qm auf 4 Etagen verteilen total sinnlos. Aber ich hab auch als Kind immer schon in der Stadt gewohnt. In schönen großen Wohnungen – und an jede von ihnen hab ich tolle Erinnerungen.

    Und so bleiben wir halt in unserer kleinen Wohnung, haben mittlerweile das Bad saniert, so dass es wenigstens ein winziges Wohlfühlbad geworden ist – und freuen uns über das Stück Unabhängigkeit, das wir so gewonnen haben. Kein elendsgroßer Kredit anner Backe. Keine Verpflichtungen.

    Ich bin gespannt, wo ihr in 10 Jahren wohnt. :-)

    Viele Grüße
    Conny

  10. am Namen meines Blogs ‚heimatbaum‘ erkennt man ja schon, dass das Thema Heimat und Wohnen für mich eine große Rolle spielt. Und dass das ganze in einer eher Grünen Umgebung stattfindet. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, umgeben von Wald und Wiesen. Mir war immer klar, dass ich so wohnen muss, um zufrieden zu sein. Wenn ich aus dem Fenster schaue, muss da Grün sein. Ich kann mein Glück noch gar nicht so recht fassen, dass wir sowas tatsächlich gefunden haben. Und uns auch leisten konnten. Die Preise sind hier auch hoch, wegen SAP.
    Wir haben 7 Fenster im Erdgeschoß und aus 6 davon sehe ich grün. Hinter dem Garten ist ein Bach. Und trotzdem bin ich in 5 Minuten beim Penny. Nach 2 Jahren warten und suchen haben wir das (fast) perfekte Haus gefunden!

  11. Liebe Pinkepinki,

    wir sind vor fünf Jahren nach der Geburt unseres ersten Sohnes aus der Schanze (damals ein Traum – heute aus gegebenen Gründen, die du ja auch schilderst wirklich eher anstrengend) nach Wandsbek gezogen – hätte ich eigentlich für mich nie in Erwägung gezogen, aber Eigentum war hier erschwinglich! 4 Zimmer EG – mit Mini-Garten und Hof. Und ich kann nur eins sagen: Ich bereue es nicht!

    Es gibt einen Hof für die Kinder zum spielen – sie können selbstständig zu den Nachbarn laufen. Bei gutem Wetter mache ich einfach die r auf. Die Kita und der Wald sind fußläufig erreichbar! Und nette Leute gibt hier tatsächlich auch!

    Befreit auch ihr Hamburg vom Stadtteilfanatismus! Rein in die Schattenbezirke und von innen aufmischen :-) Das macht auch Spass!

    Und wohnlich wird es (mit deinem Geschmack) doch auch überall!

  12. Hmmm, fast wäre ich in ein leidenschaftliches Pladoyer fürs Land geraten, aber es hat nichts zu suchen hier, deswegen hab ich es gelöscht und von neuem begonnen:

    Ich wohne in einem 1500-Seelen-Ort, in einer ca. 65qm-großen 2.5 Zimmer-Whg, ohne Balkon. Ich wohne äußerst gerne hier, weil hier meine Eltern, meine Freunde und ein Teil meiner Familie wohnen. Ich bin hier in Vereinen aktiv. Ich möchte niemals hier wegziehen, schon gar nicht in eine Stadt. Ich bin hier aufgewachsen, kenne die Umgebung wie meine Westentasche und liebe es, dass sich hier eher wenig verändert. Langweilig ist es hier aber nicht.
    Klar, ich brauche ein Auto, mal schnell einkaufen ist hier nur bedingt möglich, Ausgehen, Shopping, Kino gibts halt erst in der Stadt, dazu braucht man ein Auto oder man nimmt den Zug dorthin. Meine Arbeit erreiche ich auch nur mit Auto. Das gehört halt dazu.
    Aber ich lebe absolut gerne hier und kann den Städter versichern, das Land und die Menschen dort sind nicht so langweilig und zurückgeblieben, wie es manchmal den Anschein hat.
    Internet, Smartphones und schicke Kneipen haben wir hier auch.
    Jede Menge Spaß und ein großer Dorfzusammenhalt ist hier garantiert. Hier kennt jeder jeden und das empfinde ich nicht als negativ.

    In drei Jahren bekomme ich das Haus meiner Eltern überschrieben. darauf freue ich mich schon, dass wird mein großes Projekt. Dort möchte ich wohnen bleiben, bis ich alt bin. (Meine Eltern wandern dann aus).

    Liebe Grüße,
    Linda

  13. Liebe Johanna,

    bin ich sonst nur stille Mitleserin, versuche ich diesmal auch meine Gedanken zu äußern.

    Ich selbst wohne derzeit mitten in St. Pauli und könnte glücklicher darüber nicht sein, wohlwissend aber, dass sobald sich Nachwuchs ankündigt eine größere Bude her muss. Zeitnah ist es noch nicht geplant, doch die Gedanken mache ich mir trotzdem schon.

    Für mich steht fest, dass ich auch mit Kind in der Stadt bleiben will. Ein für mich wichtiges Thema dabei ist auch die Kindergarten- und vor allem Schulwahl. Auf dem „Land“, aber auch in Vororten hat man nicht die Möglichkeit sich die Beschulung groß auszusuchen, außer man möchte seinem Kind lange Fahrzeiten zumuten. Gerade dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, denn genau DAS ist doch eines der Privilegien der heutigen Zeit. Du willst das deine Kinder vegetarisch oder gar vegan speisen? Oftmals ein Sonderwunsch, der nicht berücksichtigt wird. Oder eine Schule die sich besonders auf musische Talente, Naturwissenschaften oder Sprachen spezialisiert? Eher nicht.

    Ich selber bin in einem typischen suburb (ca 8000 Einwohner) von Hamburg aufgewachsen, was auch wirklich schön war, am Deich spazieren zu gehen und nachts über die Straße laufen zu können ohne zu gucken. Aber sobald man etwas älter wird ist man auf einen Führerschein und den dazugehörigen fahrbaren Untersatz angewiesen, zumal das Gehaltsniveau in Randgebieten sehr hoch ist, sodass es auffällt wenn ein Kind keinen 3er BMW zum 18. Geburtstag bekommt und man muss seine Eltern nerven, ob sie einen hier nochmal abholen können oder da hinbringen. Und das obwohl Ich zur Hamburger Stadtgrenze zu Fuß laufen konnte. Bei mir hatte dies zur Konsequenz, dass ich sehr früh ausgezogen bin, um einfach spontaner sein zu können. Jetzt freue ich mich tierisch meine Eltern zu besuchen, die immernoch in dem schönen Haus wohnen, welches auch von St. Pauli aus in 30min zu erreichen ist, aber als Teenager gefiel mir das doch nicht so. Und über einen Schulwechsel in der 10. Klasse auf eine Hamburger Schule habe ich lange nachgedacht, mich dann aber dagegen entschieden – der Fahrzeiten wegen.

    Ich bin selbst noch nicht an dem Punkt, aber ich würde sehr gerne in der Stadt bleiben. Idealerweise auch in einem Haus, ansonsten aber auch in einer grossen, schönen Wohnung. Man hat nunmal sehr viele Freiheiten und wie auch einige meiner Vorredner schon schrieben gibt es mit Othmarschen oder Klein Flottbek ja auch sehr harmonische Viertel, die trotzdem noch so nah am Geschehen sind und ein gutes Kompromiss darstellen.

    Und noch etwas: Natürlich ist es nervig immer darauf zu achten wo das Kind hintritt und sich über mögliche Gefahren zu sorgen. Aber, und das ist nicht zu unterschätzen, Kinder lernen auch sehr viel dadurch. Sie werden aufmerksamer und möglicherweise auch aufgeschlossener, einfach durch die Pluralität von Identitäten, denen sie begegnen.

    Eine gute Freundin von mir zieht auch ihr Kind in St. Pauli groß, in einer sehr kinderfreundlichen Ecke und stellt sich oft die gleichen Fragen. Jedoch ist es für sie gerade durch das „Mama-Sein“ wichtig die schicken Cafés vor der Tür zu haben, damit man sie überhaupt noch nutzt.

    So viel zu meinen Erfahrungen.

    Und nun ein kleiner Tipp an dich: Haltet einfach weiterhin die Augen offen. Dein Freund hat ja keinen schlechten Job, ich weiß nicht welche berufliche Änderung du meinst, aber warum nicht einfach die Augen offen halten. Vielleicht kommt das Traumhaus ja doch noch und dann ist es vielleicht in Eimsbüttel oder sonstwo. Wäre doch schade, wenn man die schönste Gelegenheit verpasst, nur weil man nicht mehr an sie glaubt!

    Liebe Grüße!!!

    PS: Deine Posts gefallen mir immer gut, aber dieser hier besonders, weil man so gut einen Einblick in deine Gedankenwelt bekommt! Danke dafür!

  14. Liebe Johanna,

    du sprichst mir aus der Seele! Vor zwei Jahren ist es mir so gegangen wie Dir. Wir haben mit 2 Kindern in einer wundervollen 3-Zimmer Wohnung in bevorzugter Lage in Köln gelebt. Alles war wunderbar, aber Platz fehlte…. Wir haben angefangen uns umzuschauen, denn eine richtige Vorstellung vom Wohnen mit Kindern hatten wir nicht. Grundsätzlich waren wir uns einig in der Stadt zu bleiben.

    Jetzt wohnen wir in einem wunderschönen Haus auf dem Land. Wir sind umgeben von Wiesen und Feldern. Nette Nachbarn gibt es auch. Da hatten wir Glück. Denn mit dem Haus „kauft“ man auch die Nachbarn. Ich möchte nicht mehr anders wohnen. Bis Köln Innenstadt sind es 45 min mit dem Auto. Mein Mann und ich arbeiten beide in Köln. Das fühlt sich trotz langem Arbeitsweg richtig gut an. So bleibt uns das Stadtleben erhalten. Am Wochenende fahren wir mit den Kids zum Frühstück in unsere Lieblingscafes und und und.

    Mein Tipp: Schaut euch Häuser und Wohnungen in der Stadt und auf dem Land an. Am besten zusammen mit den Kindern. Die Besichtigungen helfen bei der Entscheidung. Man spürt ob das Haus, die Wohnung und die Lage ein Zuhause werden können. So hat es bei uns geklappt. Wir haben uns vorher kaum Gedanken gemacht, sondern sind von einem Besichtungstermin zum anderen. Und dann war es plötzlich da. Diese Gefühle als wir in unserem jetzigen Haus standen. Und es fühlt sich immer noch richtig an.

    Viel Erfolg!

  15. Jenny sagt

    Liebe Johanna,

    Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Wir haben auch hin und her überlegt. Als wir letztes Jahr mit Baby wegen eines neuen Jobs in eine ganz andere Gegend gezogen sind haben wir uns entschieden. Wir wohnen jetzt in einem kleinen Ort, der mit dem Auto aber nur zehn Minuten von einer 250.000 Einwohner Stadt entfernt ist. Für uns ist das genau richtig. Wir leben in einer Spielstraße und zur Schule kann der Kleine später locker alleine hin.
    Ich hoffe, ihr findet für euch noch die richtige Lösung.
    Alles liebe,
    Jenny

  16. Liebe Johanna!
    Erst einmal, mir gefällt dein Post unheimlich gut! Total schön geschrieben!
    In vielen Dingen habe ich mich wieder erkannt…
    Wir wohnen nördlich von HH auf dem Land und am Anfang fiel mir das als waschechte Hamburgerin echt schwer. Aber wir haben nie die Frage gestellt, wo wir hin wollten, sondern für uns war klar, dass wir ein Haus wollten, um dass man herum gehen kann und es sollte unbedingt etwas besonderes, etwas gelebtes sein :-) Jetzt leben wir direkt am Fluss unterm Reetdach. Es ist wunderschön, aber bis es dass war, habe ich mich so manches mal gefragt, was ich da eigentlich tue, denn jahrelang hatten wir weniger Quadratmeter bewohnbar, als ihr jetzt habt. Aber wir hatten halt immer unser draußen, bei uns verdeckt kein Nachbarhaus die Sonne, man sieht sie sogar untergehen :-) und der Bahnhof ist 5 Minuten entfernt und bis HH braucht die Bahn 38 Minuten. Und auch wenn ich viele Angebote der Stadt vermisse, möchte ich nicht mehr zurück. Eher zieht es mich ans Meer!

    Ich bin gespannt, wo ihr mal landet, aber es wird bestimmt irgendwann dass richtige kommen, auch wenn man es erst nicht glauben will.

    Liebe Grüße vom Deich
    Claudia

  17. Ach ja. Was an der Schanze toll ist und was nervt, das kann ich natürlich genau so unterschreiben. Allerdings wird unsere Wohnung langsam zu klein, und sie ist leider tierisch laut (Bahngleise, Einflugschneise besoffener Idioten am Wochenende).
    Ich hätte auch wahnsinnig gerne ein Haus. Am liebsten mitten in der Stadt. Aber es ist klar, daß das in Hamburg völlig utopisch ist. Aber wäre es am Rande von Hamburg das gleiche? Wenn ich zufällig in Stadtteilen „außerhalb“ unterwegs bin, frage ich mich, ob ich mich dort wirklich zuhause fühlen könnte. Ich fühle mich nur in der Großstadt wohl (bin übrigens auch bald elf Jahre hier).
    Das Ding ist: Schon recht bald werden wir aufs „Land“ (Kleinstadt) in der Nähe ziehen, weil der Liebste dort den Laden seiner Eltern übernimmt. Es gibt keine Alternative. Eine Wohnung wartet dort schon auf uns. Einiges ist daran toll (mehr Familienzeit), andere Bedingungen sind nicht die schönsten. Leider hat der Ort nicht mal einen eigenen Bahnhof. Auf lange Sicht hätte ich zumindest dort gerne ein Haus mit Garten; das wird noch etwas dauern, ist aber ziemlich realistisch. Ich bin gespannt, wie es wird.

  18. Christin sagt

    Liebe Johanna,
    ich kann Deine Gedanken so gut verstehen, genau die gleichen haben wir uns bis vor einem Jahr auch gemacht. Wir haben zwar nicht in der Schanze gewohnt, aber fussläufig zum Stadtpark und nach Winterhude. Traumhaft, ich habe es geliebt. Die gleichen Fragen – wo wollen wir hin? Was können wir uns leisten? Dann ist uns unser Traumhaus zu einem erschwinglichen Preis über den Weg gelaufen – wirklich ein Glücksfall – aber jetzt wohnen wir am Stadtrand und ich vermisse den Flair der Stadt. ABER: wir wussten immer, irgendeinen Kompromiss müssen wir machen, wenn wir nicht im Lotto gewinnen. Nun ist halt der Stadtteil der Kompromiss, das Haus dafür Top. Und eins kann ich sagen: ein Garten mit Kindern ist ein Traum! Würden wir nie wieder hergeben. Wünsche euch viel Glück bei der Entscheidungsfindung! Ich wünsche euch, dass auch euch das richtige über den Weg läuft.

  19. Liebe Johanna,

    was ist richtig, was ist falsch? Das kann Dir nur Dein Gefühl sagen. Den das ist auch für jeden etwas anderes. Mit Kindern ändert sich das Leben sehr. In ein paar Jahren (und die kommen schneller als man denkt) geht es um Schule, Nachmittagsveranstaltungen und Spielzeit mit den Freunden. Da ist es schön, wenn sich die Kinder frei bewegen können. Und sobald sie in der Schule sind, wird ein Umzug zwischen den Stadtteilen schon schwieriger. Denn ob ans andere Ende von Hamburg oder nach Süddeutschland ist für einen Siebenjährigen kein Unterschied.

    Wir wohnen in 2 Eigentumswohnungen am Stadtrand von Hamburg an einer gut befahrenen Strasse in einem Altbau-Mehrfamilienhaus. Zu unserer Wohnung gehört ein Garten, den die Kinder und wir im Sommer sehr lieben, auch wenn man den Strassenlärm hört. Als wir vor 4 Jahren nach HH zogen, wollten wir eigentlich noch zentrumsnaher wohnen, haben dann aber nichts passendes gefunden. Jetzt haben wir uns so gut eingelebt, dass sogar ein Umzug in Nachbarstadtteile schmerzen würde. Und auch wenn wir mehr als genug Platz haben, stellen wir uns ähnliche Fragen. Vielleicht doch ruhiger? Oder moderner und damit ernergetisch besser und einfacher zu handhaben. Denn Eigentum bedeutet auch Verantwortung. Müllabfuhr, Heizungswartung, wer repariert die durchgescheuerten Dielen und wieso ist ein Riss in der Hauswand? Isolierung, neue Fenster und der Abfluss auf dem Balkon. All das sind dann Deine Themen bei einem Altbau-Prada-Häuschen. Das Schöne an der eigenen Wohnung/ Haus ist natürlich, dass man alles machen kann, wie man es selber gerne hätte. Neue Küche, schöne Gardinen. Man investiert ganz anders. Aber man gibt eben auch Geld für Dinge aus, die man nicht sieht und über die man sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Regenrinnenreinigung und Baumbeschnitt, Erneuerung der Wasseruhren und Gebäudeversicherung.

    Wenn man nicht weiss, ob man dort bis zum Lebensende wohnt, ist es meiner Meinung nach sinniger man investiert mehr in guter Lage und kann dann wieder verkaufen, als in der absoluten Pampa. Man kann sich vielleicht im Nirgendwo für wenig Geld ein gigantisches Haus kaufen, aber das auch wieder zu verkaufen wird schwierig. Eine Immobilie in Hamburg wird man immer wieder zu einem guten Preis los.

    Im Alter (was ja noch ein bisschen dauert), sehe ich mich übrigens wieder näher in der Stadt wohnen. Dann ist wieder Zeit für Restaurantbesuche und Kultur. yeah!

    Ich bin gespannt wie Ihr Euch entscheidet. Wie gesagt dem einen liegt das Landleben, dem anderen die Stadt. Ich halte es aber für einen Fehler aufs Land zu ziehen, nur weil die Kinder unbedingt einen Garten brauchen….. denn ganz ehrlich, das ist auch nur ein paar Jahre so und wenn man sich nicht wohlfühlt, wo man wohnt, ist das auch nix. Haltet die Augen und Ohren offen und irgendwann findet Euch eine neue Immobilie schon.

    Liebe Grüße
    Kathrin

  20. Wir sind letztes Jahr auch aus dem hippen Viertel rausgezogen (Mietvertrag ausgelaufen, Wohnung zu klein und noch dazu völlig heruntergekommen und trotzdem unfassbar hohe Miete). Wir wären eigentlich gerne da geblieben, aber mit Familie hätten wir uns da niemals eine Wohnung leisten können. Jetzt wohnen wir halt ein bisschen weniger zentral, ein bisschen weniger hip und ja, auch ein bisschen weniger schön, was die Umgebung betrifft. Aber das stört mich nicht so sehr. Irgendwann ist hip auch einfach so hype, dass es nervig wird. Die Frage, raus aufs Land zu ziehen, stellt sich mir aber gar nicht. Wenn die angesagte Gegend nicht mehr passt, dann gibt es immer noch familiärere Viertel in der Stadt. Dann bin ich zwar nicht mehr in fünf Minuten im schönen Café, aber ich muss auch nicht eine Stunde S-Bahn fahren, wie ich es außerhalb müsste. Deswegen kommt auch ein eigenes Haus nicht in Frage. Klar, wäre sicher schon ganznett. Aber auch so viel Arbeit und Verantwortung. Und die Häuser in unserer Nachbarschaft, obwohl nicht mal die tolle Gegend, kosten trotzdem rund eine Million. Das werden wir uns niemals leisten können. Also freue ich mich über das, was wir haben.

  21. Liebe Johanna,
    Danke für den schönen Artikel. Ja, ich glaube auch dass sich das Wohnen an sich verändert hat in den letzten Jahren – weil man immer flexibler auch das Leben reagieren muss. Ich habe auch alles durch. Geboren in einem kleinen Dorf auf dem Land, typische Neubausiedlung in den 80ern. Wollte ich nur raus. Dann zog es mich in die Stadt, mittendrin… ausgehen, ins Cafe, shoppen, zu fuß zur Arbeit… Dann verschlug es mich in die hessische Provinz und mir fehlte meine Stadt so so sehr.
    Als wir endlich zurück durften, haben sich die Bedürfnisse geändert. Mit Hund, Stiefkindern und Firma kam eine Citywohnung nicht mehr in Frage und ein Haus am Stadtrand war unbezahlbar.

    Obwohl wir auch in Erwägung gezogen haben, nach Hamburg zu ziehen. Wir haben viele Freunde dort und auch viele meiner Kunden wohnen da. Und es ist ne tolle Stadt… Aber mit Blick auf die Mietpreise hätte ich wahrscheinlich meinen Stundenlohn verdoppeln müssen um das aufzufangen… Also doch weiter in den Norden!

    Was tun? Kaufen war durch die finanzielle Schieflage in die wir während der Ausbildung kamen unmöglich und nur mieten kam in Frage. Also dann. Bis wir ein Haus fanden, dass wir uns leisten konnten, waren wir 20km von der Stadt entfernt. Und ja, Kaffeetrinken gehen ist eine Tagesreise 😉

    Viele Dinge ändern sich komplett auf dem Land. Wir brauchten zwei Autos und eine große Speisekammer. Der nächste Supermarkt ist 6km entfernt und so haben wir uns eine gewisse Voratshaltung angewöhnt. Wir können sicherlich 2 Wochen eingeschneit sein ohne zu verhungern.

    Wenn Wir in die Stadt fahren plannen wir das gut und gehen dann natürlich auch Kaffeetrinken 😉

    Aber ich liebe es. Man verändert sich und entweder man liebt es oder man hasst es. Ich finde es wundervoll im Sommerhalbjahr komplett draussen zu leben, lange auf der Terasse zu sitzen und schon morgens draussen zu frühstücken. Durch die Selbständigkeit haben wir da natürlich gewisse Freiheiten :-)

    Da wo wir leben können wir immer schnell raus an die Luft. Jacke an, Hundeleine schnappen und los. Ich LIEBE es. Ich vermisse gar nichts mehr. Und wenn ich dann in Hamburg bin, besonders im Sommer, finde es es alles anstrengend, eng und voll.

    Aber es ist ein komplett anderer Lebensstil und man muss sich gut überlegen was passt. Das Stadthaus in Eimsbüttel – ja nicht mal in Flensburg West – wird niemals in unserem Budget sein und so mussten wir uns entscheiden.

    Ich weiß nicht mal, ob ich jemals ein Haus kaufen will. Ich finde es praktisch, einfach nur den Vermieter anzurufen, wenn die Heizung kaputt ist und nicht plötzlich eine 10.000 Euro Rechnung für eine neue Heizung zahlen zu müssen…

    Im Endeffekt hast Du das Zuhause sowieso in Deinem Herzen, es ist doch eine Kombination aus den Menschen, die wir lieben und ein paar Dingen die wir brauchen und mögen… Wohlfühlen kann man sich damit überall…

    Alles Liebe, Danny

  22. Ich kann deine Gedanken ganz gut nachvollziehen, auch wenn wir uns in ganz anderen Situationen befinden..
    Ich wohne seit meiner Geburt in der gleichen Stadt, mit Ausnahme von einem halben Jahr versemmeltem Studium ^^ Erst bei meinen Eltern (erst Wohnung, dann als ich drei war, im Haus), jetzt mit meinem Freund zusammen. Wir haben keine Kinder und planen auch keine, zumindest nicht in den nächsten fünf Jahren und eigentlich gar nicht. Dafür haben wir zwei aktive Bengalen-Hauskatzen, die viel Platz brauchen. Wäre ich Single, würde ich wohl in einer wiiiinzigen Wohnung wohnen, oder sogar in einer Bauwagensiedlung. Ich brauche nicht viel und möchte auch nicht viel. Andererseits möchte ich mich dieses Jahr selbstständig machen und falls ich keine eigenen Räumlichkeiten haben sollte, wäre der Platz hier schon arg begrenzt. Die Wohnung oder Haus-Frage stelle ich mir auch öfter, allerdings allein wegen der Kosten. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wo ich mit meinem Kommentare hier gerade hin will 😀
    Warum schaut ihr euch nicht einfach demnächst mal ein paar Wohnungen und Häuser an? Ganz ohne Zwang, einfach um zu schauen, was es so gibt. Ich müsst euch ja keinen Termin setzen. Wenn ihr dann etwas seht, bei dem ihr merkt „das ist es“ – dann könnt ihr immer noch ausziehen. Und solange ihr so was nicht findet, bleibt ihr halt, wo ihr seid. Aber vielleicht solltest du in der Zeit dann aufhören, dich von Fremden aggressiv machen zu lassen – wobei ich das SO gut nachvollziehen kann 😉

  23. Hallo Johanna,

    oh ja! Ein großes Thema und natürlich sind all deine Fragen, Wünsche, Einwände, Zweifel etc. natürlich und wir stellen wohl alle diese Überlegungen an.
    Wir sind ja zu dritt und wohnen in einem 90er Jahre Bau in Stuttgart.
    Diese Wohnungen wurden einst preisgünstiger vergeben, da es sich um Genossenschaftswohnungen handelt. Optisch nicht zu vergleichen mit Altbauten, aber für mich war damals, als wir vor 7 Jahren hierher zogen wichtig, dass ich mich „zentral fühle“ und dennoch grün um mich herum habe! Perfekt hier! Ich höre einerseits die Bahnhofansagen am Stuttgarter Bahnhof, oder eben dessen, was davon noch steht, andererseits habe ich hier Weinberge und Feldwege hinter mir. Ein Park in der Nähe, der riesig ist und direkt in die Stadt führt.
    Doch die Wohnung ist zu klein, mittlerweile.
    Ich mag ja meine Stadt im Südwesten, und gerne würde ich hier bleiben, doch die Mieten sind extrem hoch und Kaufen hier??? Never ever.
    So haben wir uns vor 3 Jahren einem Wohnprojekt angeschlossen. Wir wollten schon immer mit Menschen zusammenleben. Aber nicht mit Freunden, sondern mit Jung und Alt usw. Wir haben nach Möglichkeiten gesucht und sind zeimlich schnell fündig geworden. Dass wir dafür leider auch aus unsrer Lieblingsstadt weg müssen, das haben wir in Kauf genommen. Somit ziehen wir 20 Minuten stadtauswärts in eine kleinere Stadt. Durch die gute Anbindung, fühlt es sich nicht zu schlimm an, „raus zu ziehen“. Bald ist unser Hauprojekt fertig gestellt (hat ziemlich viel Zeit &Nerven gekostet). Wir haben dabei 2 Wohnungen zusammengelegt und werden ganz oben wohnen. Außerdem haben wir gemeinsame Räume wie den Gemeinschaftsraum mit Küche, Werkstatt, Kinder- und Jugendraum, Werkraum und Sauna, eine Gästewohnung. Wir freuen uns riesig. Vor allem darauf, dass Kinder Platz haben und auch im Garten spielen können.

    Ein Haus war für uns auch eine Überlegung. Wir sind beide in Häusern großgeworden. Ich weiß aber auch wieviel Arbeit meine Eltern in Gartenarbeit/Instandhaltung gesteckt haben und immernoch stecken.
    Wir mussten uns aber auch eingestehen, dass wir beide unsere Zeit lieber anders nutzen wollten.
    Nun wird es eine schöne große Wohnung mit Terasse und ein Abschied vom Leben im eigenen Haus.

    Viele Grüße
    Nic

  24. Ich bin selbst in einem Haus aufgewachsen das meine Eltern gebaut haben und bis zum Ende ihrer Tage bewohnen werden. Schön!
    Aber: unsere Generation wird sich das nicht leisten können! Wir werden Kinder haben bevor wir an ein Haus denken können.
    Und: Was ist mi den Jobs? Die hat man ja auch nicht mehr sein ganzes Leben lang. Vielleicht ist ein Umzug bald notwendig?
    Was dann mit meinem gekauften Haus?

  25. Pingback: I ♥ your Blog {Meine Lieblingslinks im Februar} - kathastrophal

  26. Hallo Johanna,
    Wie kurios das das Thema bei euch auch grade so präsent ist. Wir sind eine Familie mit 3 Kleinkindern und wohnen schon da wo für euch die Welt zu Ende ist. Das macht nichts, das war bei mir (zwischenzeitlich Hamburgerin) auch so. Quickborn? Wo ist denn das?

    Inzwischen wohnen wir zu fünft auf 76qm in einer Wohnung. Es ist viel zu klein, und wenn es nach uns geht wollen wir raus aufs Land. Das „Problem“ ist bei uns, das mein Mann bei seiner aktuellen Arbeitsstelle schon seit 11 Jahren ist und da auch gerne bis zur Rente bleiben will. Das verstehe ich gut, denn ich habe lieber einen Mann der glücklich ist das er da arbeitet wo er arbeitet, als einen Mann der „halt zur Arbeit geht“.
    Wir suchen schon seit etwa 1,5 Jahren nach einem Haus zur Miete, weil wir einfach nicht kaufen oder bauen wollen. Fast hätte es jetzt geklappt, aber…mal wieder ne Absage. Es wäre unser Traumhaus gewesen, so ähnlich wie dein Stadthaus. Inzwischen glaube ich im Hamburger Umland findest du nur noch was wenn du VIEL VIEL VIEL verdienst oder statt Kindern einen Goldfisch hältst. Der auf dem trockenen leben kann…der gute Laminatboden könnte sonst von Wasser befleckt werden.

    • Johanna sagt

      Hey Katarina,

      so ein Mist mit der Absage, das hab ich schon bei Twitter gelesen, tut mir echt leid. Das ist doch zum Heulen, oder?
      Obwohl es bei euch ja noch viel krasser ist, zu fünft auf 76qm…
      Aber du hast schon Recht, bei uns fällt eigentlich das Umland raus, weil mein Freund dort, wo er jetzt arbeitet, auch sehr zufrieden ist und wir beide nicht wollen, dass er jeweils ’ne Stunde zur Arbeit pendeln muss.
      Ach mensch, ich drück euch ganz fest die Daumen, dass es bald mit einem Haus klappt – bei einem Vermieter, der Kinder lieber mag als Goldfische!
      Dir noch einen schönen Abend!

  27. Birdy sagt

    Dieses Thema ist scheinbar echt bei vielen präsent. Beim Lesen der Kommentare habe ich das Gefühl, dass die meisten spätesten mit dem zweiten Kind die Stadtflucht ergreifen. Dazu kann ich nur sagen, wir wohnen mit drei Kindern absolut glücklich in einer Wohnung in Eimsbüttel. Von der Villa hier träume ich zwar auch, aber eben deshalb, weil ich mir ein Leben in einem Haus außerhalb des Stadtbereichs nicht vorstellen kann.
    Auch wir haben nicht so wahnsinnig viel Platz, aber ich liebe unsere Wohnung und die Gegend. Und für mich passt der Stadtrand einfach nicht. Ich liebe es shoppen zu gehen, Kaffee zu trinken und so viele Angebote vor der Nase zu haben. Meine Kinder profitieren von den Freizeitmöglichkeiten und können sich hier in ihrem Revier auch alleine frei bewegen.
    Klar einen Garten haben wir nicht. Aber da müssten wir auch immer Spielkameraden einladen. Hier trifft man auf dem Spielplatz immer Gott und die Welt. Und spätestens wenn das Nachtschwärmen losgeht bin ich froh, dass meine Kinder nicht per Nachtbus durch die halbe Stadt nach Hause fahren müssen.

  28. Pingback: Mieten. Kaufen. Wohnen. | LOVEBREMEN

  29. Ich kann dich sehr gut verstehen, da das Thema bei uns auch aktuell war. Letzlich galt dann auch wieder „unverhofft kommt oft“ und wir haben uns spontan in ein altes, unsaniertes 60er Jahre Siedlungshaus verliebt. Ohne hohe Decken, nicht mitten in der Stadt und leider auch nicht am See gelegen, aber es passt trotzdem. Und trotz vieler kritischer Kommentare, die ein Haus als „Klotz“ und „lebenslange Schuldenfalle“ sehen, bin ich froh, die Entscheidung pro Haus getroffen zu haben. So habe ich quasi mein größtes DIY Projekt, bei dem ich einrichten, gärtnern und leben kann, wie ich möchte ohne vorher den Vermieter fragen zu müssen.
    Egal, wie ihr euch entscheidet. Es ist ja nie endgültig und man hat ja immer die Option doch noch mal zu kaufen oder eben zu verkaufen, eine andere Stadt oder sogar Land zu wählen. Dieses Gefühl der Flexibilität und Freiheit, die Entscheidung selbst treffen und jederzeit wieder ändern zu können, ist doch eine tolle Sache. Daher kann ich nur gegen das Grübeln plädieren und sagen: Einfach mal machen!

    Alles Liebe für euch und beste Grüße nach HH aus Lüneburg. Annemarie

  30. Stephanie sagt

    Hallo Johanna,
    eben noch was zu Deinem Picknick-Trip zum Obsthof geschrieben, kann ich nicht sein lassen, auch das hier noch kurz zu kommentieren!
    Nach etlichen Jahren In Bahrenfeld mit Freund, dann zusätzlich mit Kind wurde schnell klar, 60qm sind einfach zu klein zu dritt – vor allem wenn von zuhause aus noch gearbeitet wird!!! Wir lieben Bahrenfeld und haben uns dort ein Netzwerk aufgebaut. Trotzdem haben wir nach langer Suche mit immer teuerer werdenden Wohnungen zugegriffen, als in Finkenwerder ein Haus zur Miete frei wurde! Dort leben wir jetzt und es fühlt sich gut an! Bezahlbare Miete für ein tolles altes Arbeiterhaus. Die Grossstadt liegt uns zu Füssen und wir erreichen alles mit der Fähre! Der kleine geht weiterhin in den Kindergarten in Bahrenfeld und wir sind (wenns gut läuft!) in 15 minuten von Tür zu Tür, da wir nur kurz auf die A7 hüpfen. Wir wohnen grün, ruhig direkt am Wasser und geniessen trotzdem alle Vorzüge von Hamburg!

    Liebe Grüsse,
    Stephanie

  31. Simona sagt

    Vor diesen Überlegungen stand ich vor 10 Jahren auch einmal. Das 4. Kind war unterwegs und unsere traumhaft schöne Wohnung direkt am Stadtpark in Winterhude war endgültig zu klein. In Hamburg bauen oder kaufen kam finanziell nicht in Frage, eine Wohnung kaufen oder mieten wäre genauso teuer gewesen wie ein Häuschen im westlichen Speckgürtel von Hamburg. Mein Hamburger ❤️ ist mir fast gebrochen als wir umgezogen sind und das erste Jahr war verdammt hart. Da saß ich nun in meinem Eigenheim in einer Neubausiedlung mit einem Garten so groß wie mein Badezimmer Teppich ?
    Aber es war das was wir uns leisten konnten und das was für die Kinder das beste war. Es dauerte, wie geschrieben, etwa ein Jahr bis ich mich an die Norddeutsche Mentalität gewöhnt hatte ( denn die Schleswig Holsteiner sind die „echten“ Norddeutschen und ticken einfach anders?)
    Danach habe ich es angefangen zu genießen hier zu leben. Alles mal eben mit dem Rad zu erledigen, überall Menschen zu treffen und einen Schnack zu halten, die Schulen dicht dabei, Bahnhof in der Nähe und nette Cafés und Restaurants gibt es hier auch. Mit dem Auto und der Bahn brauchen wir 40 Min in die HH Innenstadt also alles machbar.
    Das schönste hier war für mich das die Kinder hier alleine mit den anderen Kindern direkt vor der Haustüre in der Spielstraße spielen könnten. Sie könnten sind auch sonst viel freier selbstständig bewegen weil „fremde“ hier schnell auffallen und sich fast alle untereinander kennen und einen Blick auch auf andere Kinder werfen.
    Meine Kinder sind hier aufgewachsen und können sich gar nicht vorstellen in der Stadt zu leben und ich – die, die ersten 5 Jahre es nur als „praktische Übergangslösung“ gesehen hat bis ich wieder nach Hause (sprich Hamburg) ziehe kann mir derzeit nicht vorstellen wieder zurück zu gehen. Eher noch weiter Richtung Elbe aber wieder Mitten nach Hamburg…nee ich glaube nicht…. Aber frag mich das in 10 Jahren nochmal wenn der Kleinste aus dem Haus geht…
    LG von Simona

    PS.: der große Nachteil an einem großen Haus mit einem großen Garten ist der das dieser Besitz auch gepflegt und gehegt werden muss… Und wer mag schon 200qm putzen… ?

  32. Lisa-Marie sagt

    Liebe Johanna,

    obwohl ich erst 18 Jahre alt bin, hat mich das Thema „Wohnen“ im letzten halben Jahr auch sehr beschäftigt.
    Ich wollte nicht mehr zuhause bei meinen Eltern wohnen, sondern mit meinem Freund auf eigenen Beinen stehen.
    Meine Eltern wohnen am Rand eines Kurortes – Sie haben ein eigenes Haus, mit viel Platz und großem Garten. 5 Minuten mit dem Auto fahren und man ist im Ort, der auch Sonntags geöffnet hat.

    Ich wollte nie in eine größere Stadt ziehen, obwohl ich in einer meine Ausbildung absolviere und der Weg zur Arbeit dann viel kürzer wäre.

    Vor gut 3 Monaten bin ich dann mit meinem Freund zusammen gezogen.
    Seine Eltern besitzen viel Land und 2 Häuser am anderen Stadtende des Kurortes.
    Das war unser Glück.

    Ich brauche jetzt zur Arbeit 30 Minuten ohne Stau.. mit Stau locker eine Stunde.
    Aber es sind 10 Minuten zum einkaufen und wenn ich raus schaue, sehe ich Weiden, Baumschulen und Tiere.
    Mein Pflegepony steht 2 Straßen weiter und wir können im Wald hinterm Haus spazieren gehen.

    Ich für mich, mag das Leben „auf dem Land“ auch wenn zur Zeit der Nebel jede Sicht nimmt. Aber ich kann auch die Leute verstehen, die lieber in der Stadt wohnen.
    Aber ich finde, jede Wohnung und jedes Haus können wohnlich, gemütlich und einladend sein, ganz egal wo! :)

  33. Hi Johanna,
    mein Freund und ich sind jetzt gerade auch in einer Situation in der wir uns entscheiden wollen, ob wir noch weiter in unserer Mietwohnung als Mieter wohnen wollen, oder ob wir uns nun endlich dazu entschließen diese Wohnung als Eigentum zu kaufen.
    Es ist wirklich keine einfache Entscheidung für uns, da die Finanzierung einer Eigentumswohnung in München, vor allem bei den Preisen zu Zeit, kein einfaches Unterfangen ist. Nächste Woche haben wir unsere erste Beratung mit dem Bauträger aus München um zu klären, ob der Kauf unser Wohnung überhaupt möglich ist. Auf lange Sicht gesehen, wäre der Kauf sicher eine bessere Option als weiter nur Mieter zu sein. Außerdem ist ein Eigenheim ein Eigenheim! Und für mich ist es auch egal ob Stadt oder Land. Es geht doch nicht über seine eigenen gemütlichen und heimeligen vier Wände!!

    LG aus München

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